Altix

Altix

Die Kleinbildkamera für den Einsteiger bis zum anspruchsvollen Photoamateur

Über diese Kameras gibt es wiederum gut bebilderte Internetseiten, die auf die genaue Modellfolge dieses Typs eingehen. Es ist also unsinnig, diese Aspekte hier zu wiederholen. Erwähnt werden sollte die Altix aber dennoch, denn bei ihr handelt es sich um die zeitweilig beliebteste Amateurkamera der DDR. Für Viele war sie der Einstieg in die ernsthafte Amateurphotographie, denn insbesondere die Modelle mit Wechselobjektiven erlaubten schon eine ziemlich weitgreifende Bildgestaltung. Den phototechnisch Interessierten fasziniert natürlich die technische Evolution dieser Kamera, die paradigmatisch für den generellen Wandel im Kameraubau in der Mitte des 20. Jahrhunderts hergenommen werden kann. Die ersten Modelle – vor dem Kriege und nach 1945 – waren nämlich noch reine Blechkonstruktionen; gestanztes, umgeformtes und anschließend miteinander vernietetes oder verschraubtes Messingblech.   

Nach dem Kriege wurde die bisherige Altix überarbeitet. Zunächst blieb es bei dem quadratischen Bildformat 24 x 24 mm. Anfänglich wurden offenbar alle möglichen noch vorhandenen oder auf irgendeine Weise neu beschaffbaren Objektiv-Verschluß-Kombinationen verbaut. Noch war Deutschland nicht getrennt; nur in Sektroren aufgeteilt. Daher Münchner Verschlüsse und Münchner Objektive in der zierlichen Kleinbildkamera aus Dresden. Schon mit der Währungsreform vom Sommer 1948; spätestens aber mit Gründung der beiden deutschen Staaten änderte sich dieses Gefüge nachhaltig. Über lange Zeit hinweg etablierte Versorgungsstränge rissen ab. Die DDR-Kameraindustrie mußte sich nun mit solchen Schlüsselbaugruppen selbst versorgen. Bei der unten abgebildeten Altix ist daher auch schon eine deutliche "Standardisierung" zu verzeichnen. Der hier verbaute einfache Selbstspannnverschluß bot zwar nicht viele Verschlußzeiten, vereinfachte aber die Bedienung gegenüber den Compur-, Prontor- oder Cludor-Verschlüssen, die nach dem Filmtransport stets noch gesondert zu spannen waren. Automatisch spannende Kleinbildkameras mit Zentralverschluß kamen damals gerade erst so richtig auf. Bei der Altix wurde dieses Merkmal erst mit dem Modell "n" ab 1958 eingeführt.


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Das hat übrigens einen ganz einfachen Grund: Stanz- und Umformteile waren zwar durch die vielen Arbeitsschritte und dem dazwischenliegenden Werkzeugwechsel aufwendig herzustellen; aber auch kleine Betriebe beherrschten diese Technologie. Für Teile aus Aluminium-Druckguß mußten dagegen meist Spezialfimen beaufragt werden. Eine dieser Firmen befand sich beispielsweise in Berlin-Weißensee. Dort wurden nachweislich die Grundkörper der Meister-Korelle hergestellt. Nach dem was ich bisher herausgefunden habe, deutet aber vieles darauf hin, daß dieser Betrieb lange noch die Chassis so mancher Dresdner Kamera zugeliefert hat.

Altix Gehäuse

Bei den "mittleren" Modellen (hier eine Altix V) ist bereits eine gemischte Bauweise erkennbar: An einem Aluminium-Spritzgußteil, das vorn die Anbaufläche für den Verschluß trägt und hinten die Filmbahn, ist das eigentliche Kameragehäuse angeschraubt, das nach wie vor eine reine Blechkonstruktion ist. Auf dem Bild unten wird dies noch einmal aus rückwärtiger Sicht deutlich erkennbar. Nur der innere Träger mit der eingravierten Seriennummer ist mittlerweile aus Aluminium. Mit dieser Bauweise blieb der Altix auch eine vollständig zu öffnende Rückwand versagt, die das unbequeme Filmeinlegen von unten erspart hätte. Das war erst mit der vollständigen Neukonstruktion von 1958 machbar. Gut zu sehen auf diesem Bild ist auch der Filmschaltmechanismus, bei dem der Transportknopf durch eine Sperrklinke festgesetzt wird, nachdem eine Bildlänge transportiert worden ist.

