Projektoren

 

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Projektionsgeräte

Pentacon DB1

Zunächst zeige ich keinen Projektor, sondern ein Betrachtungsgerät für Diapositive, denn "jeder Diavorführung geht eine sorgfältige Auswahl der Dias voraus". So jedenfalls beginnt die Anleitung des Pentacon DB1. Von diesem einfachen Gerät müssen zwischen 1969 und 1989 Zehn- vielleicht sogar Hundertausende hergestellt worden sein, denn es war sehr weit verbreitet und taucht im Osten mittlerweile bei so mancher Haushaltsauflösung auf. Mit 32,- Mark für das batterie- und 35,- Mark für das netzgespeiste Exemplar war es zudem für jedermann erschwinglich.

 

Zum Kuriosum gerät freilich, daß das simple Funktionsprinzip dieses Betrachters, der fast vollständig aus einfachen Plast-Spritzteilen besteht, doch tatsächlich Ende der 60er Jahre patentiert worden ist; und zwar sowohl in der DDR [Nr. 64.588 vom 22. Dezember 1967] als auch in der Bundesrepublik [Nr. 1.284.654 vom 8. Januar 1968]. Wenigstens ermöglicht diese Patentüberlieferung, daß wir heute noch die Urheber dieses Fabrikates benennen können: Erich Korf und Rudolf Hainy.

Pentacon DB1
DD64.588

Mikrolux, Dresden

 

 

Die Projektoren dieses Herstellers zeigen uns, mit welch bescheidenen Mitteln man kurz nach dem Zweiten Weltkrieg versucht hat, wieder eine Konsumgüterproduktion anlaufen zu lassen. Stahlblech oder Aluminium waren schwer zu beschaffen. Aber die durch die faschistischen Autarkiebestrebungen ("Heimstoffe") hochgezüchtete Chemieindustrie war offenbar in der Lage, gleich nach dem Kriege wieder größere Mengen an Phenolharzen bereitzustellen. Diesen Grundstoff für unter Druck und Wärmezufuhr aushärtende Preßmasse gab es jedenfalls in der Sowjetischen Besatzungszone der späten 40er Jahre rasch wieder – und offenbar in so großen Mengen, daß auch Produktneuentwicklungen auf diesem Material fußen konnten. Photofreunde denken da natürlich an Karl Pouva, Automobilisten eher an Karosserieteile eines bekannten Kleinwagens. Und weil Phenoplaste (anders als Thermoplaste) sehr gut stärkere Erhitzung vertragen, konnte Bernhard Pietruchas Dresdner Firma Mikrolux daraus sogar Gehäuse für Projektoren bauen. Diese haben überdies den großen Vorteil gegenüber Stahlblech oder Aluminiumguß, daß sie die Wärme schlecht(er) leiten und man sich nicht die Finger am Gehäuse verbrennt. Durch den Einsatz einer Niederspannungslampe mit ihrer kleinen Leuchtwendel war zudem die Lichtausbeute so gut, daß die Leistungsaufnahme auf 50 Watt begrenzt bleiben konnte, ohne daß der Lichtwurf für Heimprojektionszwecke zu dunkel ausfiel. Der größte Nachteil dieser Bauart dürfte freilich gewesen sein, daß man nun einen Transformator benötigte, der in der frühen DDR bestimmt stark kontingentiert war. Trafobleche und insbesondere Kupfer waren stets Mangelware – und zwar bis zum letzten Tag dieses kleinen Landes. Man beachte zudem, daß bei diesem frühen Gerät kein Kupferlackdraht zur Verfügung stand, sondern die Sekundärwicklung baumwollummantelt ist. Sowas würde heute jedem VDE-Prüfer die Haare zu Berge stehen lassen.

Ich finde ja das erste Modell des Mikrolux-Projektors ästhetisch sehr gelungen. Allerdings gab es ein Problem: Um das Bild auf der Leinwand ausrichten zu können, mußte man vorn unter die Füße irgendwelche Bücher oder Heftchen stapeln, um auf die nötige Höhe zu gelangen. Das zweite Modell hat daher einen Projektorkopf, der auf einem schlichten Holzbrett montiert ist, welches seinerseits mit einer Metallschraube stufenlos schräggestellt werden kann. Zudem ist der Transformator nun räumlich vom sich stark aufheizenden Projektorinnenraum getrennt. Das erspart im Ernstfall der Feuerwehr einen Einsatz. Bei diesem frühen Modell ist der Trafo noch durch ein Holzgehäuse geschützt, später kam hier Stahlblech zum Einsatz. Auch war das Projektionsobjektiv nunmehr entspiegelt. Im Gegensatz zu Karl Pouvas "Magica" war Bernhard Pietruchas Gerät ein vollwertiger Bildwerfer für die Heimprojektion eigener Diapositive oder der Color-Diaserien, die Mikrolux als fertige Bildbänder im Programm hatte und die im Zeitalter vor dem Fernsehen sehr beliebt gewesen sind.

