Tevidon

Tevidon

Spezialobjektive vom VEB Carl Zeiss Jena für Kameras des industriellen Fernsehens

Zeiss Jena Tevidone

1. Kameras für das industrielle Fernsehen in der DDR

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen also vor etwa einhundert Jahren – gelangte eine alternative Lösungsmöglichkeit für die Bildwiedergabe in den Bereich der Machbarkeit, die sich deutlich von den bisherigen photographischen Verfahren unterschied. Statt auf Basis von Silbersalz-Verbindungen erlaubte die rasche Entwicklung des Fachgebietes der Elektronik eine völlig neue Herangehensweise an diese Problemstellung. Die technische Grundlage dafür bildeten Kathodenstrahlröhren, die erstmals rein elektronische Verfahren sowohl für die Bildaufnahme wie auch zur Wiedergabe ermöglichte. Waren die technischen Grundlagen für das elektronische Fernsehen bereits während der 1930err Jahre gelegt worden, fand die Ausbreitung als Massenmedium in Deutschland de facto erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Für die DDR entwickelte die technischen Grundlagen dafür das "Werk für Fernmeldewesen" in Berlin Oberschöneweide, das im Jahre 1946 aus der Röhrenfabrik Oberspree der AEG hervorgegangen war.

Werk für Fernsehelektronik Berlin

Dies ist das charakteristische Hauptgebäude des ehemaligen Werkes für Fernsehelektronik in Berlin Oberschöneweide, der sogenannte "Behrens-Bau", der als eines der ersten Hochhäuser in Deutschland gilt. Oben zu sehen auf einer werkseigenen Abbildung vom Anfang der 1980er Jahre, unten etwa 40 Jahre später im November 2020. Hier wurden unter anderem die Bildaufnahmeröhren für DDR-Fernsehkameras gefertigt.

Werk für Fernsehelektronik Behrens Bau Schöneweide

Dieses Werk für Fernmeldewesen Oberschöneweide hatte im Februar 1957 mit dem Bau eines neuen Gebäudes speziell für die Fertigung Fernsehempfängerröhren begonnen [Vgl. BZ vom 7. Februar 1957, S. 5; ND vom 8. Februar S. 3.]. Mit der immer stärkeren Konzentration auf das Fernsehen wird der Betrieb in Oberschöneweide offensichtlich 1960 in VEB Werk für Fernsehelektronik umbenannt, während der Name "Werk für Fernmeldewesen" auf einen Betrieb in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Ostkreuz übergeht. Diese namentliche Präzisierung ist wichtig, da hier in der Neuen Bahnhofstraße in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre erstmals Kameras für den Zweig des Industriellen Fernsehens geschaffen werden.

industrielles fernsehen 1957

Dieses industrielle Fernsehen entwickelte sich damals abgekoppelt vom Fernsehen als Massenmedium durch die Nachfrage in Industrie, Forschung und Gewerbe. In diesem VEB Werk für Fernmeldewesen am Ostkreuz werden in der Folgezeit mehrere Generationen an "Fernbeobachtungsanlagen" entwickelt, die anfangs noch mit Röhren bestückt waren. So wurde 1961 erstmals die für den Außeneinsatz geeignete "FBA2" für die Abfertigung von U-Bahn-Zügen am Bahnhof Alexanderplatz erprobt [Vgl. ND vom 24. Januar 1961, S. 6.]. Die auf der Frühjahrsmesse 1961 vorgestellte FBA4 mit der Fernsehkamera FK6 konnte sogar unter Wasser eingesetzt werden. Der wirkliche Durchbruch wurde aber mit der zur Leipziger Frühjahrsmesse 1963 vorgestellten volltransistorisierten Schwarzweiß-Fernsehkamera Telistor TFK 100 erreicht.

Telistor Fernsehkamera 1963

Doch dieser VEB Werk für Fernmeldewesen wird noch zum Ende desselben Jahres aufgelöst und dafür zum 1. Januar 1964 der neue VEB Studiotechnik Berlin gegründet, in dem die Herstellung der gesamten, zur Fernsehtechnik gehörenden Geräte gebündelt werden sollten [Vgl. Neue Zeit vom 25. Januar 1964, S. 12.]. Seinen Sitz hatte der Betrieb in der Rungestraße 25 – einer ehemaligen Zigarettenfabrik. Der Hauptgrund für die Schaffung des neuen Betriebes war die Entwicklung einer Fernseh-Universalkamera, mit der sich die DDR vollständig von Einzelteilen aus der Bundesrepublik machen wollte (siehe dazu auch hier). Ein weiteres Augenmerk lag aber auch in der Weiterentwicklung der Geräte für das industrielle Fernsehen. So konnte zur Frühjahrsmesse 1967 der Nachfolger Telistor TFK 200 vorgestellt werden. 

