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Phototechnik aus Jena, Dresden und Görlitz
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Leitz-Objektive
Es besteht kein Zweifel, daß es die Firma Leitz in Wetzlar gewesen ist, die ab Mitte der 1920er Jahre mit ihrer Leica ein neues Zeitalter der Photographie eingeläutet hat. Es erscheint daher lohnenswert auf einige ihrer Objektive einen Blick zu werfen.
1. Leitz Elmax 3,5/50 mm
Daß der Ursprung der Leica auf die Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges zurückgeht, ist in Fachkreisen bekannt. Wirkliche Anstrengung, diese bis dahin weitgehend private Entwicklung Barnacks zu einem marktfähigen Produkt auszubauen, wurden seit dem Jahre 1921 unternommen [Vgl. Mitteilung von Leitz: "Was ist eigentlich Elmar, 1933"]. Man erkennt das daran, daß auch das erste Objektiv, womit die Kamera zu Beginn serienmäßig ausgeliefert wurde, auf das Jahr 1921 zurückgeht.

Aus diesem Objektiv "System 1921" wurde das spätere Elmax 3,5/50 mm. Man erkennt als hinteres Sammelelement des Triplet-Abkömmlings eine Drillingslinse. Der Leitz-Konstrukteur Max Berek hatte hier drei Krongläser miteinander verkittet. Die zwei negativ wirkenden Elemente dieser dreiteiligen Kittgruppe bestehen dabei aus Bor-Kron und gewöhnlichem Kron mit kaum voneinander abweichenden Brechzahlen aber nicht unerheblich verschiedenem Ny. Die Sammellinse bestand dagegen aus Schwerkron. Wie man in der rechten unteren Ecke erkennen kann, wurde das Objektiv im Oktober 1922 so umgerechnet, daß diese letzte Linse auf ein deutlich höher brechendes Schwerkron umgestellt wurde, was eine Abänderung des Radius Nr. 8 nach sich zog. Leitz bezog dieses Glas aus der zu Goerz gehörenden Sendlinger Glashütte in Berlin-Zehlendorf (erkennbar an der für diesen Hersteller charakteristischen Nomenklatur 621/581). Die Verfügbarkeit dieses neuen Schwerkronglases, das nach der Übernahme durch den Zeisskonzern als SK15 in den Glaskatalog aufgenommen wurde, führte dazu, daß die hintere Sammellinse dann bald als übliches Dublett mit einer einzigen, sammelnd wirkenden Kittfläche ausgeführt werden konnte, was ab 1925 den Übergang zum bekannten Elmar bildete.

Oben ist der Strahlenverlauf durch die erste Version des Elmax aus dem Jahre 1921 wiedergegeben. Die minimal anderen Angaben für die Brennweite etc. ergeben sich daraus, daß im Datenblatt die Brechzahlen und ny-Werte für die gelbe Spektrallinie D des Natriums (eigentlich eine Doppellinie, Mitte bei ca. 589,3 nm) angegeben sind, während sich bei Schott der Bezug auf die d-Linie des Heliums (587,6 nm) durchgesetzt hatte. Charakteristisch auch für das spätere Elmar ist die in den ersten Luftraum verlegte Blende. Das hat nicht nur eine seltsame Asymmetrie des oberen und unteren Schrägbüschels gegenüber dem Hauptstrahl zur Folge, sondern eine sonst bei Normalobjektiven kaum anzutreffende positive (also kissenförmige) Verzeichnung von reichlich 1 Prozent. In Anbetracht der frühen Entstehungszeit war die Abbildungsleistung schon bei geringer Abblendung außergewöhnlich gut.
2. Leitz Elmar 3,5/50 mm
In der Firma Leitz wird man spätestens mit der Umstellung von der Kriegs- auf die Friedenswirtschaft nach dem Ersten Weltkrieg verstanden haben, daß mit Mikroskopen allein eine so große Optikfirma nicht dauerhaft zu halten sein wird. Daß man lange vor Beginn der Serienfertigung der Leica das Geschäftsfeld der Photographie und Kinematographie ins Auge gefaßt hatte, läßt sich an dem Reichspatent Nr. 343.086 vom 20. Oktober 1920 ablesen. Zu diesem Datum hatte Leitz ein photographisches Objektiv angemeldet, das vom äußerlichen Eindruck her dem Tessar gleicht. Daß dann diese Leitz-Erfindung bereits im Jahr darauf – und damit noch innerhalb der Geltungsdauer des Tessar-Patentes – erteilt wurde, belegt seine konstruktive Eigenständigkeit.