Zeiss Kleinbildwerfer 375 W

 

 

„Das Ofenrohr“ – so lautete die wenig schmeichelhafte volkstümliche Bezeichnung dieses zugegebenermaßen nicht gerade ästhetischen Diaprojektors. Dabei versteckt sich hinter dem sehr konservativen Äußeren ein für damalige Verhältnisse sehr hochwertiges Projektionsgerät. Das liegt zum einen an dem genau berechneten Kondensorsystem, das die Lichtwurflampe bestmöglichst ausnutzt. Zweitens ist das ganze Gerät mechanisch sehr robust ausgeführt, sodaß das optische System nicht nur gut justiert werden kann, sondern diese Justage auch langfristig bestehen bleibt. Das war notwendig, weil dieser Projektor nicht dazu gedacht war, daß Onkel Maxe ein… zweimal im Jahr seine Urlaubsbilder auf das im Wohnzimmer aufgespannt Bettlaken projiziert, sondern für den professionellen Einsatz bei Vorträgen in größeren Sälen, an Instituten, in der Industrie und – dort hat er sich wohl den Spitznamen eingefangen – in Schulen und Universitäten. Der Geist eines Carl Zeiß („Macht mir die Montierung stark!“) war in Jena auch nach dem letzten Kriege noch allgegenwärtig.

Als Leuchtmittel war eine „Mittelspannungslampe“ 75 Volt/375 Watt vorgesehen. Diese galt in den 50er Jahren als Optimum, weil sie ein sehr kompaktes Lichtwendel ermöglichte, das trotzdem noch genug Platz ließ, um das vom Holspiegel zurückgeworfene virtuelle Bild der Glühwendel zwischen den eigentlichen Glühwendeln zu placieren. Außerdem blieben bei 75 Volt Betriebsspannung die durch die gesamte Apparatur fließenden Ströme in der Höhe von 5 Ampere in einem erträglichen Ausmaß. Denn eines muß man sich vor Augen führen: Eine vereinheitlichte Netzspannung gab es damals noch nicht. Auch gab es neben Wechselstrom- noch Gleichspannungsnetze. In letzteren kann man keine Transformatoren betreiben. Also mußte ein universell einsetzbarer Lichtbildwerfer damals mit 110 oder 220 Volt Netzspannungslampen versehen werden, wobei insbesondere diejenigen für 220 Volt aufgrund ihrer langen Leuchtwendel sehr ungünstige lichttechnische Kennwerte aufwiesen. Um die 375 Watt Lampe einsetzen zu können, mußte Zeiss Jena daher eine universelle Anpassung an die verschiedenen Stromsysteme vorsehen. Weil Transformatoren nicht infrage kamen, entschied man sich für einen Vorschaltwiderstand. Der setzt diesem an sich schon urigen Projektor aus heutiger Sicht noch die Krone auf.

Eine einfache Rechnung verdeutlicht, was ich damit meine. Um das Leuchtmittel voll ausnutzen zu können, müssen wie gesagt 5 Ampere fließen. Dann wird die Lampe bei 75 Volt mit 375 Watt belastet. In einem 110 Volt Stromnetz müssen die restlichen 35 Volt durch einen Widerstand „vernichtet“ (also in Wärme umgewandelt) werden. Multipliziert mit 5 Ampere ergibt das immerhin 175 Watt, mit dem dieser Widerstand belastet wird. In einem 220 Volt Stromnetz wird dieses Verhältnis noch viel krasser. Hier müssen im Vorschaltwiderstand 145 Volt vernichtet werden, was bei einem Strom von 5 Ampere 725 Watt Wärmeleistung entspricht. Der Vorschaltwiderstand wird also zu einem kleinen Heizkörper, der fast doppelt so viel Watt verkraften muß, wie die Lampe selbst. Lampe und Widerstand zusammengenommen setzen also 1,1 kW um. Unser Onkel Maxe hätte also aufhören können mit Kohlen nachlegen, wenn er mit diesem Gerät seine Dias geschaut hätte.

Für professionelle Einsätze spielte das freilich eine untergeordnete Rolle. Hier zählte nur eine möglichst helle Projektion. Und die verlangte nach einer Leuchtmittel-Kondensor-Kombination mit einem möglichst hohen Wirkungsgrad. Da war die Mittelspannungslampe eine ausgezeichnete Lösung. Andere Hersteller gingen den Weg, viel leistungsstärkere Lichtwurflampen mit 500; 750 oder gar 1000 Watt einzusetzen. Durch deren große Lichtwendeln war der Gesamtwirkungsgrad aber so ungünstig, daß am Ende auch nicht mehr Licht auf dem Bildschirm kam, als mit der 75 Volt Lampe und dem Vorschaltwiderstand. Vielmehr hatte man das Problem, daß die 1000 Watt auf engstem Raume innerhalb des Projektors hauptsächlich in Wärme umgesetzt wurden, wodurch dieser unerträglich heiß wurde. Da halfen auch eingebaute Lüfter wenig, zumal die meiste Wärme durch die enge Bündelung genau dahin gelenkt wurde, wo sie überhaupt nicht gebraucht wurde: auf das Diapositiv nämlich. Diese Projektoren waren daher als „Diatoaster“ verschrien. Wollte man Dias schonen, mußten mehrere Wärmeschutzfilter eingesetzt werden, die aber aufgrund ihrer leichten Eigenfärbung genau dasjenige Licht absorbierten, das man gerade durch die zusätzliche Lampenleistung gewonnen hatte. Ein Teufelskreis, der erst in den 60er Jahren mit den neuen Halogen-Lichtwurflampen durchbrochen werden konnte. Bis dahin war die Jenaer Lösung mit der relativ leistungsarmen Lampe und dem sehr „luftigen“, von direkter Wärmeleitung entkoppelten Kondensor, die bessere Lösung. Das System Lampenhaus-Kondensor-Objektiv ist unten zu sehen an einem nachträglich auf Halogen umgebauten Gerät.