Altix Rückseite

Oben: Immer dann, wenn Exporterlöse aus westlichen Ländern in Aussicht standen, dann durften auch Devisen für Westimporte ausgegeben werden. Denn mit dem etwas besser ausgestatteten Prontor SVS hatte die Altix wiederum bessere Exportchancen. Also gab es vereinzelt auch eine solche Variante.


Unten: Nachdem im ersten Halbjahr 1957 der VEB Zeiss Ikon zerschlagen und der Stehbild-Sektor dieses Betriebes übergangsweise dem VEB Kamera-Werke Niedersedlitz unterstellt worden war, prangte paradoxerweise das KW-Logo einige Monate auf dem Tempor-Verschluß. Und das obwohl dieser Verschluß eindeutig eine Zeiss Ikon Entwicklung war und die Kamera-Werke mit Zentralverschlüssen schlichtweg nichts am Hut hatten. Doch das ist nur eine Widerspiegelung des damaligen strukturellen Durcheinanders im Dresdner Kamerabau, das nach meinem bisherigen Kenntnisstand hauptsächlich dadurch ausgelöst wurde, daß der VEB Zeiss Ikon offenbar ab Jahresmitte 1956 unter der ernsthaften Gefahr stand, alle seine in der Bundesrepublik angemeldeten Patente an Zeiss Ikon Stuttgart zu verlieren. Mit der damaligen westdeutschen Doktin des Alleinvertretungsanspruches wäre das schlichtweg darauf hinausgelaufen, daß die DDR-Kamerabauindustrie auf internationaler Ebene grundlegende Schutzrechtsansprüche eingebüßt hätte. Im zweiten Halbjahr 1956 wurden daraufhin in massiver Form Patente und Patentanmeldungen auf diverse andere DDR-Kamerabetriebe oder westdeutsche Alibi-Firmen umgeschrieben. Hergestellt wurde der Tempor freilich die ganze Zeit im Ernemannbau in Striesen. Spätestens mit Gründung der Kamera- und Kinowerke zum 1. Januar 1959 wurde das KW-Logo daher sinnhafter Weise durch den Ernemannturm ersetzt.

Altix V

Der Aluminiumdruckguß bot nun das Potential, den Photogerätebau auf ein viel höheres Niveau zu heben. Der Kameragrundkörper an sich stellte nun die tragende Struktur dar, an der alle möglichen Anbauteile befestigt werden konnten. Entfernt vergleichbar ist das mit einem Kraftfahrzeug in Rahmenbauweise, auf das problemlos die verschiedensten Karosserien aufgesetzt werden können. Bei selbstragenden Konstruktionen – sinngemäß also auch bei unserer aus einzelnen Blechteilen zusammengesetzten Altix – ist diese Vorgehensweise deutlich eingeschränkt. Mit einem Kameragrundkörper aus Aluguß konnten nun Präzisionsanforderungen erfüllt werden, die den Einsatz hoch auskorrigierter Objektive wie dem Zeiss Tessar überhaupt erst sinnvoll werden ließ.

Altix nb

Auf der Basis eines solchen Druckgußköpers waren aber auch viel leichter Modifikationen möglich. So gab es, wie oben zu sehen ist, die Altix n mit einem Belichtungsmesser, der erst die links zu sehende Formgebung hatte. Später wurde auch diese Belichtungsmesser-Variante der Altix auf den praktischen Leuchtrahmensucher umgestellt, weshalb der Belichtungsmesser, um genügend Platz für die Leuchtrahmen-Beleuchtung zu schaffen, in die Deckkappe integriert und etwas nach rechts verschoben wurde. Falls dazu überhaupt Änderungen am Grundkörper der Kamera nötig wurden, so fertigte man einfach eine geringfügig abgewandelte Gußform an. Ansonsten änderten sich nur die Anbauteile. Das war fertigungstechnisch ziemlich modern für so eine kleine Firma.