Telistor TFK200

Mit dieser Gerätebasis konnte sich nach und nach die Fernbeobachtung als neues technologisches Verfahren in der Industrie durchsetzen. Solche miniaturisierte Kameras wurden beispielsweise ab den 70er Jahren im Braunkohletagebau für die Fernüberwachung des Schaufelradbaggers eingesetzt. Und bei der Berliner S-Bahn konnten wenig frequentierte Stationen, wo sich kein Einsatz einer örtlichen Aufsicht lohnte, von einer zentralen Stelle aus mittels Monitorbeobachtung abgefertigt werden. Einen weiteren großen Schub hatte die zur Frühjahrsmesse 1972 vorgestellte Transistor-Fernsehkamera in Kompaktbauform vom Typ TFK 500 gebracht, die sich an jedes handelsübliche Fernsehgerät anschließen ließ. Der Betrieb warb damit, daß nun die Beobachtung von Kinderzimmern, Spielplätzen, Hauseingängen, Selbstbedienungsgeschäften, Krankenhäusern usw. möglich werde. Daß auch das Ministerium für Staatssicherheit, die große innere Überwachungsmaschinerie des Regimes, an dieser neuen Technologie starkes Interesse zeigte, das war freilich eine der Kehrseiten dieses technischen Fortschrittes.

VEB Studiotechnik Berlin, Rungestraße

Das war das Werktor des VEB Studiotechnik Berlin, wo die Fernsehkameras produziert wurden, im Zustand kurz vor der Wende. Irgendwie vermittelt dieses Gebäude mit seiner abgeplatzten Fassade den Eindruck, als habe der Kampf um die Reichshauptstadt erst wenige Wochen zuvor stattgefunden... [Bild: Michael Fuchs; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/f/fe/STTWerk1.JPG]. Das Werk II des VEB Studiotechnik befand sich in Weißensee. Beide Werksteile zusammen hatten 1977 etwa 650 Beschäftigte, später wurden 600 angegeben.

Im Gleichzug mit der Schaffung der elektronischen Komponenten in den oben genannten Spezialfirmen begann der VEB Carl Zeiss JENA ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre eine breite Palette an neuen Objektiven bereitzustellen, die ganz auf die Erfordernisse dieses industriellen Fernsehens ausgerichtet waren. Die Abstufung der Brennweiten richtete sich dabei nach einem internationalen  Standard, der von den Bildaufnahmeröhren ("Endikon") des 1-Zoll-Typus abgeleitet war. Diese Bezeichnung bezieht sich auf den Außen-Nenndurchmesser der Röhre. Die nutzbare Bildbreite beträgt dabei nur etwa die Hälfte dieses Röhrendurchmessers. Trotzdem hat sich diese Bezeichnung des 1-Zoll-Standards bis in die heutige Zeit der Digitalkameras erhalten, wo unter dieser Kategorie geringfügig voneinander abweichende Sensorgrößen eingeordnet werden. Ursprünglich war die Bildfläche der 1-Zoll-Videoröhre aber 12,8 x 9,6 mm groß, was eine Bilddiagonale von 16 mm ergibt. Für diesen Bildkreis, der etwa 25% größer ist als derjenige des 16-mm-Schmalfilmes, sind die Tevidone des VEB Carl Zeiss JENA ausgelegt.

Endikon

Hier sieht man einmal einen Größenvergleich zwischen einem Exemplar einer solchen 1 Zoll Bildaufnahmeröhre und dem Tevidon 16 mm (das zugegebenermaßen das kleinste der gesamten Reihe ist). Unten das Datenblatt für eine derartige Röhre aus Oberschöneweide.

Doch diese gezielte Auslegung der Tevidone speziell auf Fernsehkameras (FSK) sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihre optische Leistung bei weitem die ziemlich bescheidenen Anforderungen der Fernsehtechnik übertrifft. Das gilt nicht nur im Hinblick auf das stark eingeschränkte Auflösungsvermögen von etwa 300.000 Bildpunkten, sondern auch darauf, daß die Bildröhren zunächst nur schwarzweiß arbeiteten. Sowohl die Schärfeleistung als auch die Farbkorrektur der Tevidone und Vario-Tevidone erfüllen problemlos die Anforderungen des 16-mm-Schmalfilmes, weshalb sie offenbar immer wieder auch für diesen Einsatzzweck gekauft wurden. Dabei war hilfreich, daß die Tevidone nicht nur mit dem speziellen Steckbajonett der TFK 500 Kamera ausgeliefert wurden, sondern auch mit dem universellen C-Gewinde (1 Zoll Gewindedurchmesser, 1/32 Zoll Gewindesteigung). Zudem gab es einen Adapter, mit dem das Steckbajonett auf C-Mount umgerüstet werden konnte. Dabei scheinen Tevidone zeitweilig sogar serienmäßig zusammen mit diesem sogenannten B-Adapter ausgeliefert worden zu sein.