Zur Entlüftung trug zudem der kaminartige Aufbau des Lampenhauses bei, der dem „Ofenrohr“ dieses unverwechselbare Aussehen verlieh. Durch den „Saugzug“ dieses Kamins konnte ohne Einsatz eines Lüfters die Wärme vom Lampenhaus wie von den zwei dünnen Wärmeschutzfiltern im Kondensor wirksam abgeführt werden. Man erkennt das gut an dem großen Lufteinlaß unter dem Kondensor.

Auf diesem Bild erkennt man auch die sehr stabile Objektivhalterung, in die verschiedene Wechselobjektive eingesteckt werden konnte. Ursprünglich waren das ein Triplet 2,8/100 und 2,8/140mm. Später kam noch ein 2,8/80 und ein 2/200mm hinzu. Die Dimensionierung der Objektivaufnahme war aber an dem Standard der Kinoprojektionsmaschinen angelehnt, sodaß auch etliche Kipronare und Prokinare adaptiert werden konnten.

Auf der obigen Abbildung ist im Vordergrund noch ein weiteres Detail erkennbar, nämlich das Prisma und der zugehörige Prismenhalter für das Zeiss Stereosystem. Carl Zeiss Jena hatte ja in den 50er Jahren zwei Prismenvorsätze im Angebot, durch deren Hilfe quasi jede Kamera zu Stereokamera umgerüstet werden konnte, indem man selbige einfach vor das Aufnahmeobjektiv schraubte. Man gelangte dann zu zwei hochformatigen Halbbildern von etwa 16x24mm Größe, die gemeinsam nebeneinander in einem handelsüblichen Diarahmen 5x5 montiert werden konnten. Das Projektionsprisma für den 375 W sorgte einerseits dafür, daß diese beiden Teilbilder auf der Leinwand nicht neben- sondern übereinander projiziert wurden. Gleichzeitig stellten auf die beiden Prismen aufgekittete Polarisationsfilter sicher, daß das Licht, das beide Teilbilder durchflutete, dies in senkrecht zueinander liegenden Schwingungsrichtungen tat. Mit einem zweiten Polfiltersatz als Analysator, der als geschmackvolle Brille geliefert wurde, wurde der übereinanderliegende Lichtwurf wieder getrennt, und dem rechten Auge das rechte Bild, dem linken Auge das linke zugeführt. Vorausgesetzt daß man eine Metallwand benutze, stellte sich auf diese Weise ein plastisches Projektionsbild ein. Der ganz große Wurf war dieses Jenaer Stereosystem allerdings nie, da aufgrund der kleinen Bildwinkel und des schlanken Hochformates kaum befriedigende stereoskopische Bildwirkungen erzielbar waren. Zudem hat Werner Pietsch schon seinerzeit auf durch die Schrägprojektion hervorgerufenen Verschmelzungsschwierigkeiten hingewiesen, die bei einer Großprojektion nun noch stärker ins Gewicht fielen. Richtig durchgesetzt hat sich diese Methode trotz der Tatsache, daß sie gut durchgearbeitet war, daher nie. Verwiesen sei noch darauf, daß die Verschränkung der beiden Polfilter zu Anfang noch senkrecht/waagerecht ausgelegt war. Später wurde dann auf die übliche V-förmige Ausrichtung umgestellt. Man muß also immer prüfen, ob Brillen und Prisma zueinander kompatibel sind, wenn man das System einmal testen möchte.

Interessant dürfte noch diese Spezialversion des 375 W sein, die Zeiss als „Lupenprojektor“ bezeichnete [Vgl. Brauer, Egon: Erster Bericht über die Frühjahrsmesse 1955 in Leipzig; in: Bild und Ton, Heft 3/1955, S. 67.]. Er war dazu gedacht, Mikroskoppräparate projizieren zu können. Dazu hatte er einen speziell angepaßten Kondensor und eine andere Objektivaufnahme. Als Projektionssystem war ein Biotar 2/25mm vorgesehen. Auch Standbilder auf 16mm Film ließen damit sich hell und groß vorführen.