Eines bekam man aber nicht mehr hin: Einen mit der Scharfstellung gekuppelten Meßsucher. Hierzu hätte das Konzept dieser Kamera nachträglich neu aufgestellt und auch die Wechselobjektive hätten neu eingerichtet werden müssen. Das war zu aufwendig. Auch hätte der Stößel, der den Metertrieb mit dem Meßsucher verbindet, irgendwo durch den "von der Stange" gefertigten Tempor Zentralverschluß geführt werden müssen. All das wollte die zusammengelegte Konstruktionsabteilung der Kamera- und Kinowerke offenbar nicht mehr leisten. Es gibt zwar diesbezügliche Musterkameras und auch der Kameragrundkörper war für den Einbau des Entfernungsmessers offenbar bereits eingerichtet, aber eine Serienproduktion fand nicht statt. Meyer-Optik und Zeiss Jena hätten zudem ihre Objektive völlig anders aufbauen müssen, um zu einem einheitlichen Hub der Entfernungsmesser-Ansteuerung zu gelangen. Die ausgesprochen günstigen Preise für das Trioplan 2,9/50 und das Tessar 2,8/50 mit 49,- bzw. 71,- Mark wären keinesfalls zu halten gewesen; von den Wechselobjektiven ganz zu schweigen.


Mir fällt diesbezüglich ein Beispiel aus der bundesdeutschen Kameraindustrie ein, nämlich die "Diax-Reihe" von Voss, bei der die Probleme ganz ähnlich gelagert waren, wie bei der Altix. Um Konkurrenzfähig zu bleiben, hat der Hersteller dieser Sucherkameras in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre nämlich ein modernes Modell mit Wechselobjektiven und gekuppeltem Meßsucher entwickelt (Diax IIb). Wenn man diese Kamera im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen genau studiert, fallen einem umgehend etliche konstruktive Schwierigkeiten ins Auge, die bei der Altix in ganz ähnlicher Form zutage getreten wären. Die Kamera- und Kinowerke, zu den der ehemalige Altissa-Betrieb numehr gehörte, wollten diesen Totalumbau offensichtlich nicht mehr in Angriff nehmen. Damit war Anfang der 60er Jahre das Konzept der Sucherkamera mit Wechselobjektiven im Dresdner Kamerabau ad acta gelegt. Ein paar Jahre später folgte auch die Eisfelder Werra diesem Schicksal. Das Zeitalter der Einäugigen Reflexkamera war angebrochen.

Seltenes Bildmaterial aus der Produktion der Altix. Anlaß war der Ausstoß der hunderttausendsten Kamera. Das genaue Datum ist nicht mehr bezifferbar, nur daß die Pressephotographen Erich Höhne und Erich Pohl die Urheber gewesen sind [Bildquelle: Deutsche Fotothek].




Weshalb diese weiterentwickelten Kameras nie erschienen und die gesamte Altix-Reihe alsbald eingestellt wurde, könnte neben den oben genannten technischen auch rein ökonomische Gründe gehabt haben. Die Altix könnte nämlich ein „Opfer“ der drastischen Preissenkung im Photohandel vom Mai 1960 geworden sein, die dazu geführt haben mag, daß sich weder Weiterproduktion noch gar Weiterentwicklung dieser Kamera wirtschaftlich gelohnt haben. Auch bei der Altix waren die Kamerapreise inkl. Normalobjektiv mit Werten zwischen 11 und 16 Prozent deutlich zurückgedrückt worden. Bei solch einem einfachen Amateurgerät, das ohnehin keine allzu große Gewinnspanne erwarten läßt, war eine derartiger Einschnitt schon weitgreifend. In den Kamera- und Kinowerken, die ja nicht zuletzt aufgrund von wirtschaftlichen Problemen der gesamten Kameraindustrie gegründet wurden, wobei offenbar der Druck zum Zusammenschluß "von ganz hoch droben" kam, mußte numehr mit sehr spitzem Bleistift gerechnet werden. Ausführlicher gehe ich auf diesen bislang völlig unbeachteten Aspekt und dessen Auswirkungen auf den Dresdner Photogerätebau in einem kleinen Aufsatz ein, den ich in Bezug zu den staatlich festgelegten Endverbraucherpreisen im DDR-Photohandel geschrieben habe.