Diese Schutzschrift wird meist als "Elmar-Patent" bezeichnet, weil sie bereits das später für Elmare als typisch wahrgenommene Charakteristikum zeigt, daß die Blende im ersten Luftraum untergebracht ist. Das stimmt aber so nicht. Denn die Bedingung für die Patentfähigkeit lag darin, daß durch die Vorverlegung der Blende die Krümmung der Kittfläche betragsmäßig gleich oder kleiner als die der hintersten Fläche gemacht werden konnte (oben im Patent +/- 44,81 mm). Dasjenige Objektiv, das dann später tatsächlich als Elmar herausgebracht wurde, hatte aber in Wahrheit eine stärker gekrümmte Kittfläche als die letzte Fläche (14,81 mm zu 22,49 mm). Das Elmar fällt also nicht unter das Patent 343.086.

Oben sieht man aber, daß der Glasaufbau des tatsächlichen Elmar eine Gemeinsamkeit mit dem genannten Patent zeigt; und zwar im Hinblick auf die hinteren Kittgruppe. Beim neuen Tessar 1:3,5 mit großem Bildwinkel der Firma Zeiss (siehe hier Abschnitt 3.1.1) wurde an dieser Stelle schweres Kronglas in der Sammellinse einem Kron-Flint oder Kurzflint in der Zerstreuungslinse gegenübergestellt. Letztere waren Gläser mit vergleichsweise geringer Brechzahl bei einer Farbzerstreuung, die zwischen Kron und Flint lag. Beim Elmar von Leitz aus dem Jahre 1925 hatte Max Berek hingegen, wie bereits im obigen Patent von 1920, ein niedrig brechendes Borosilikat-Kron in der Zerstreuungslinse verwendet, das mit seiner Abbe-Zahl von 63,8 eindeutig innerhalb der Krongläser lag. In der Sammellinse des Kittgliedes des Elmar 3,5/5 cm kam das oben beim Elmax schon genannte Schwer-Kron 621/581 aus Zehlendorf zum Einsatz, das dann später bei Schott als SK15 bezeichnet wurde. Es hatte auf die d-Linie bezogen eine Brechzahl von 1,623 bei einer sehr günstigen Abbezahl von 58,1. Beim Kittglied des Tessares handelte es sich mit dem SK10 hingegen um das damals am höchsten brechenden Schwerkron im Schott-Katalog, das eine Brechzahl für die d-Linie von 1,6228 bot bei einem ny-Wert von 56,9. Vom Brechungsvermögen waren SK10 und SK15 also praktisch identisch, aber das SK15 dispergierte deutlich weniger.

Achtung, nicht verwirren lassen! Die oben von Leitz angegebenen Brechzahlen beziehen sich auf die grüne e-Linie und erscheinen deshalb noch einmal höher als diejenigen, die auf die gelben Linien D oder d bezogen sind. Das hat einige Autoren zu falschen Schlüssen verleitet. Die Abweichungen der Glasdaten durch den Wechsel des Produktionsstandortes waren in Wahrheit sehr gering.
Nachdem 1926 Goerz und damit auch die Sendlinger Glasfabrik im Zeisskonzern aufgegangen war, wurde das Elmar noch einmal geringfügig an die Glasarten der Schott-Fabrik angepaßt, doch grundsätzlich blieb es bei derselben Konstruktion. Zur Einordnung: Ein Objektiv, das damals bereits zu zehntausenden Stück im Jahr gefertigt wurde, mußte ohnehin ständigen Kombinationsrechnungen unterzogen werden, weil anders als heute quasi jede Schmelze unterschiedlich ausfiel. Abweichungen der Brechzahl von Schmelze zu Schmelze in der dritten Stelle nach dem Komma waren völlig normal; um den Korrektionszustand der Rechnung nicht zu gefährden, waren aber nur Änderungen in der fünften Stelle nach dem Komma zulässig. Die Rechenbüros großer Objektivbauanstalten waren dadurch ständig damit beschäftigt, anhand der tatsächlichen Daten der gelieferten Gläser den Korrektionszustand wiederherzustellen, mit dem das Objektiv ursprünglich gerechnet war. Hinter diesem Umstand verbirgt sich übrigens auch der Grund, weshalb verschiedenen Serien ein und desselben Objektives leicht abweichende Brennweiten haben können. Die Objektive wurden auf einen einheitlichen Korrektionszustand kompensiert – nicht auf eine einheitliche Brennweite. Für die Leica war letzter Aspekt, daß die zugrundegelegte Brennweite durch die nötigen Abänderungen von Scheitelabständen und manchmal auch Krümmungsradien nur ungefähr erreicht wurde, übrigens nicht unerheblich, als diese erst auf beliebig wechselbare Objektive und kurz darauf einen gekuppelten Entfernungsmesser umgestellt wurde. Für stark abweichende Brennweitenwerte mußten Schneckengänge mit verschiedenen Steigungen eingesetzt werden.