Aspectomat-Reihe

 

 

Das Themenfeld Diaprojektion war in den 50er Jahren ein großes Ärgernis für den DDR-Photoamateur. Das ging schon mit der Rahmung los, die wie zu Urzeiten mit Deckgläsern durchgeführt werden mußte. Als endlich Wechselrahmen aus Metall oder Kunststoff hergestellt wurden (zum Beispiel von Stoll), dann hatten auch die ihre Qualitätsprobleme. Das wurde damals breit in der Fachpresse diskutiert und auch kritisiert. [Vgl. u.a. Dreizner, Walter: FRIMÜ-Dia-Rahmen 7x7; in: Fotofalter 1/1961, S. 28ff oder Dreizner, Walter: Projektion und Weltniveau; in: Fotofalter 2/1960, S.52ff und vor allem Dreizner, Walter: 5x5-Dia und automatische Projektion; in: Fotokino Magazin 2/1963; S. 46ff.]

Korff, Heinz: Fotofalter 2/1960, S. 256.

Besonders verärgert war man aber über die altertümlichen Diaprojektoren, wie sie vom DEFA Werk Friedrichshagen, von Malinski in Leipzig oder Filmosto (später VEB Aspecta) in Dresden angeboten wurden. Es handelte sich dabei allesamt um konventionell aufgebaute Projektoren mit Wechselschieber und Netzspannungslampe. Nach ein paar Minuten Projektion wurden diese Blechkästen oftmals derart heiß, daß sich sogar der Glaskolben der Lichtwurflampe verformte. Von dem Stand der westdeutschen Kleinbild-Diaprojektoren-Technik mit Lüfter, automatischem Magazintransport und Kabelfernbedienung war man meilenweit entfernt. Das änderte sich erst, nachdem die Kamera- und Kinowerke gegründet worden waren und eine vereinheitlichte Konstruktionsabteilung tätig wurde. Unter der Führung von Erich Korf und Rudolf Hainy wurde 1961/62 ein solcher automatischer Diaprojektor auf dem internationalen Stand der Technik konstruiert. Aspectomat 300 hieß das optisch ansprechende, sehr kompakte Gerät. Es arbeitete mit einer 300 Watt Netzspannungslampe, einem asphärischen Kondensor und war mit einem Lüfter und einer Kabelfernbedienung ausgestattet. Der Diawechsler arbeitete mit Stangenmagazinen, die auf den Paximat-Magazinen der westdeutschen Firma Braun basierten, ohne jedoch vollständig kompatibel mit ihnen zu sein. Dieses Gerät war nach all den Jahren des Stillstandes ein erheblicher Fortschritt.

Aspectomat 300
Aspectomat 300

Dieses Gerät wurde allerdings nicht lange produziert. Die 300 Watt Lampe war nicht ideal – trotz Lüfter. Auch die Schnelligkeit des Diatransports war nicht auf der Höhe. Es wurde daher ein neuer Aspectomat konstruiert, der beide Mängel beseitigte. Er arbeitete mit der international neu eingeführten Niederspannungslampe mit Jodfüllung (sogenannte Halogenglühlampe), die mittlerweile vom VEB Narva bereitgestellt werden konnte. Der Vorteil dieser Leuchtmittel liegt darin, daß sich durch einen Halogen-Kreisprozeß kein sublimiertes Wolfram auf der Innenseite des Glaskolbens niederschlug (desublimierte) und daher die Lichtausbeute über die Lebensdauer des Leuchtmittels hinweg konstant blieb. Dadurch konnte der Glaskolben kleiner werden, weil keine große Fläche zur Aufnahme des Wolfram-Niederschlages mehr benötigt wurde. Durch die daraus resultierende hohe Wärmebelastung des Glases mußte hier freilich Hartglas oder Quarzglas verwendet werden. Der gedrängte Aufbau und die fehlende Schwärzung des Glaskolbens ermöglichte es im Gegenzug wiederum, die Glühtemperatur des Wolframdrahtes bis nah an den Schmelzpunkt des Materiales heranzuführen, wodurch die Lichtausbeute stark gesteigert und die Farbtemperatur Richtung blau verschoben werden konnte. Weil gleichzeitig die Abmessungen des Leuchtkörpers verringert werden konnten und er sich dem Ideal der Punktlichtquelle annäherte, waren diese Halogen-Stiftsockellampen internationaler Stand der Technik geworden und lösten alle vorherigen Lampentypen im Berech der Heimprojektoren binnen kürzester Frist ab. Um so erstaunlicher, daß auch der VEB Pentacon Dresden rasch auf diese Entwicklung reagieren konnte.

Narva Halogenlampen

Der Aspectomat J 24 („J“ für Jodlampe und 24 für das Leuchtmittel 24 Volt/150 Watt) war ein zeitgemäßes, sehr hochwertiges Vorführgerät. Es bleib ähnlich kompakt wie der Vorgänger, nur wurde es durch den nun notwendigen integrierten Transformator deutlich schwerer. Mit 650,- Mark war dieser Projektor übrigens beinah so teuer wie ein einzelnes Gehäuse der damaligen Spitzenkamera Praktica LLC! Einen Zeitschalter "Temporus" für 137,- Mark und einen Tonkoppler "Aspecton" für 124,- Mark gab es zusätzlich zu kaufen.