Auch wenn dieses Einfügen eines Meßsuchers nicht mehr geklappt hat, so war dennoch die mechanische Weiterentwicklung der Altix, die in den letzten Tagen des noch selbständigen Altissa-Werkes in Angriff genommen wurde, sehr bemerkenswert und vielversprechend. Das Neue an dieser Altix-n war ja, neben dem Umstieg auf den Aludruckguß und die damit einhergehende moderne äußere Formgestaltung, daß der mechanische Grundaufbau dieser Kamera vollständig überarbeitet wurde. Dessen rein äußerliches Anzeichen war wiederum, daß der bisherige Filmtransportknopf der Altix V nun durch einen Schnellspannhebel ersetzt wurde. Dazu mußte das Prinzip des Filmtransports bei dieser Kamera aber gänzlich abgewandelt werden. Bislang wurde der Film direkt durch die auf der Welle des Transportknopfes sitzende Filmspule weiterbewegt. Das in die Perforation eingreifende Zahnrad hatte lediglich die Aufgabe, die bewegte Filmlänge abzutasten. War eine Bildlänge, also acht Perforationslöcher entsprechend 38mm Film, transportiert, wurde der Transportknopf durch das Einfallen einer Sperrklinke gestoppt. Bei der Altix-n wurde dieses Prinzip dahingehend aufgegeben, daß der eigentliche Filmtransport nun durch eine Zahnrolle bewerkstelligt wurde, die doppelt ausgeführt war und damit in beide Perforationsreihen eingriff. Demgegenüber war die Aufwickelspule nun mit einer Friktion ("Rutschkupplung") versehen, die den Film mit einem ausreichenden Bandzug – aber eben deutlich weniger straff als zuvor! – aufwickelte. Nach diesem Verfahren erbeitete schon Barnacks Leica und es hatte sich seitdem als deutlich vorteilhafter erwiesen. Durch die viel geringere Beanspruchung des Films beim Aufwickeln und den dadurch herabgesetzten Windungsreibungen ist die Neigung zum Verschrammen der Filmoberflächen viel geringer.


Zweitens wurde die Altix-n durch diesen Umbau auch deshalb auf ein gänzlich anderes Niveau gehoben, weil ebenjener verbesserte Filmtransport nun außerdem mit dem Verschlußaufzug gekoppelt wurde. Eine solche für den Kameranutzer ungemein nützliche Weiterentwicklung stellt den Kamerakonstrukteur aber vor ganz besondere technische Schwierigkeiten. Um diese Kupplung zu erreichen, müssen im Normalfall nämlich die Drehbewegungen des Filmtransportes in irgendeiner Form in eine Schwenkbewegung des Spannhebels des Zentralverschlusses umgewandelt werden. Bei der Werra hatte man den umgekehrten Weg eingeschlagen: Die Schwenkbewegung des Verschlußspannhebels wurde durch eine Zahnstange zusätzlich in eine Drehbewegung der Zahntrommel des Filmtransportes umgewandelt. Bei der Altix-n ist zwar auch eine Zahnstange vorhanden, aber diese funktioniert nach dem oben zuerst beschriebenen Prinzip: Der Spannvorgang wird aus dem Filmtransport abgeleitet, indem die zugehörige Drehbewegung in eine hin- und hergehende Bewegung eines Mitnehmers umgesetzt wird, die den Verschlußspannhebel erst antreibt um auf dem Rückweg anschließend dessen Ablaufweg sofort wieder freizugeben. Der dazu entwickelte Mechanismus wurde vom Altissa Kamerawerk am 24. April 1958 im französischen Patent Nr. 1.205.575 geschützt.

FR1205575 Altix n
FR1205575 Altix n
FR1205575 Altix n
Altix-n Innenaufbau

Oben sieht man, wie der in Figur 4 gezeigte Zahnstangenmechanismus in der Kamera aussieht.