Das Elmar hat trotz der im ersten Luftraum liegenden Blende eine vernachlässigbare Verzeichnung. Beim ersten Blick auf die Distorsionskurve würde man von einem Beispiel für eine wellenförmigen Verzeichnung sprechen, aber der Maßstab verrät, daß das Ausmaß mit einer Amplitude von 1,4 Promille unter jeder Wahrnehmungsschwelle liegt. Im Zusammenhang mit der tatsächlich 50,0 mm betragenden Brennweite wird dadurch ein Bildwinkel von fast 47 Grad erfaßt. Die bis heute übliche Brennweite von 50 mm hat Max Berek übrigens nach eigenen Angaben folgendermaßen "erfunden". Zum Auflösungsvermögen des Auges gehöre ein Bogenradius von w = 0,0006. Das Auflösungsvermögen des Kleinbildes habe er mit 0,03 mm angenommen. Die Brennweite ergibt sich nun, wenn man diesen Zerstreuungskreisdurchmesser durch den Bogenradius teilt [Vgl. Berek: Plauderei über die Entstehung der Leica; in: Camera, Heft 8/1948.]. Sie können gerne selber nachrechnen, werte Leser.

Der Tessartyp zeichnet sich kurz gesagt dadurch aus, daß er eine zerstreuend wirkende Luftlinse im Vorderglied mit einer sammelnd wirkenden Kittfläche im hinteren Glied kombiniert; wobei solche sammelnd wirkenden Nachbarflächen überhaupt erst durch Einführung der neuen Schwerkrongläser möglich geworden waren. Oben ist gezeigt, wie Elmar und Tessar 3,5/5 cm beide diese typische sammelnd wirkende Kittfläche haben. Im Elmar bricht sie sogar noch etwas stärker (fast 20 mm kürzere Nullstrahlbrennweite). Was man darüber hinaus noch sieht: Beim Tessar verändert sich die Brechkraft dieser Kittfläche über das Spektrum hinweg nur minimal, während sie beim Elmar im blauen Bereich dann doch stärker ausreißt. Hier zeigen sich die Vorteile des anomal dispergierenden Kurz-Flint, das Zeiss im Tessar einsetzte, während Leitz hier nur einfaches Borosilikatkron verwendete.
Zweifellos das erste Massenobjektiv der Geschichte: Ein Elmar 3,5/5 cm an einer Leica III; beide stammen aus dem Jahre 1937. Die vergleichsweise einfach aufgebaute Objektivfassung ermöglichte einen Verkaufspreis von 75,- Reichsmark (damals war das trotzdem viel Geld).