Aspectomat J24b
Aspectomat J24B

Das zweite Modell „Aspectomat J24B“ ist bei gleichem Grundaufbau für die „automatische Bildbandführung“ eingerichtet (daher das „B“), die es ermöglichte, unzerschnittene Bildbänder in Kassetten unterzubringen und per Knopfdruck den Bildwechsel vorzunehmen wie beim Magazin. Das war eine sehr praktische Sache. Es mußte nur beachtet werden, daß auf dem Film keine Hochformatbilder sein durften.

Automatische Bildbandführung

Neben der auf dem internationalen Markt ziemlich einzigartigen Bildbandführung war der Aspectomat auch für Wechselobjektive ausgelegt. Damit war eine rasche Anpassung an unterschiedliche Raumbedingungen möglich. Mit wenigen Handgriffen hatte man die Fanglinse des Kondensors gewechselt, um die volle Lichtleistung auch mit der längeren Brennweite nutzen zu können. Auch das war zeitgemäß gelöst.

Montage des Aspectomat 300 im Stammwerk der neuen Kamera- und Kinowerke. Am Ernemannturm scheinen schon die Lettern "VEB Pentacon" angebracht gewesen zu sein, also müssen diese Aufnahmen nach dem 1. Januar 1964 entstanden sein. [Autor: Wolfgang Schröter, Deutsche Fotothek]

Aspectar 150

 

Bevor übrigens solche brandaktuellen Vollautomaten entwickelt wurden, brachten die Kamera- und Kinowerke zur Herbstmesse 1959 einen halbautomatischen Diawechsler heraus, der zum Beispiel an den neuen Aspectar 150 angeschlossen werden konnte. Damit war es nun auch erstmals in der DDR möglich, auf die moderne Magazin-Projektion umzustellen, bei der nicht jedes Diapositiv einzeln angefaßt werden mußte. Diese Verlegenheitslösung änderte aber nichts daran, daß der kleine Aspectar mit seiner 150 Watt Lampe einer dieser altmodischen Dia-Grills blieb, die oftmals derart heiß wurden, daß sich sogar der dünnwandige Lampenkolben verformte.

 

Später wurde der Diawechsler noch mit einem Motor versehen, wodurch er zum automatischen Diawechsler wurde. Man mußte nun nur noch aufs Knöpfchen drücken, um von einem zum nächsten Dia weiterzuschalten. Beide Wechsler blieben noch bis weit in die 70er Jahre im Programm. Der halbautomatische Wechsler kostete inkl. einem Magazin 46,20 M und der automatische 106,50 M.

Aspectar 150
Aspectar Montage

Oben: Montage des neuen Aspectar 150 offenbar im alten Filmosto-Werk in Dresden Pestalozzistraße 12, nun VEB Aspecta. [Höhne/Pohl, Deutsche Fotothek].

Unten: Zeitgenössisch schnippische Werbung für diesen Amateurprojektor.

Aspectar Werbung

Filius 4

 

HEGRA - Hermann Grau, Berlin Friedrichshagen, das ist der Ursprung dieses späteren Betriebsteiles des Kombinates Pentacon Dresden. Zwischenzeitlich firmierte die Fabrik auch unter dem Namen VEB DEFA Gerätewerk Friedrichshagen und stellte die Geräteversorgung für die bekannte DDR-Filmgesellschaft sicher. Nebenher begann man auch Projektoren für Film- und Photoamateure herzustellen. Sehr konservativ waren die Diaprojektoren vom Typ "Filius" aufgebaut. Noch konservativer sahen sie von außen aus. Da galt es schon als Lichtblick, als Ende der 50er Jahre ein Filius mit einer Niederspannungslampe 12V/100W angeboten wurde. Kurzzeitig wurde sogar ein Umbausatz geliefert, um vorhandene Fīliī auf selbiges Leuchtmittel umbauen zu können. Aber wie immer in der DDR: Kupfer war knapp und Transformatoren kontingentiert. Also fiel der Nachfolger Filius 3 wieder innerlich konservativ aus. Da half auch die modernere äußerliche Gestalt kaum. In diesem Projektor steckte im Prinzip genau dieselbe Technik, wie im Aspectar 150: Die Netzspannungslampe 220V/150W mit dem Ba-Sockel und der dreilinsige Kondensor. Als ab Mitte der 60er Jahre in der DDR asphärische Kondensorlinsen in Großserie gefertigt werden konnten, wurden Aspectar und Filius auf das neue zweilinsige Kondensorsystem umgestellt. Aus dem Aspectar 150 wurde der Aspectar 150 A und aus dem Filius 3 der Filius 4. Ansonsten blieb es bei dem veralteten Konzept. Der vergleichsweise niedrige Preis sowie fehlende Alternativen sorgten freilich trotzdem für reißenden Absatz über viele Jahre hinweg. Heute kann ich Sie nur inständigst warnen: Projizieren Sie Ihre wertvollen Diapositive bitte nicht mit solch einem Heizofen!