Zu Beginn ihrer Fertigung in den späten 1960er Jahren wurden die Tevidone in der damals üblichen Zebrafassung geliefert. Ab der zweiten Hälfte der 70er Jahre folgten schwarze Fassungen. Anstelle einer normalen Rändelung scheinen die meisten dieser Objektive nun eine Schrägverzahnung an den Einstellringen aufzuweisen, die eine mechanische Kopplung des Objektivs mit der Blenden- und Entfernungseinstellung des Optik-Fernantriebs OFA ermöglichte (siehe Katalogauszüge am Ende der Seite). Einhergehend damit finden sich auch die in den Bildern unten sichtbaren Winkel, die offenbar für verstellbare Endanschläge vorgesehen waren. Äußerlich nicht erkennbar wurden die schwarz lackierten Tevidone zudem in zwei Fassungsvarianten geliefert: Eine schwere auf Basis von Messing und eine leichte auf Basis von Aluminium. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wurden diejenigen Tevidone, die herstellerseits mit C-Gewinde versehen waren, zunehmend nicht mehr mit Schrägverzahnung, sondern mit einer normalen Rändelung an den Einstellringen ausgeliefert.

2. Objektive für Kameras des industriellen Fernsehens

2.1 Tevidon 2/10 mm

Dasjenige unter den Festbrennweiten dieser Tevidon-Reihe, in dem das größte Know-How des traditionsreichen Jenaer Hauses steckte, war zweifellos das Weitwinkelobjektiv Tevidon 2/10 mm. Es hat zwar ein Rechnungsabschlußdatum vom 27. Oktober 1964, doch seine Geschichte reicht deutlich weiter zurück. Bereits im September 1958 war die Rechnung für ein Flektogon 2/10 mm abgeschlossen worden, das den Grundaufbau dieses Tevidons 2/10 vorwegnahm. Damals wurden in Jena unter der Leitung von Wolf Dannberg verschiedene Retrofokusweitwinkelobjektive mit stark verlängerter Schnittweite und Bildwinkeln über 80 Grad entwickelt (siehe Flektogon 4/25). Das Flektogon 2/10 mm war eigentlich für die 16-mm-Reflexkamera AK16 vorgesehen, doch wurde bei der Musterprüfung die Bildleistung in den Randbereichen als nicht gut genug beurteilt, weshalb das Projekt leider in der Schublade landete. Zunächst jedenfalls.

Zeiss Tevidon 2/10 mm

Obwohl dieses Flektogon 2/10 mm nicht auf den Markt kam, ist es historisch bedeutsam, da bei ihm im zerstreuend wirkenden Vorsatz die Sammellinse nicht zwischen, sondern vor den Zerstreuungslinsen placiert wurde. Dieses Merkmal wird sich dann 1961 beim Flektogon 4/20 mm wiederfinden. Das 1964 entwickelte Tevidon 2/10 mm folgt im Prinzip dem Aufbau des Flektogons 2/10 mm von 1958. Geändert haben sich aber die Glasarten. So besteht der zweite zerstreuende Meniskus im Vorderglied nun aus dem Lanthan-Kron SK21. Die abschließende Sammellinse ist aber weiterhin aus dem Lanthan-Thorium-Schwerstkron SSK10 aufgebaut.

Tevidon 2/10 mm

Der Bildwinkel des Tevidons konnte gegenüber dem des Flektogons 2/10 mm von 65 Grad auf über 75 Grad angehoben werden. Dabei hatte sich freilich auch die Baulänge der Optik von 39,9 auf 53,7 mm ziemlich stark verlängert. Die Schnittweite wiederum, die beim Flektogon 2/10 mm noch knapp 13 mm betrug, konnte beim Tevidon 2/10 mm wiederum erheblich auf 16,4 mm angehoben werden. Das war so großzügig, daß es bis heute mit keinerlei Kameras Anpassungsschwierigkeiten gibt. Wie bei allen festbrennweitigen Tevidonen liegt die Bildleistung weit über den Anforderungen der damaligen Fernsehkameras.

Tevidon 2/10mm Messing

Oben ist das Tevidon 2/10 mm in der schweren Fassung aus Messing gezeigt, unten in der leichten auf Basis von Aluminium. Äußerlich lassen sich die beiden Fassungsarten nur durch den bei der Messingversion vorn angeschrägten Abschluß des Entfernungseinstellrings auseinanderhalten. Dieses Merkmal trifft auch für die gesamte restliche Tevidon-Reihe zu. Speziell beim Tevidon 2/10 mm gibt es zudem ein "schlankes" Modell mit einem Filtergewinde von 46 mm Durchmesser und ein voluminöseres mit 49 mm.