Eine nicht ganz von Verbitterung freie Veröffentlichung des Leitz-Werkes zum Thema Elmar-Tessar. Ich lese vor allem eine wichtige Information heraus: Mit der Zerschlagung des Konkurrenten Goerz hatte sich der Zeiss-Konzern auch der letzten großen Konkurrenz auf dem Gebiete der Herstellung optischen Glases entledigt. Firmen wie Leitz werden es sich von nun an gründlich überlegt haben, ob sie sich gegen Zeiss auf Patentstreitigkeiten einlassen. Nicht auszudenken wäre es für Leitz gewesen, wenn Schott quasi den "Glashahn" zugedreht hätte.
Nur Wenigen ist heute bewußt, daß das Elmar eigentlich für das volle Kleinbildformat 3x4 cm des Rollfilmtyps A8 ausgelegt ist. Der Bildkreis ist hier mit 50 mm beträchtlich größer als beim Kiné-Format 24x36 mit 43,3 mm.
3. Leitz Hektor 2,5/5 cm
Die kleine Leica entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem Erfolg, der so nicht abzusehen gewesen war. War es bis vor Kurzem üblich gewesen, eine Kontaktkopie von einem möglichst großen Negativ anzufertigen, so mußte man sich mit Einzug der Kleinbilder völlig dahingehend umgewöhnen, daß nun stets vergrößert werden mußte. Manche entwickelten ihre Kinofilmstreifen auch in einem Umkehrverfahren und erzielten auf diese Weise sehr brillante Diapositive, die sich in starker Vergrößerung an die Wand werfen ließen. Das billige Filmmaterial und die guten Einstellverhältnisse, bei denen ein Abschätzen der Entfernung fast immer genügte, führten zu einer neuen Art des Photographierens. Schnelle Schnappschüsse und rasche Aufnahmefolgen, die zu regelrechten Bilderserien führen konnten, lösten die perfekt inszenierten und damit oft gekünstelt wirkenden Einzelaufnahmen auf Platte ab. Um auf diese Art des "Knipsens" auch bei schlechteren Lichtverhältnissen nicht verzichten zu müssen, verlangten die Liebhaber der Leica bald nach einem noch lichtstärkeren Objektiv. War die Öffnung 1:3,5 bei der Plattenkamera geradezu unerhört groß, so schien in dieser Richtung bei der Kleinbildkamera noch mehr Spielraum nach oben vorhanden zu sein. Die Leitz-Werke reagierten 1930 mit dem Hektor 2,5/5 cm auf diese Wünsche der Kundschaft.

Am ersten Weihnachtsfeiertag (!) 1928 wurde dieses von Max Berek entwickelte Objektiv zum Patent angemeldet. Wie man sieht, fußt sein Hektor auf einem Vorbild vom Vater der Triplet-Konstruktion Dennis Taylor aus dem Jahre 1893, worauf sich auch die Abbildung 1 bezieht. Für dieses Hektor 3,5/5 cm wurde im April des Jahres 1929 eine feste Fassung konstruiert (die Leica hatte damals noch keine Wechselobjektive) und die ersten Exemplare 1930 verbaut. Eine Serienproduktion in größeren Stückzahlen fand offenbar nur binnen relativ kurzer Zeit in den Jahren 1931 bis 1934 statt (etwa 10.000 Stück), danach wurde das Objektiv nur noch sporadisch geliefert, da es vom deutlich fortschrittlicheren Summar abgelöst wurde. Der einzige Vorteil lag in der geringeren Anzahl der Glas-Luft-Flächen.

Bei der Rekonstruktion dieses Objektivs oben fällt zunächst die weit nach vorn verlegte bildseitige Hauptfläche auf, was die ganze Optik recht nah an die Bildebene rücken läßt. Durch die dicken Linsen war das Hektor aber deutlich länger gebaut als das Elmar. Die Leistung in der Bildmitte mag akzeptabel gewesen sein, doch die Kaustik Richtung Bildecke sieht einfach nur furchtbar aus. Leitz hat für dieses Objektiv anscheinend relativ wenig Werbung gemacht; vollauf zufrieden wird der Hersteller mit dieser deutlich überforderten Lösung selber nicht gewesen sein. Gegenüber Objektiven wie dem neuen Makro-Plasmat 2,7/5 cm von Meyer (siehe hier Abschnitt 3.3.8) und natürlich Berteles Sonnaren lag dieses Hektor weit zurück.

Eine Zeichnung vom April 1929 für das fest an der Kamera verbaute Hektor 2,5/50 mm. Man beachte die Notiz "überholt F = 54", die darauf hindeuten würde, daß das Objektiv letztlich mit der Brennweite 54 mm hergestellt wurde, wodurch sich der abverlangte Bildwinkel deutlich reduzierte.
4. Leitz Summar 2/5 cm
Das Hektor 2,5/5 cm war also ein Versuch der Leitz-Werke, ein lichtstarkes Normalobjektiv in das Angebot aufzunehmen, mit dem man die Vorteile des Kleinbildes mit seinen kurzen Brennweiten und den großen Schärfentiefen besser ausnutzen könnte. Doch von der Bildleistung her war dieses Triplet nicht gerade das, was man ein Optimum nennen könnte. Der Ausweg lag in einem Wechsel zu einer anderen Objektivkonstruktion. Der Sonnar-Typ kam dabei wegen der umfassenden patentrechtlichen Absicherung nicht infrage. Beim Doppelgauß gab es hingegen noch Spielraum, denn das Biotar-Patent von Willy Merté sicherte ein extrem hochlichtstarkes Objektiv ab, das aber nur einen Bildwinkel von knapp über 30 Grad bediente. Ein weniger lichtstarker, dafür aber für ein großes Bildfeld korrigierter Doppelgauß war Anfang der 1930er Jahre noch fast terra incognita.