Filius 3 Filius 4
Filius 3 Filius 4
Filius 3 Filius 4
Filius 3 Filius 4
Filius 3 Filius 4

Aspectar N24

 

Der Zeiss Großraumprojektor 375W war nie dazu gedacht, in Großserie hergestellt zu werden. Außerdem war er bereits Mitte der 50er Jahre technisch veraltet und wurde wohl bald aus dem Programm genommen. So gab es in der DDR keinen leistungsfähigen Diaprojektor für größere Räume mehr. Das änderte sich erst mit Gründung des VEB Aspecta und der Zusammenlegung von Betrieben und Konstruktionsabteilungen zum neuen VEB Kamera- und Kinowerke Ende der 50er Jahre. Nun kam endlich auch frischer Wind in die Entwicklung von Diaprojektoren. Der Aspectar 500 war für sogenannte Schmafilmlampen bis 500 Watt ausgelegt. Dazu wurde erstmals ein Lüfter integriert, weil das halbe Kilowatt Elektroenergie ja hauptsächlich in Wärme umgewandelt wurde. Der Rest des Gerätes fiel aber gewohnt konservativ aus: Wechselschieber, Bildbandführung, Fokussierung am Gerät.

 

Wenige Jahre später wurde dieses Gerät aber völlig überarbeitet. Äußerlich blieb es zwar beim wenig geschmackvollen Katzbuckel-Design, aber im Inneren wurde eine Niederspannungslampe 24 Volt/150 Watt integriert, die mindestens so helle Projektionsbilder liefern konnte, wie die leistungsstärkste Netzspannungslampe. Und dort, wo der Lüftermotor saß, fand jetzt ein Netztransformator Platz. Ob der gänzliche Wegfall des Lüfters ein großer Fortschritt war, will ich mal dahingestellt lassen. Aber Niederspannungs-Lichtwurflampen mit ihren robusten und kleinen Flachkern-Glühwendeln waren immer eine deutliche Verbesserung. Allerdings handelt es sich noch nicht um die bekannte Halogen-Stiftsockellampe, sondern um eine herkömmliche Glühlampe im großen Lampenkolben mit einem selbstzentrierenden Sockel G17q. Später wurde der Aspectar N24 aber auch mit Stiftsockel-Fassung geliefert oder nachträglich auf jene umgebaut. Der VEB Narva scheint aber auch eine zeitlang eine Halogen-Lichtwurflampe 24V/150W mit dem Spezialsockel G17q im Programm gehabt zu haben. Der Aspectar N24 stand noch bis in die 90er Jahre in so mancher ostdeutschen Schule im Einsatz. Mit Ausnahme der Lampe gibt es eigentlich kein Bauteil an diesen robusten Geräten, das kaputtgehen könnte.

Pentacon H50

 

Aufgrund seiner Kompaktheit war der Aspectar 150 ja eigentlich sehr beliebt. Wenn er nur nicht so unerträglich heiß geworden wäre. Auch die 150 Watt Netztspannungslampe mit ihrer großen Leuchtwendel war mehr als ungünstig. Aus diesen beiden Günden wurde er in den 80er Jahren durch den Pentacon H50 abgelöst. Hier wurde nun eine Halogen-Stiftsockellampe mit 50 Watt Leistungsaufnahme eingesetzt. Dieses Leuchtmittel gibt mit seinen 1400 Lumen zwar nur etwa die Hälfte des Lichtstromes der 150 Watt Netzspannungslampe (ca. 2700 lm) ab, aber der generell höhere Wirkungsgrad von Halogen-Lichtwurflampen sowie die deutlich günstigeren Leuchtkörperabmessungen von nur noch 3,3 x 1,9 mm sorgten dafür, daß der H50 ein helleres Projektionsbild lieferte, als das Vorgängergerät mit der Netzspannungslampe. Weil dazu nur noch 1/3 der Leistungsaufnahme nötig war, heizte sich der H50 auch bei längerer Projektion kaum merkbar auf. So konnte auf einen Lüfter verzichtet werden, womit der H50 lautlos arbeitet. Mit 177,- Mark war er kaum teurer geworden als der Aspectar 150A (ohne Tasche 173,50 Mark), obgleich ja nun ein kleiner Transformator eingebaut werden mußte.

Pentacon H50
Pentacon H50

Malicolor

 

Ausgestattet mit ebendieser 50 Watt Halogenlampe war bereits seit etwa 1974 der Malicolor SL lieferbar. Sein Name weist darauf hin, daß er noch von der Leipziger Firma "Heinrich Malinski" konstruiert wurde. Geliefert wurden die Geräte dann aber unter dem Label "VEB Modellkonstrukt Leipzig" oder "VEB Bildwerfer Leipzig", da der Betrieb 1972 enteignet worden war. Die Herstellerbezeichnung wechselte offenbar so oft, daß man gleich dazu überging, gesonderte Fabrikschilder aufzukleben. Fällt mal eines von diesen ab, so kann man darunter noch den wahren Urheber entdecken. Man ließ also lieber jahrelang tausende von Schildern aufkleben, anstatt die Spritzgußform des Chassis neu anzufertigen.