Tevidon 2/10mm Alu
MTF for Tevidon 2/10 mm
Zeiss Tevidon Bildfehler

Von diesem Tevidon 2/10 mm wurden zwischen April 1968 und Februar 1991 über 22.500 Stück hergestellt mit erst ab Mitte der 1970er Jahre stark steigender Tendenz. Diese wachsenden Stückzahlen dürften freilich im Einklang mit der zunehmenden Verbreitung solcher Fernsehkameras gestanden haben. Daher trifft dieser Umstand auch auf die anderen Objektive dieser Tevidon-Serie zu. Auch die Nachfolgefirma von Zeiss Saalfeld, Docter-Optics, behielt das Tevidon 2/10 mm noch einige Jahre im Programm.

2.2 Tevidon 1,8/16 mm

Das Tevidon 1,8/16 mm bildet mit seinem Bildwinkel von 52,5 Grad gewissermaßen den Übergang zwischen dem Weitwinkelbereich und einem Normalobjektiv in Bezug auf die Bilddiagonale von 16 mm bei 1-Zoll-Röhren.  Die Tatsache, daß das Tevidon im Jahre 1965 gezielt für diese Bildempfängerröhren konstruiert wurde, führt zu einigen Besonderheiten, auf die gleich noch genauer eingegangen wird.

Tevidon 16 mm f/1.8

Zunächst lohnt aber der Blick auf den grundsätzlichen Aufbau des Tevidons 1,8/16 mm. Man erkennt gut, daß wir es hier mit einer Retrofokus-Konstruktion zu tun haben. Als Grundobjektiv diente dabei die Bauform des Visionars, die Ende der 50er Jahre eigentlich als Kinoprojektionsobjektiv entwickelt worden war [DD22.291 vom 29. Oktober 1958]. Diesem völlig in Einzelelemente aufgelösten Gaußtyp wurde nach ein zerstreuender Meniskus vorangestellt. Dieser bewirkt folgendes: Das Grundobjektiv an sich hat bereits die nötige Brennweite von 16,05 mm. Seine Schnittweite würde aber nur etwa 5,2 mm betragen. Der vorgesetzte zerstreuende Meniskus sorgt aber dafür, daß sich diese Schnittweite auf etwa 13,3 mm verlängert, während die Brennweite sich nur geringfügig auf 16,3 mm vergrößert. Damit erreicht die Schnittweite 81,6 Prozent der Brennweite.

Jena Tevidon 1,8/16 mm

Diese Zusammenhänge sind in der Abbildung oben noch einmal im obigen Teil gezeigt. Rot ist wieder das Büschel der achsenparallel, blau dasjenige der mit voller Hauptstrahlneigung einfallenden Strahlen gezeichnet. Das Problem liegt nun aber darin, daß das Tevidon 1,8/16 mm nach Sachnummer 550334-001.25 eigentlich nach dem darunter gezeichneten Schema konstruiert ist. Hierbei ist der Glasweg der Empfängerröhre in die optische Rechnung einbezogen und zwar in Form einer planparallelen Platte aus Zink-Kron ZK7 mit einer Brechzahl von 1,51 und einer Dicke von 2 mm. Die Bildebene liegt dann auf der hinteren Planfläche diese Platte. Das Tevidon 1,8/16 mm nach der Rechnung vom 6. Juli 1965 ist eigentlich unter Einbeziehung dieser zusätzliche Planplatte korrigiert. Das Tevidon 1,8/16 mm ist aber auch ohne diese Planplatte, die schließlich nicht Teil seiner Optik ist, ein hochwertiges Objektiv. Das Problem ist nur, daß dann die Bildebene näher an die Optik heranrückt, wenn man den Glasweg herausnimmt. Und es scheint nun so zu sein, daß beide Varianten in den Handel gebracht worden sind, was dazu führt, daß sich für Vidicon-Röhren justierte Tevidone 1,8/16 mm mit einer Summe aus L7 und d8 von 13,9 mm an Kameras ohne zusätzliche Glaswege (z.B. Schmalfilmkameras mit C-Gewinde) nicht auf unendlich einstellen lassen, während es mit Tevidonen 16 mm, die auf eine in Luft gemessenen Schnittweite von 13,3 mm justiert sind, keine derartigen Probleme gibt.

Tevidon 16mm Messing

Das Tevidon 1,8/16 mm einmal mit schwerer Messingfassung (oben) und einmal mit leichter Aluminiumfassung (unten).

Tevidon 16 mm Alu

Das Tevidon 1,8/16 mm ist nun aber für C-Mount-Kameras gerade deshalb besonders begehrenswert, weil es im Gegensatz zu üblichen, als reiner Gaußtyp konzipierten Objektiven dieser Brennweite, wie sie von 16 mm Schmalfilmkameras her bekannt sind, nicht so weit in die Kamera hineinragt. Mit seinen etwa 13 mm freiem Luftraum hinter dem Objektiv dürfte es damit keinerlei mechanische Anpassungsprobleme dieser kurzbrennweitigen Optik an Kameras geben, bei denen es zwischen Objektiv und Bildebene "ziemlich knapp zugeht".