Das lag auch daran, daß es beim Doppelgauß große Schwierigkeiten gab, dessen Potential für eine gute sphärische Korrektur mit einer gleichzeitigen anastigmatischen Ebnung des Bildfeldes zu verknüpfen. Dieses Problem zu lösen, war überhaupt nur möglich, wenn man das Verständnis des Gaußtyps als symmetrisches Doppelobjektiv hinter sich ließ und stärkere Asymmetrien in den Aufbau einführte. Dies war naturgemäß mit den damaligen Berechnungsmethoden ein sehr kompliziertes Unterfangen. Wir werden gleich sehen, daß sich diese Asymmetrie nicht so sehr auf die Verteilung der Brechkräfte im Objektiv bezieht, sondern auf das Einführen spezifisch wirkender Luftlinsen und Kittflächen.

Ich habe mich immer gefragt, weshalb Merté sich sein Biotar 1:2,0 nicht hat schützen lassen. Ein Biotar 2/4,5 cm, das in der Lage war, das 3x4-Format der Kolibri auszuzeichnen, war bereits im November 1931 fertiggestellt worden. Im Oktober 1933 war ein Biotar 2/8 cm für die Nacht-Exakta gerechnet worden, das zu Jahresbeginn 1934 in Produktion ging. Aus dem oben wiedergegebenen Österreichischen Patent für das Leitz Summar geht hervor, daß im Deutschen Reiche zum 9. März 1933 ein Patent angemeldet wurde, das aber nie erteilt wurde.

Bei Betrachtung der obigen Rekonstruktion des optischen Aufbaus des Summars kann man sich in etwa denken, weshalb das Leitz-Patent zumindest in Deutschland nicht erfolgreich sein konnte. Die Grundkonstruktion des Summars ähnelt dem Biotar 1:2,0 in auffälliger Weise In beiden Objektiven ist jeweils in beiden inneren Kittgliedern Schwerkron mit Leichtflint kombiniert und auch die in den Patentansprüchen des Summars erwähnten Kittflächen haben beim Biotar 1:2,0 (im Gegensatz zum Biotar 1:1,4) allesamt positive Brechkräfte (siehe Biotar-Artikel Abschnitt 4.3). Nur der Punkt, daß beide Kittflächen gegen die Dingseite konvex sind, unterscheidet die jeweiligen Objektive voneinander.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Zeiss gegen das Leitz-Patent Einspruch erhoben hat, denn nach dem Reichspatentgesetz war eine Erfindung dann nicht als neu anzusehen, wenn der ihr zugrundeliegende Gedanke oder Teile davon bereits durch Andere genutzt worden ist. Natürlich konnte sich Merté nun auch sein Biotar 1:2,0 nicht mehr schützen lassen. Die Lage, die wir oben in den Jahren 1925/26 noch beim Elmar gesehen haben, hatte sich nun 1933 gewissermaßen umgekehrt: Leitz wollte sich eine Konstruktionsidee schützen lassen, die von Zeiss zum Teil schon eingesetzt wurde. Daraufhin konnte keine der beiden Firmen für den deutschen Inlandsmarkt eine Priorität auf den lichtstarken Doppelgauß mit großem Bildwinkel für sich beanspruchen und auf den Auslandsmärkten unterließ man es wohl, sich gegenseitig zu verklagen. Das ist schon ein bemerkenswerter Vorgang in der Geschichte der Photooptik.
Dieses Summar 2/5 cm aus dem Jahre 1937 wurde nach dem Kriege vergütet, um zusammen mit einer neu zugelegten Leica IIIf verwendet zu werden. Mit diesen Entspiegelungsschichten wird das Objektiv erstaunlich aufgewertet.
5. Summar 2/5 cm Typ B246a
Die Phantasie mancher Sammler kennt keine Grenzen. Es gibt ein Summar 2/5 cm, das sich vom üblichen Typ unterschneidet, von dem aber letztlich nur geringe Stückzahlen hergestellt wurden. Statt aus sechs ist es aus sieben Linsen aufgebaut. Aus einer Bemerkung in den Leitz-Unterlagen wurde dann geschlossen, es handele sich um eine spezielle Ausführung für den Einsatz in den Tropen.

