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Wechselobjektive der 1950er

Hier einige Wechselobjektive aus der Ära der glänzenden Alufassungen.

Wechselobjektive 1950er Jahre

Umbenennung umgekehrt!

 

Keine große Neuigkeit für Freunde von Zeiss-Photoobjektiven dürfte sein, daß seit Mitte der 50er Jahre diejenigen Objektive, die für die Westmärkte gedacht waren, neu benannt worden sind. „Carl Zeiss Jena“ wurde zu „Jena“ oder „aus Jena“; Biotare zu „Jena B“, Tessare zu „Jena T“, Sonnare zu „Jena S“, usw. Auch ist bekannt, daß für diese Objektive oftmals neue Vorschraubringe gefertigt wurden, die die „entschärften“ Bezeichnungen trugen und über die vorhandenen Gravuren geschraubt wurden. Nur durch solcherlei Maßnahmen konnte die Exportfähigkeit dieser Produkte aufrechterhalten werden.

Um so verblüffender ist dieser Fall. Das hier gezeigte „Jena B“ ist nämlich Teil einer „Pentacon“ – also der Exportvariante der Contax D. Dieses Kunstwort aus „Pentaprisma Contax“ war ja eingeführt worden, damit der VEB Zeiss Ikon Dresden – dem ebenfalls auf den Westmärkten die Namensrechte strittig gemacht wurden – seine Kamera noch exportieren konnte. Allerdings büßte diese Kamera aus verschiedenen Gründen ab Mitte der 50er Jahre stark an Nachfrage ein, weshalb die Contax D nun auch unter diesem Exportnamen in der DDR verkauft wurde. In der Mangelwirtschaft nahm man das gesteigerte Angebot dankbar auf, obgleich die Spiegelcontax auch hier aufgrund von Zuverlässigkeitsproblemen einen schlechten Ruf innhatte und zudem noch sündhaft teuer war. Das Erstaunliche liegt nun darin, daß für genau diesen Fall des Inlandsverkaufs ein Vorschraubring mit dem vollen Namen des Herstellers und des Objektivtyps ergänzt wurde – also genau andersrum als üblich. Beibehalten wurde hingegen die Praxis, daß mit dem neuen Ring auch eine neue Seriennummer vergeben wurde. Die Originalnummer verweist auf eine Serie von 3000 Biotaren, deren Endfertigung im Januar 1956 begonnen wurde. Die neue Nummer ist in einer Gruppe von 6000 Biotaren zu finden, bei denen „im Thiele“ der Vermerk „Beleg fehlt“ angegeben ist. Das scheint bei den Doppelnummerierungen die Regel zu sein. Offenbar gibt es einige zehntausende Zeissobjektive aus den 50ern, die doppelte Nummern bekommen haben, obgleich das Objektiv nur einmal existiert!