Tevidon bayonet and c-mount

Durch die Auslegung als Retrofokus schließt beim Tevidon 1,8/16 mm die hinterste Linsenfassung fast plan mit dem C-Anschlußgewinde ab, wie dies auf dem Bild oben rechts gut zu erkennen ist. Die Abbildung oben zeigt auch generell noch einmal einen Vergleich zwischen dem Bajonett- (links) und dem Gewindeanschluß (rechts), mit denen die Tevidone wahlweise serienmäßig ausgestattet wurden. Außerdem befindet sich wieder links die Variante mit Messingfassung und rechts jene aus Aluminium.

Tevidon 1,8-16mm MÜF

Vom Tevidon 1,8/16 mm wurden zwischen Juni 1968 und Oktober 1990 26.250 Exemplare hergestellt. Es blieb auch bei der Nachfolgefirma Docter-Optics noch jahrelang im Angebot, wobei es zwischenzeitlich optisch überarbeitet worden ist.

2.3 Tevidon 1,4/25 mm

Das Jena Tevidon 1,4/25 mm ist das einzige aus dieser Fernsehkamera-Serie, das nicht explizit für jenen speziellen Anwendungsfall neu geschaffen wurde. Das ist daraus zu erkennen, daß es mit dem 1. September 1955 ein viel früheres Rechnungsabschlußdatum aufweist. Diese Tatsache offenbart vielmehr, daß es sich beim Tevidon 1,4/25 mm um das für die Schmalfilm-Reflexkamera AK 16 geschaffene Biotar 1,4/25 mm handelt, das optisch unverändert weitergebaut wurde.

Zeiss Tevidon 1,4/25 mm

Das bedeutet wiederum, daß wir es beim Tevidon 1,4/25 mm mit dem Biotar 1,4/2,5 cm von Willy Merté aus dem Jahre 1928 zu tun haben! Denn 1955 war schließlich nicht der optische Aufbau an sich verändert worden, sondern lediglich der Blendenraum von 5,22 auf 5,97 mm vergrößert worden, um den Bildwinkel von 35 Grad auf auf die für den 16-mm-Schmalfilm ausreichenden 28,5 Grad zu verringern und auf diese Weise die Bildleistung für das Format 7,5 x 10,36 mm etwas anzuheben. Obwohl das Video-Format 9,6 x 12,8 mm nun wieder den vollen Bildwinkel von 35 Grad verlangte, blieb es aber offenbar beim Tevidon 1,4/25 mm beim verlängerten Blendenraum von 1955.

Tevidon 1,4/25 mm

Es ist schon bemerkenswert, daß Mertés Biotar offenbar als so ausgewogen betrachtet wurde, daß man es in Jena bis zum Ende der DDR unverändert weiterbaute. Auch hier gilt selbstverständlich, daß es das Anforderungsniveau des industriellen Fernsehens weit übertraf. Die Schnittweite war mit fast 15 mm lang genug für alle Anwendungen. Zwischen April 1968 und September 1990 wurden von diesem Tevidon 1,4/25 mm über 38.000 Stück hergestellt. Das Biotar 1,4/2,5 cm gehört damit zu den am längsten gebauten Objektiven aus Jena!

Tevidon 1,4/25 mm Messing

Das Tevidon 1,4/25 wiederum in Messing- (oben) und in Aluminiumfassung (unten).

Tevidon 1,4/25 mm Alu

Oben ist im Vergleich ein sehr spätes Tevidon 1,4/25 aus dem Jahre 1989 gezeigt, das keine Schrägverzahnung, sondern ein normales Einstellrändel aufweist.

2.4 Tevidon 1,9/35 mm

Ein auf den ersten Blick geradezu grotesk anmutendes Objektiv ist das Tevidon 1,9/35 mm. Seine Fassung ist etwa 12 mm länger als die des Tevidon 2,8/70 mm. Das liegt daran, daß es als Retrofokus-Konstruktion aufgebaut ist. Das erscheint unerklärlich angesichts der Tatsache, daß für das oben besprochene Tevidon 1,4/25 mm kein Retrofokus nötig war, um eine ausreichend lange Schnittweite zu erlangen.