Die Aussage mit den Tropen kann ich nicht nachprüfen. Aber in einer Veröffentlichung zu diesem "Tropen-Summar" wird behauptet, es sei auf die anfällige Frontlinse aus Schwerkron SK16 eine "Schutzlinse" [sic!] aus Flint F2 aufgekittet worden. Es wird dann argumentiert, SK16 sei sehr fleckempfindlich und F2 nicht. Zunächst: Die Frontlinse der Biotare 1:2,0 bestand stets aus SK16, ohne daß Zeiss dieses Glas als nicht haltbar genug betrachtet hätte. Das Problem in den Tropen ist ja auch nicht die Säurebeständigkeit, sondern die Anfälligkeit für Pilzbefall. Aus meinen vielen Jahren als Reparateur kann ich sagen, daß diese Probleme fast nie an den Außenflächen der Objektive auftreten, sondern fast immer im Blendenraum oder anderen Lufträumen, wo sich die Feuchtigkeit besonders lange hält. Und an den Stellen hat das Schwerkron auch bei diesem angeblichen "Tropenobjektiv" ungehindert Luftkontakt. Diese Erklärung für die zusätzliche Linse bei diesem speziellen Summar ist also einfach nur Quark.

Mit etwas Erfahrung im Bereich der Photoobjektive läßt sich sofort ein ganz anderer Zweck einer derartigen Glaskombination ausmachen: Das Schwerkron SK16 und das gewöhnliche Flint F2 sind nämlich ziemlich häufig in Verbindung miteinander anzutreffen. Sie werden immer dann zusammen eingesetzt, wenn man eine Nachbarfläche braucht, die eine spezifische chromatische Wirkung hat. Wie man anhand der obigen Abbildung erkennt, haben SK16 und F2 für die gelbe d-Linie im Prinzip identische Brechzahlen. Für diesen mittleren Spektralbereich verhält sich dieses vordere Kittglied daher wie eine einzige Linse, das heißt die zwischen beiden Linsen liegende Kittfläche ist wirkungslos. Der Gang der Dispersion ist aber bei beiden Glasarten ein unterschiedlicher. Am langwelligen (roten) Ende des Spektrums liegt die Brechzahl von F2 leicht unter derjeniger des SK16, am kurzwelligen (blauen) Ende jedoch beträchtlich höher. Das hat zur Folge, daß für rotes und blaues Licht durch die sich verschiebenden Brechkräfte von Sammellinse und Zerstreuungslinse die Kittfläche eine farbabhängige Brechungswirkung erhält.

Mit einer einfachen Formel läßt sich nun die Brechkraft dieser Kittfläche für Paraxialstrahlen berechnen. Da bei Kittflächen immer sehr kleine Zahlenwerte herauskommen, ist oben der Kehrwert der Brechkraft gebildet, der bekanntlich die Brennweite darstellt. Man erkennt nun, wie am roten Ende des Spektrums die Brechungswirkung mit über 14 Metern Brennweite sehr gering ist und Richtung Mitte des Spektrums mit 88 Metern noch wesentlich geringer wird. Am blauen Ende des Spektrums dagegen ist die Brechungswirkung nicht nur beträchtlich höher, sondern sie hat sogar ihr Vorzeichen gewechselt: Statt sehr gering sammelnd wirkt die Kittfläche nun spürbar zerstreuend. Damit wird genau für diejenige Farbe – nämlich blau – die Schnittweite künstlich verlängert, für die sie durch die stets in ihre Richtung hin ansteigende Brechzahl der Gläser ansonsten zu kurz wäre.

Hinter solchen Maßnahmen verbergen sich die "Tricks", mit denen die Optikkonstrukteure Abbildungsfehler wie beispielsweise die Farbkoma beeinflussen. Anhand der obigen Abbildung sieht man, daß die achsenparallelen Strahlenbüschel mit anderen Winkeln auf die Kittfläche des Frontgliedes einfallen als die grün gezeichneten Schrägbüschel. Die Kittfläche ist für diese schräg einfallenden Strahlen noch einmal anders wirksam als für Paraxialstrahlen. Und da sich die Kittfläche für den mittleren und langwelligen Spektralbereich praktisch neutral verhält, kann man ihre Durchbiegung genau so wählen, daß sich für das kurzwellige Ende genau die richtige Brechungswirkung einstellt. Anstatt der Geschichte mit dem "Tropenobjektiv" sieht es für mich also eher so aus, als habe man ein lichtstarkes Objektiv mit einer besseren Korrektur beispielsweise der farbabhängigen Bildfehler der schrägen Büschel geschaffen, auch wenn ich dafür keine weiteren Belege habe.