Heinrich Malinski Leipzig
VEB Bildwerfer Leipzig
VEB Modellkonstrukt Leipzig

Dieser formschöne Projektor arbeitete nach dem Prinzip des Stapelmagazins, bei dem ein kleiner Packen Dias in die Magazinbahn eingelegt und durch manuelles Herausziehen und Hineinschieben des Wechslers transportiert wurde. Das Kürzel "SL" (eigentlich für Schnellladesystem) deutet schon darauf hin, daß dieser Projektor in die für den Amateur geschaffene Reihe mit preiswerten Kameras, Diarahmen und eben auch Projektoren einzuordnen ist. Mit 190,- Mark kostete er freilich fast genau so viel, wie die Spitzenkamera des SL-Systems "Pentacon electra".

Malicolor SL

Diesem Malicolor wurde in den 80er Jahren noch ein Schwestergerät zur Seite gestellt, das bei gleichem Grundaufbau für das nunmehr in der DDR eingeführte (westdeutsche) Universalmagazin nach DIN 108 ausgelegt war. Dieser Unicolor H50 genannte Projektor kostete ursprünglich 215,- Mark. Was nun folgte, war eine dieser typischen DDR-Absurditäten: Zum Ende hin wurde dieser Projektor nämlich mit einem Netzschalter ausgestattet und nannte sich nun Unicolor H50s. Das ganze Dilemma der DDR-Wirtschaftspolitik, bei der der Wertverfall der Inlandswährung aus ideologischen Gründen nur nach dem Nachweis einer GEBRAUCHSWERTERHÖHUNG durch den Hersteller an den Verbraucher weitergegeben werden durfte, zeigt sich nun darin, daß das Hinzufügen eines bloßen Netzschalters im Werte von wenigen Pfennigen den Preis des verbesserten Unicolor auf 290,- Mark erhöhte. Solcherlei Einzelbeispiele lassen es für uns Nachgeborene heute nachvollziehbar werden, weshalb die Unzufriedenheit der DDR-Bevölkerung während der 80er so unaufhaltsam anwuchs und sich letztlich so eruptiv entlud.

 

 

 

Pentacon AV-Reihe

 

Nun habe ich oben bereits angedeutet, welcher Schritt in den späten 1970er Jahren den Umstieg auf eine komplett neue Gerätegeneration an automatischen Projektoren initiiert hatte: Die Abkehr von einem dem Braun-Paximatsystem ähnlichen Magazin (Pentacon-Magazine lassen sich nach Herausbrechen eines Steges in Braun-Multimag-Projektoren vorführen) hin zum Universal- bzw. Gemeinschaftsmagazin genannten Standard, der ursprünglich durch die Pradovit Projektoren der Firma Leitz Wetzlar eingeführt worden war. Blanker Hohn ist daher, daß dieses Magazin "in seinen Hauptparametern mit der UdSSR abgestimm" sei [Aust, Gert-Rüdiger: Pentacon AV 200 autofoc; in: Fotografie 3/1982, S. 114]. Die DDR Photoindustrie richtete sich vielmehr nach den Bedürfnissen westdeutscher Importeure. Dort hatte sich leider das nicht verschüttsichere Gemeinschaftsmagazin durchgesetzt. Das neue Magazin (vorn) brachte viele Photoamateure in der DDR in Bedrängnis, da es nicht mit dem alten Typ (hinten) kompatibel war. Wer seinen Projektor durch einen der neuen Geräte ersetzen wollte, der mußte sich auch die Magazine neu anschaffen.

Das Umschwenken auf diesen neuen Standard nahm Pentacon zum Anlaß, eine Reihe völlig neuer Projektorentypen herauszubringen und die Schwächen des bisherigen J24B vornehmlich im Transportgetriebe zu überwinden. Los ging es zur Frühjahrsmesse 1979 mit dem Pentacon AV 100 auto, gefolgt vom AV 200 autofoc zwei Jahre später. Wie seine Bezeichnung schon verrät, wartete dieser hochwertige Projektor erstmals mit einem Autofokussystem auf.

Pentacon AV200 autofoc

Ein Jahr später, zur Frühjahrsmesse 1982, wurde mit dem Pentacon AV 300 ein weiterer Projektor dieser AV-Reihe nachgeschoben. Bei diesem Gerät stand eine gesteigerte Lichtleistung im Vordergrund, damit professionelle Präsentationen auch dann möglich wurden, wenn der Raum nicht völlig abgedunkelt werden konnte. Das ist ja unter anderem immer dann der Fall, wenn beispielsweise in einer Lehrveranstaltung mitgeschrieben werden soll. Dafür war dieser Projektor mit einer Halogenglühlampe 24 Volt/250 Watt ausgestattet, die statt 5000 Lumen einen Lichtstrom von 8500 Lumen abgibt. Um die etwas größeren Leuchtkörperabmessungen dieses Typs (7,0 x 3,6 mm) auszugleichen, wurde ein neues Projektionsobjektiv Pentacon AV 2,4/60mm konstruiert und in eine hochwertige Metallfassung eingebaut. Dieser Vierlinser zeichnet sich durch eine hervorragende Bildleistung aus. Aufgrund der kurzen Brennweite (die es ermöglichte, den Projektor in der Nähe des Vortragenden zu palcieren und trotzdem ein großes Projektionsbild zu erreichen) konnte hier auf den Autofokus verzichtet werden. Dafür sind Bildtransport und motorische Scharfstellung auch ohne Fernbedienung direkt am Gerät auslösbar. Dieser Typ wurde nach kurzer Zeit in Praktica 250 A umbenannt. Technisch blieb alles beim alten. Dieses professionelle Gerät mit seinem großen Transformator war nur für Institutionen erhältlich.