Als wirklich belastbarer Anhaltspunkt für den tatsächlichen Endpunkt der Altix-Produktion kann hergenommen werden, daß lt. Thiele im Dezember 1960 die Fertigung der letzten 5000 Tessare 2,8/50 für diese Kamera begonnen wurde. Daraus kann man auf ein Auslaufen dieser Reihe im Jahr 1961 schließen. Daß diese Einstellung doch recht abrupt beschlossen wurde, könnte man daraus schließen, daß noch 1959/1960 unter der Ägide der Kamera- und Kinowerke erste Schritte für eine umfassende Weiterentwicklung dieser Kamera in Angriff genommen wurden. Wie oben schon bei den Modellen mit Belichtungsmessern gezeigt, wurde auch das Grundmodell Altix-n noch mit einem Leuchtrahmensucher ausgestattet. Deutlich ist die kleine Plastikmattscheibe auf der Deckkappe sichtbar.

Altix-n 2. Version
Altix-n erste Version

Übrigens hätte diese überarbeitete Altix-n mit dem Leuchtrahmensucher eigentlich Altix nL heißen sollen. Jedenfalls ist sie unter dieser Bezeichnung im Sachnummernverzeichnis des DDR-Photogerätebaus (Nr. 122 009) aufgelistet. Wie man oben an dem sehr späten Prospekt erkennt, wurde diese Umbenennung aber nicht offiziell durchgesetzt und auch nicht auf die Deckkappe graviert. Auch beim Modell mit Belichtungsmesser, das im Sachnummernverzeichnis mit Altix nbL (Nr. 123 009) angegeben ist, wurde der Name in der Praxis nicht verändert. Für die Ersatzteilversorgung der Werkstätten waren diese Unterscheidungen natürlich von äußerster Wichtigkeit!


Mittlerweile kann ich übrigens noch eine weitere in Vergessenheit geratene Produktbezeichnung nachreichen: Aufgrund einer Liste in Johannes Steiners Fotojahrbuch 1959 auf Seite 325 kann man erkennen, daß die Altix mit Meßsucher nicht nur tatsächlich fest im Lieferprogramm eingeplant war, sondern daß auch bereits ein eigener Name festgelegt worden war. Die Kamera mit Entfernungsmesser hätte Altix-n e gehießen, dasjenige Modell mit zusätzlichem Belichtungsmesser Altix-n be.


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Altix Tempor-Verschlüsse

Neben der mangelnden Weiterentwicklungsfähigkeit und der durch den Preisschnitt von 1960 nicht mehr lohnenden Produktion könnte es noch einen dritten Grund gegeben haben, weshalb die beliebte Altix-Reihe kurz nach ihrer aufwendigen Modernisierung doch recht abrupt eingestellt wurde: Das Schlüsselprodukt Zentralverschluß nämlich. Der Tempor Spannverschluß war ursprünglich ein Erzeugnis des VEB Zeiss Ikon, um bei den hauseigenen Erconas von Westimporten wegzukommen. Er wurde aber auch anderen Kameraherstellern wie dem Certo-Werk zur Verfügung gestellt. Für die Altix gab es eine Sonderversion ohne hinteres Einschraubgewinde. Nachdem die ganzen Rollfilm-Faltkameras, für die der Tempor eigentlich gedacht war, wegen der eingebrochenen Nachfrage nach ihnen eingestellt worden waren, blieben die Altissa-Werke quasi als einziger Nachfrager nach diesem Typus übrig. lch kann mir gut vorstellen, daß die Kamera- und Kinowerke von diesem aufwendig zu fertigenden Zentralverschluß loskommen wollten.


Obwohl die Altix-Reihe eigentlich schon eingestellt worden war, brachte Meyer-Optik Görlitz für diesen Anschluß noch das Lydith 3,5/30mm heraus. Wenig bekannt ist, daß es auch einen Wechseladapter mit Altix-Bajonett für die neuen Teleobjektive Orestor 2,8/135 und Orestegor 4/200 gab. Wie sinnvoll es war, diese sehr langen Brennweiten ohne Scharfstellhilfe an die Altix anzusetzen, will ich freilich dahingestellt lassen.

Orestegor 4/200 Altix

Marco Kröger


letzte Änderung: 02. 02. 2020