Zeiss Tevidon 1,9/35 mm

Diese Schnittweite liegt beim Tevidon 1,9/35 mm bei unnötig langen 29,4 mm. Das ist ziemlich genau doppelt so viel wie beim Tevidon 1,4/25 mm. Dadurch, daß wie beim Tevidon 1,8/16 mm ein zum Retrofokus erweitertes Visionar verwendet wurde, wuchs die Baulänge auf erhebliche 53,8 mm an. Es fragt sich doch an dieser Stelle, ob nicht das Visionar-Grundobjektiv genügt hätte. Nimmt man aber aus dem obigen System den vorgesetzten zerstreuenden Meniskus heraus, dann bleibt zwar die Brennweite bei etwa 35 mm, die Schnittweite schrumpft dann jedoch auf etwa 12,2 mm – ein zu kleiner Wert. Das hängt mit der beim Visionar-Typ gewöhnlich im vorderen Systemteil liegenden bildseitigen Hauptebene H' zusammen. Nur über den Umweg eines Retrofokus war das Visionar bei einer Brennweite von 35 mm auf eine ausreichend lange Schnittweite zu bringen. Weshalb aber diese Schnittweite gleich auf das Doppelte des nötigen Wertes verlängert wurde, das läßt sich heute nur noch schwer nachvollziehen. Wenn man den oben gezeigten Strahlenverlauf betrachtet, fällt aber auf, daß selbst bei voller Hauptstrahlneigung das austretende Strahlenbüschel nur unter einem geringen Winkel auf die Bildebene fällt und das Gesamtsystem trotz seiner großen Baulänge nur sehr gering vignettiert. Es ist kaum daran zu zweifeln, daß dieses Tevidon 1,9/35 mm eine gute Bildleistung besonders auf inzidenzwinkelempfindlichen Bildwandlern liefert. Die Austrittspupille ist weit Richtung Bildebene verlegt, was dieses Tevidon 1,9/35 mm beinah telezentrisch werden läßt.

Zeiss Tevidon 1,9/35 mm

Eberhard Dietzsch gibt an, das Tevidon 1,9/35 mm sei eine auf 35 mm Brennweite skalierte Version des Tevidon 1,8/16 mm [Vgl. Dietzsch: Retrofokusobjektive, 2002, S. 120]. Dieser Aussage kann man mit gutem Gewissen widersprechen. Das Tevidon 35 mm ist ein eigenständig konstruiertes Objektiv, was allein schon dadurch ersichtlich ist, daß mit Ausnahme der Rücklinse andere Glasarten Verwendung fanden. Sehr wohl haben diese beiden Objektive aber gemein, daß man unbedingt auf das Visionar als Grundobjektiv gesetzt hat. Man kann nur vermuten, daß dafür die guten sphärochromatischen Korrekturmöglichkeiten des Visionars ausschlaggebend waren. Gerade bei grobauflösenden Bildempfängern mit ihren gleichmäßig rasterförmig angeordneten Bildpunkten ist es wichtig, daß beispielsweise die farbigen Teilbilder möglichst gleich groß sind, da es sonst zu auffälligen Bildstörungen kommen kann. Auch die für das professionelle Fernsehen (also den DFF) konstruierten Tevinare 2/109 mm und 2,8/135 mm waren vom Visionar abgeleitet.

Tevidon 1,9/35mm Messing

Oben wiederum die schwere Ausführung des Tevidon 1,9/35 mm mit einer Fassung aus Messing, unten die leichte aus Alu.

Tevidon 1,9/35 Alu

Daß dieses aus optischer Sicht etwas seltsam erscheinende Tevidon 1,9/35 mm durchaus seine Berechtigung gehabt haben muß, kann man daran ablesen, daß zwischen April 1968 und April 1990 dennoch über 16.400 Stück hergestellt wurden.

2.5 Tevidon 1,8/50 mm

Obgleich man beim Tevidon 1,8/50 mm problemlos auf die damaligen Normalobjektive für das Kleinbild hätte zurückgreifen können, wurde auch hier eine eigenständige Konstruktion errechnet, die zum 15. April 1966 abgeschlossen wurde. Der Grund könnte darin gelegen haben, daß bei diesen Objektiven ein besonderes Augenmerk darauf gelegt wurde, daß die Bilder für das blaue, grüne und rote Bild möglichst gleich groß sind. In Hinblick auf eine Anwendung beim Farbfernsehen ist eine Hebung der chromatischen Querabweichung sehr vorteilhaft, also dafür zu sorgen, daß das rote, grüne und blaue Bild möglichst dieselbe Größe aufweisen. Und je länger die Brennweite ist, um so schwieriger wird es, diese Bedingung zu erfüllen.

Tevidon 1,8/50 mm Messing
Tevidon 1,8/50 Alu

Gerade das Fernsehen mit seinen wenigen 100.000 Bildpunkten ist der Literatur zufolge aber geradezu anfällig für Interferenzerscheinungen aufgrund von Farbsäumen. Ein benachbarter Bildpunkt kann eben gerade noch oder gerade nicht mehr vom betreffenden farbigen Teilbild gestreift werden. Zwischen diesen groben Bildpunkten liegende Farbdichten werden einfach nicht aufgelöst. Daraus resultierende Lageverschiebungen zwischen Rot, Grün und Blau verursachen im schlimmsten Fall sehr störende Überlagerungseffekte ("Moiré"). Ein für Video-Anwendungen gerechnetes Objektiv muß daher auf andere Gesichtspunkte hin abgestimmt werden, als ein Photoobjektiv, zumal mit wachsender Brennweite auch Abbildungsfehler wie die chromatische Aberration immer größere Ausmaße annehmen. Allgemein kann jedoch gesagt werden, daß die Tevidone die Auflösungsanforderungen des Fernsehens weit übertreffen.


