Boxkameras

Weitere Boxkameras

Diese einfachste aller Kamerabauformen sollte man nicht minderachten, denn sie waren oftmals der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Photohobbys. Und weil sie in großen Stückzahlen möglichst preiswert herstellbar sein sollten, sind sie nicht einmal technikgeschichtlich uninteressant.

Altissa - Box

Wäre der Vollständigkeit halber noch diese diese einfache Blechkamera vom Altissa-Kamerawerk zu erwähnen. Dieser Hersteller ist heute eher für seine Altix bekannt ist. Man sieht ihr noch gut an, woher der Ursprung der Bezeichnung "Box" für diese Art der Photoapparate kam. Emil Hofert ("EHO") hatte um 1930 mit diesen einfachen Kameras angefangen. Unter Berthold Altmann wurde Mitte der 30er Jahre vom 6x9- auf das quadratische 6x6-Format gewechselt, das eine deutlich kompaktere Bauform zuließ. Altmann verließ 1950 oder 1951 die DDR und sein Betrieb wurde enteignet. Er arbeitete später für "Montanus - Camerabau, Potthoff & Co" in Solingen. Mit dem auf der Leipziger Herbstmesse 1954 vorgestellten Modell [Vgl. Fotografie, 10/1954, S. 230/232] wurde die Vorkriegskonstruktion umfassend modernisiert und die Altissa-Box erhielt praktische Drehknöpfe zur Einstellung des Verschlusses und der Blende. Mit dem Überangebot an einfachen Boxkameras ab Mitte der 50er Jahre trat die recht altmodische Altissa-Box jedoch rasch in den Hintergrund. Da half auch ihr günstiger Preis von 25 Mark 50 nichts.

Bild: Benjamin Kotter

Beirette gif

Die modernste Form der Boxkamera war übrigens die Pouva Start bzw. Beirette SL100 für die ORWO Schnelladekassette. Die Überblendung bringt einen direkten Vergleich zum Spitzenmodell dieser Reihe, der SL400 mit Belichtungsmesser.

Marco Kröger/Yves Strobelt


letzte Änderung: 13. Januar 2022