Wechselobjektive 1970er


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Wechselobjektive der 1970er

Wechselobjektive in schwarzen Fassungen mit Kreuzrändel und später durchweg mit Mehrschichtvergütung.

Wechselobjektive 1970er

Ein Wort zu allfälligen Objektivreparturen



Die Entfernungseinstellung eines Objektives basiert auf mehreren komplex ineinandergreifenden und zudem recht steilen Gewinden. Diese Gewinde müssen gefettet sein, damit sie nicht festgehen und möglichst wenig verschleißen. Dieses Fett birgt aber gleichzeitig etwas Problematisches, denn die gesamten übrigen mechanischen und optischen Teile des Objektives sollen unbedingt fettfrei bleiben.


Nun haben aber Schmiermittel die unangenehme Eigenschaft zu spreiten. Spreitung bedeutet, daß die Schmiermittel oder Teile davon auseinanderlaufen und sich über längere Zeiträume hinweg innerhalb des Objektives verteilen. Das hat gleich zweierlei unangenehme Folgen: Zum einen breiten sich die flüssigen Bestandteile des Schmiermittels so weit aus, daß sie auch auf den Blendenlamellen landen. Hier genügen schon geringste Spuren, um die Funktion der Blendenautomatik zu stören oder gänzlich außer Kraft zu setzen. Bleibt dies unbemerkt, dann macht man ungewollt alle Bilder bei offener Blende.


Das zweite Problem ergibt sich aus dem ersten: Die flüchtigen Bestandteile des Fettes, die sich innerhalb des Objektives verteilt haben, die fehlen nun an dem Ort, wo sie eigentlich gebraucht würden. Das "ausgeölte" Fett wird zur zähen, manchmal bröseligen Masse, das keine Schmierwirkung mehr hat und den Schneckengang schwergängig macht.


Die einzige wirklich sachgerechte Lösung ist das vollständige Zerlegen der mechanischen Teile des Objektives, das Entfernen der Schmiermittelrückstände, das Neufetten mit einem geeigneten (!) Schmiermittel und anschließend die sorgfältige Montage. Das ganze ist kein Kinderspiel. Es braucht je nach Objektivtyp einiges an Erfahrung, dies zu bewerkstelligen. Bei Objektiven neuerer Konstruktion geht beim Zerlegen des Schneckenganges überdies die Justage auf Unendlich verloren. Um diese wiederzufinden, bedarf es komplizierter optisch-mechanischer Meßmittel.

Linsenfassung Zeiss Objektive

Solche festgeklebten Blendenlamellen wieder gängig zu machen, ist nicht ganz unproblematisch. Viele ältere Objektivtypen dürfen nicht einfach an beliebiger Stelle auseinandergeschraubt werden. Bei einigen Zeiss-Objektiven beispielsweise sind die hinteren Linsengruppen in meheren Ringen gefaßt, die nichtkonzentrisch geschliffen sind. Mit Ihnen wurde am Ende der Montage die Fassungszentrierung durchgeführt. Schraubt man hier gedankenlos herum, dann hat man das Objektiv im Prinzip zerstört, denn diese Justage wurde im Herstellerwerk an speziellen Geräten mit hoher Präzision vorgenommen. Diese Einstellungen sind also sehr diffizil. Will man die Leistung eines Objektives voll ausnutzen, dann müssen die optischen Achsen des vorderen und hinteren Objektivteiles auf wenige zehn Mikrometer genau übereinanderliegen. Diese Zeissobjektive mit den Ringen um die Hinterlinse dürfen also nur VON VORNE her zerlegt werden! Das gleiche gilt übrigens für die drei um 120 Grad versetzten Madenschrauben, wie sie öfters bei Görlitzer Objektiven zu finden sind. Also lieber Finger weg!