Praktica 250 A

Auch die anderen Projektoren wurden von "Pentacon" in "Praktica" umbenannt. Die Ziffernfolge gab nun die Lampenleistung wieder. Aus dem Pentacon AV 100 wurde der Praktica 150 A, aus dem AV 200 der Praktica 150 AFT und aus dem AV 300 wie gesagt der Praktica 250 A (bzw. AS). Äußerliches Kennzeichen war bald die schwarze Abdeckhaube. Das Basisgerät 150 A kostete 783,- Mark, das Spitzengerät mit Autofokus und integriertem Timer 150 AFT stolze 1250,- Mark. Das waren ganze 100 Mark mehr als die Praktica BX20 kostete.

Praktica 250 AS

Malisix

 

Zu guter letzt noch etwas für Freunde des Mittelformates. Sowohl Amateur- als auch Berufsphotographie waren in der DDR nach dem Kriege durch das moderne Kleinbild geprägt. Das verwundert nicht, wenn man an die hochwertigen Kleinbildkameras denkt, die die hiesige Industrie bereitstellte. Zumindest die Farbphotographie war zuächst erst einmal gleichbedeutend mit Kleinbildphotographie. Das änderte sich, als ab Ende der 50er Jahre die Praktisix in den Geschäften auftauchte. Hatten anspruchsvolle Amateure und Photojournalisten in der Bundesrepublik ihre Rolleiflex, so gab es außer der Certo Six und der Weltaflex keine für Umkehrfilm taugliche 6x6-Kamera aus volkseigener Produktion. Und letztere Kameras wurden nicht unbedingt für berufliche Zwecke eingesetzt. Die neue einäugige 6x6 Kamera änderte diese Situation und es entstand plötzlich ein Bedarf an Vorführtechnik für dieses Format. Aus der Bundesrepublik wurde das neu etablierte Außenformat 7x7cm übernommen. Und zur Herbstmesse 1957 zeigte die Leipziger Firma Heinrich Malinski zum ersten Male einen passenden Diaprojektor, wobei im Artikel zur Frühjahrsmesse 1958 beklagt wird, daß dieses Gerät immer noch nicht auf dem Markt erschienen sei. Um 1960 wird er aber lieferbar gewesen sein, denn es tauchen diesbezüglich Werbeanzeigen auf. Auch war erst auf der Herbstmesse 1960 mit dem Dialplan 2,8/150mm ein passendes Projektionsobjektiv herausgebracht worden. Große Stückzahlen scheint es von diesem Prokyon aber trotzdem nicht gegeben zu haben.

Prokyon Malinski

Einen Schub brachte eine neue Lichtwurflampe, die Ende der 60er Jahre im Glühlampenwerk Berlin entwickelt worden war. Es handelte sich um eine Halogenlampe 225 Volt/300 Watt, die für Kleinbildprojektoren wegen ihrer gegenüber Niederspannungstypen größeren Leuchtwendel uninteressant war, aber sich hervorragend für das große Bildfenster eines 6x6-Projektors eignete. Der damit bestückte Malisix ist noch ein richtig klassischer Diaprojektor mit Wechselschieber, ohne allerdings altmodisch zu sein. Dafür sorgte das erwähnte moderne Leuchtmittel mit seiner Lichtfülle und der Einbau eines Lüfters, der das Gerät kühl hielt und das Dia schonte. Als Hersteller wurde ein Betriebsteil des "VEB Tachometerwellen- und Maschinenbau Leipzig" benannt - offensichtlich ein weiteres Überbleibsel der zerschlagenen Kommanditgesellschaft des Heinrich Malinski. Der Projektor kostete übrigens mit glatten 750,- Mark genaus so viel, wie das Gehäuse einer Pentacon Six!

Malisix

Erwähnen möchte ich noch, daß die hier eingesetzte Lichtwurflampe 225 Volt/300 Watt mit Stiftsockelanschluß (EVP 68,- Mark!) eine reine DDR-Entwicklung gewesen ist und mir kein Ersatz bekannt ist. Ähnlich aussehende Halogenleuchtmittel 230 Volt/300 Watt aus aktueller Fertigung sind für Beleuchtungszwecke gedacht und für den Einsatz in Diaprojektoren aufgrund ihrer anderen Lichtwendelgeometrie und der sehr begrenzten Lebensdauer ungeeignet.

Marco Kröger, Oktober 2018