Zwischen Mai 1968 und März 1990 wurden über 14.000 Exemplare vom Tevidon 1,8/50 gebaut.

2.6 Tevidon 2,8/70 mm

Tevidon 2,8/70 mm

Das Tevidon 2,8/70 mm hat seinen Rechnungsabschluß vom 7. April 1968. Zwischen Mai 1968 und Juni 1989 wurden reichlich 9000 Stück hergestellt.

2.7 Tevidon 2,8/100 mm

Die Rechnung zum Tevidon 2,8/100 mm wurde ebenfalls im April 1968 abgeschlossen. Zwischen Mai 1968 und Oktober 1990 wurden 9600 Exemplare hergestellt. Mit diesem Objektiv, dessen Brennweite mehr als sechs mal größer als die Bilddiagonale ist, wurde die Reihe der Fernsehkamera-Objektive vorerst abgeschlossen.

Tevidon 2,8/100 mm

Bleibt noch zu erwähnen, daß sich die Blenden all dieser Objektive beim Hinausdrehen über den kleinsten Blendenwert vollständig verschließen lassen. Das kann heute noch nützlich sein, wenn die Tevidone an Filmkameras verwendet werden sollen und man ab- bzw. überblenden und rückwickeln will. Für heutige Anwender sei auch noch einmal betont, daß die Tevidone mindestens das Super 16 Format abdecken, selbst wenn das Objektiv nicht auf die neue Bildmitte hin zentriert wurde. Insbesondere das Tevidon 10 mm ist dahingehend ein echter Geheimtip. Übliche, für das 16 mm Format ausgelegte Objektive mit solch kurzen Brennweiten, sind dabei meist völlig überfordert. Bei den längerbrennweitigen Exemplaren (ab 50 mm) reicht der rückseitige Bildwinkel sogar weit über das veranschlagte Format hinaus.

2.8 Vario-Tevidon 2/18-90 mm

Fast anderthalb Jahrzehnte nachdem die oben gezeigten festbrennweitigen Tevidone konstruiert worden waren, setzte man sich im VEB Carl Zeiss JENA im Jahre 1980 an die Konstruktion eines variofokalen Fernsehobjektivs für 1 Zoll Röhren. Es sollte den Brennweitenbereich etwa von der Normalbrennweite bis zum 5,5-fachen dieser Brennweite abdecken. Eine erste Rechnung wurde zum 31. März 1980 fertiggestellt und anschließend zwischen November 1981 und Juni 1984 weniger als 1500 mal gebaut. Eine neue Rechnung vom 16. November 1981 wurde anschließend bis März 1987 noch einmal über viereinhalb tausend mal gebaut. Insgesamt existieren etwa 6200 Vario-Tevidone 2/18-90 mm.

Vario-Tevidon 2/18-90 mm
Vario Tevidon 18-90 mm und Extender

Zum Vario-Tevidon 18-90mm konnte noch der oben zu sehende 2-fach Extender geliefert werden, der den Brennweitenbereich des Zooms insgesamt verdoppelte. Es gab auch noch einen Telekonverter mit dem Faktor 1,5. Dieser war wahlweise auch am im Folgenden beschriebenen Vario-Televidon 15-150 mm zu verwenden.

2.9 Vario-Tevidon 2/15-150 mm

Ein noch viel höheres Niveau erreichte man beim VEB Zeiss Jena mit dem ambitionierterten Vario-Tevidon 2/15-150 mm, das im Juni 1982 errechnet worden war und von dem zwischen 1985 und 1989 lediglich 350 Exemplare fabriziert wurden. Dieses Monstrum scheint in der Herstellung sehr aufwendig gewesen zu sein, weshalb seine Produktion bereits vor Beginn der Wende wieder auslief.

Vario-Tevidon

Geschaffen wurde dieses Objektiv von Harald Maenz, der bei Zeiss Jena schon seit den 1960er Jahren an Zoomobjektiven gearbeitet hatte und der auch maßgeblich für das Vario-Sonnar 4/80-200 mm verantwortlich zeichnete. Das DDR-Patent Nr. 215.639 vom 4. April 1983 zeugt von dem enormen Aufwand, der für diesen großen Brennweitenbereich betrieben werden mußte, insbesondere da bessere Leistungen erzielt werden sollten als das bei den bisher bekannt gewordenen Zehnfach-Zooms der Fall war.

DD215639 Jena Tevidon 2/15-150

Dabei mußte große Aufmerksamkeit auf die Farbkorrektur gelegt werden, insbesondere auf das Anwachsen des sekundären Spektrums in den längeren Brennweiten. In den vorderen Wirkungsgruppen wurde dazu das neue Lanthan-Schwerkron LaSK3 eingesetzt, das mit seinen abweichenden Teildispersionen gute Voraussetzungen dafür mit sich brachte. Des weiteren wurde im Kittglied des Grundobjektives extrem niedrig dispergierendes Glas eingesetzt. Die Patentschrift enthält zwei Konstruktionsvarianten, die sich im wesentlichen im Glaseinsatz an dieser Stelle unterscheiden. Dort wurde entweder eine Linse aus Flußspat, oder aus einem flußspatähnlichen Glas eingesetzt (das offenbar mittlerweile in der DDR gefertigt wurde; ähnlich PK52).

