zeissikonveb.de
Phototechnik aus Jena, Dresden und Görlitz
.jpg?etag=W%2F%2224d41a-60f52dc9%22&sourceContentType=image%2Fjpeg&ignoreAspectRatio&resize=1049%2B62&quality=85)
Normalobjektive
Auf diesen Seiten finden Sie Objektive aus der Gruppe der Standard- bzw. Normalobjektive.
Der Begriff Standardobjektiv bezieht sich darauf, daß Kameras mit Wechseloptik standardmäßig mit diesen Objektiven ausgerüstet werden und in den Verkauf gelangen. Der technisch exaktere Ausdruck Normalobjektiv verweist hingegen auf die sogenannte Normalbrennweite, die in etwa so lang ist, wie die Diagonale des zugrundegelegten Aufnahmeformates. Auch wenn dies keine sehr strikte Einteilung ist, so haben sich doch bestimmte Objektivtypen herausgebildet, die besonders gut für genau diesen Einsatzzweck geeignet sind und die dabei Bildwinkel zwischen etwa 40 und 60 Grad mit sehr hoher Leistung abdecken. Ein gutes Beispiel dafür ist das Tessar. Bei anderen Objektivbauformen ist diese Zuweisung zur Gruppe der Normalobjektive weniger eindeutig. So ist zwar auch das Sonnar ursprünglich als Normalbrennweite entwickelt worden, es hat aber später seine größten Erfolge in Form von mittleren Telebrennweiten erlebt, was für die große Wandlungsfähigkeit dieses Objektivtyps spricht.
Planplatten im konvergierten Strahlengang
oder
weshalb Sie mit der Digitalkamera oftmals die volle Leistung ihrer alten Objektive nicht ausnutzen können

Anhand der obigen Zeichnung hat uns Dr. Willy Merté schon vor 100 Jahren zu erklären versucht, weshalb es problematisch werden kann, wenn wir ältere Objektive an unseren digitalen Kameras verwenden wollen. Dazu muß man wissen, daß vor den vielen Millionen Photoelementen, die zusammen den Bildsensor unserer Digitalkamera bilden, zum Teil mehrere miteinander verkittete Filterscheiben von oftmals erstaunlicher Gesamtdicke angebracht sind. Eine der Aufgaben dieser Filterscheiben liegt unter anderem darin, die infraroten Spektralanteile aus dem Licht herauszufiltern, weil Silizium-Fotoelemente (im Gegensatz zu herkömmlichen photographischen Emulsionen) bis weit in den Infrarotbereich hinein empfindlich sind. Selbst wenn Sie eine Kamera besitzen, bei der die Dicke dieser Filter so weit wie möglich reduziert wurde, ist vor dem eigentlichen Bildsensor immer noch eine Schutzscheibe vorgeschaltet. Egal wie wir es drehen und wenden: Diese Filter- und Schutzscheiben wirken wie eine in den Strahlengang eingebrachte planparallele Platte. Dem Objektiv vorgesetzt, wirkt sich eine solche Planplatte kaum aus. Wie aus Abbildung 122 hervorgeht, kommt es besonders bei Weitwinkelobjektiven allenfalls zu minimalen Verzerrungen bei den sehr schräg einfallenden Teilen des Strahlenbündels. Wird eine solche Planplatte jedoch im Bereich der konvergierenden Strahlenbündel (also hinter dem Objektiv) eingeschaltet, dann führt dies dazu, daß die Korrektur des Kugelgestaltsfehlers unseres Objektivs zerstört wird. Statt daß sich die Strahlen, wie es der Konstrukteur unseres Objektivs eigentlich berechnet hatte, in einem gemeinsamen Bildpunkt vereinigen (rot gestrichelte Linien in Abb. 123), führt die Planplatte je nach ihrer Dicke und je nach den vorliegenden Brechzahlen zu einer ansehnlichen sphärischen Überkorrektur. In Achsennähe verlaufende Strahlen werden dabei nur um einen Betrag v hinter die ursprüngliche Bildebene versetzt, was sich noch durch eine einfache Vergrößerung der Bildweite (also Einstellung auf nähere Entfernung) ausgleichen ließe. Wir sehen aber: Je größer die Einfallshöhe der Strahlen gegenüber der optischen Achse ist – also je lichtstärker unser Objektiv ist bzw. je weiter wir dessen Blende öffnen – um so verheerender wirkt sich diese sphärische Überkorrektion aus – also um so verwischter ist der Bildkern, der durch diejenigen Lichtstrahlen erzeugt wird, die die Randbereiche unseres Objektives durchlaufen. Gerade lichtstarke Objektive müssen deshalb in einem gewissen Umfange auf das Kamerasystem abgestimmt sein, wenn insbesondere auf hochauflösenden Sensoren eine hohe Bildschärfe erzielt werden soll. Umgekehrt sorgen die resultierenden sphärischen Zonen dafür, daß ein eigentlich gut korrigiertes älteres Objektiv beim Einsatz an einer bestimmten Digitalkamera wie ein Weichzeichner erscheinen kann.

Yves Strobelt, Zwickau
zeissikonveb@web.de

Wir bitten, von Reparaturanfragen abzusehen. Auch geben wir keine Anleitungen zum Nachbau der hier gezeigten Geräte. Die Seiten zur historischen Entwicklung der Phototechnik geben den derzeitigen Stand der Erkenntnis wieder, der ggf. ergänzt und erweitert wird, wenn neues Wissen hinzukommt. In letzter Zeit erreichen uns vermehrt Zuschriften von Lesern, die NOCH MEHR Informationen von uns fordern, weil sie die für ihre eigene Webseite oder ihr Video benötigen. Bitte geben Sie sich mit dem zufrieden, was Sie bei uns finden. Diese Seite ist für alle kostenfrei einsehbar. Wir erlauben grundsätzlich keine Verwertung der hier gegebenen Informationen für kommerzielle Zwecke!