Zeiss Tevidon 2/15-150 mm
Vario-Tevidon 2/15-150 mm

Diese beiden Holzkoffer geben uns einen Eindruck davon, welch monströse Gerätschaften diese Vario-Tevidone 2/15-150 mm gewesen sind [Bild: Stig Berthelsen]. Das linke Exemplar hat eine Motorsteuerung für Entfernung, Blendenöffnung und Brennweite, hergestellt vom VEB Studiotechnik Berlin.

DD215639 Tevidon 15-150 Bildfehler

Die der Patentschrift beigefügten Kurven der Kontrastübertragungsfunktion bei 20 Linien je Millimeter Ortsfrequenz lassen lassen erkennen, daß Harald Maenz angesichts des großen Brennweitenbereichs ein für die damalige Zeit außergewöhnlich gutes, sehr ausgewogenes Zoomobjektiv geschaffen hatte. Auch die darunter angegebene Kurve für den sogenannten Geometriefehler läßt erkennen, daß sich nach dem Verlassen des Weitwinkelbereichs die Verzeichnung auf einen niedrigen konstanten Wert einpendelt. Das ist eine wichtige Eigenschaft bei Video- und Filmaufnahmen, wo geometrische Veränderungen beim Durchfahren des Zoombereichs besonders störend auffallen. Dieses Vario-Tevidon 2/15-150 mm dürfte damit dem damaligen Qualitätsniveau der 1-Zoll-Fernsehtechnik deutlich voraus gewesen sein.

2.10 Tevidon 0,95/25 mm

Bleibt noch zu erwähnen, daß Harald Maenz im Jahre 1987 noch ein Objektiv für die Tevidon-Reihe mit der Öffnung 1:0,95 entwickelt hatte, das mit seinen neun Linsen in sechs Gruppen sehr aufwendig gebaut war. Ziel war eine möglichst hohe Bildleistung zu erreichen und die Blendendifferenz, also das wandern des schärfsten Bildkerns entlang der optischen Achse beim Abblenden, auf einen Wert unter 0,3 Prozent der Brennweite zu begrenzen.

DD269693 Tevidon 0,95

Die nach diesem Patent DD269.693 vom 29. Dezember 1987 erstellte Abbildung oben zeigt, daß Maenz umfassend moderne Lanthan-Flint- und Lanthan-Schwerkron-Gläser eingesetzt hat. Dieses hochwertige Objektiv ging jedoch offenbar nicht mehr in die Serienfertigung.

Zeiss Tevidon Datenblatt

Oben eine Aufstellung aller Typen und der zugehörigen optischen und mechanischen Daten inkl. der unterschiedlichen Bildwinkelausnutzungen, wenn die Tevidone an Bildaufnahmeröhren der kleineren Formate verwendet wurden, wie sie international gebräuchlich waren. Die Masseangaben beziehen sich wohl ausschließlich auf Versionen mit Alu-Fassungen. Diejenigen aus Messing sind auffallend schwerer.

Tevidon-Broschüre
Tevidon-Broschüre
Tevidon-Broschüre
Tevidon-Broschüre

Oben: Ein Prospekt speziell zu den Tevidon-Objektiven, der allerdings nicht von Zeiss Jena, sondern vom VEB Studiotechnik Berlin herausgegeben wurde.


Unten: Ein Auszug aus einem RFT-Katalog zum Gesamtgebiet der elektrischen Fernbeobachtungstechnik aus dem Jahre 1973. Neben der Fernsehkamera FK20 und der oben bereits erwähnten TFK 500 ist auch ein Farbaufnahmesystem FFBA 2 mit der mit der auf Farbteilung basierenden Kamera FFIK 2 beschrieben. Letztere wurde damals serienmäßig mit einem Zoom 3,7/24-180 mm von Taylor & Hobson ausgestattet.

RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Farbkamera FFIK 2

Zum Abschluß noch etwas zum schmunzeln. Im Werk für Fernsehelektronik wurden zwar komplizierte technische Geräte im Wert von vielen tausend DDR-Mark hergestellt, aber was auf gar keinen Fall wegkommen durfte, das war die Umverpackung der Röhre bestehend aus ein paar Gramm Schaumpolystyrol. In der DDR herrschte halt immer an irgend einer Ecke Knappheit. :)

Ich danke Sebastian Philipp Manke, der diesen Artikel möglich gemacht hat sowie dem Diplom-Mathematiker Günther Benedix für die Bereitstellung der Optik-Datenblätter

Marco Kröger 2020


letzte Änderung: 23. Januar 2026