Ich erinnere aber an die heute beinah vergessenen farbphotographischen Verfahren auf Linsenrasterfilmen, die eine große Konjunktur hatten, bis sie über Nacht plötzlich von den neuen Mehrschichtverfahren abgelöst wurden. In Deutschland war das hauptsächlich der (alte) Agfacolor Kleinbildfilm, der ab 1933 in den Markt eingeführt wurde. Diese additiven Linsenrasterverfahren arbeiteten mit strengen Farbauszugsfiltern vor dem Objektiv, sodaß große Lichtstärken benötigt wurden. Zugleich verlangten sie nach einer gesteigerten Bildfehlerberichtigung. Denn Erscheinungen wie die Farbkoma, die im Schwarzweißbild allenfalls eine "duftige Schärfe" hervorrief, hatte bei den Linsenrasterverfahren sehr auffällige Farbsäume an den Bildrändern zur Folge. Möglicherweise ist dieses Summar B246a also ein spezielles Linsenraster-Objektiv gewesen, mit dem das Leitz-Rechenbüro auf diesen kurzlebigen Trend reagierte.
6. Leitz Summitar 2/5 cm
Man kann nur vermuten, daß das oben besprochene Summar eigentlich für das volle 3x4-Format des Rollfilmes A8 ausgelegt war (so wie das Biotar 2/4,5 cm ebenfalls dieses Format abdeckte). Für die zugehöre Bilddiagonale von 50 mm würde die Hauptstrahlneigung 26° betragen – das sind also genau die 52° Bildwinkel, die im obigen Summar-Patent zugrundegelegt sind. Das Rollfilmformat 3x4 cm war aber im Prinzip bereits mausetot, als das Summar 2/5 cm tatsächlich in die Fertigung gelangte. Daher kennen wird es wohl nur als Kleinbildobjektiv 24x36 mm.

Das nur briefmarkengroße Negativbildchen des Kleinbildes 24x36 mm, von dem Leitz selbst empfahl, es am besten auf 18x24 cm zu vergrößern, um eine gute Bildwirkung zu erreichen, verlangte nach einem so gering wie möglichen Randabfall. Aus der Schutzschrift für das als Summitar 2/5 cm auf den Markt gebrachten Nachfolger des Summars läßt sich herauslesen, daß bei letzterem eine "störende Überkorrektion der sphärischen Längsaberration in den meridionalen Strahlenbüscheln" die Bildleistung in den Randbereichen ungenügend werden ließ. Erfindungsgemäß wurde die Brechkraft des bildseitigen Kittgliedes massiv verringert und die Kittfläche des vor der Blende stehenden Kittgliedes hatte durch Kombination von zwei Gläsern mit nur wenig unterschiedlichen Brechzahlen fast nur noch eine chromatische Wirkung.

Bei der obigen Rekonstruktion der Optikdaten des Patentes ist die Reduktion der Brechkraft des hinteren Kittgliedes auf eine Nullstrahlbrennweite von etwa -1430 mm erkennbar – das war nur rund ein Viertel des Wertes des Summars. Am auffälligsten ist natürlich die Einführung einer stark zerstreuend wirkenden Kittfläche in der sammelnden Frontlinse. Die von Leitz immer so prominent beworbene Erhöhung der Randausleuchtung durch die vergrößerte Frontlinse ist im direkten Vergleich des Summitars zum Summar dagegen nicht ersichtlich. Durch den etwa 10 Prozent längeren Bau des Summitars hat sich der Durchmesser des Schrägbüschels eigentlich sogar sichtlich verschlechtert.
Die Serienfertigung des neuen Summitar hatte bereits 1938 eingesetzt, doch die Produktion des älteren Summars wurde noch fast zwei Jahre lang parallel fortgesetzt. Die Preissteigerung gegenüber dem bisherigen lichtstarken Normalobjektiv von 157,- auf 180,- Reichsmark war damals kein Pappenstiel.
7. Leitz-Xenon 1,5/5 cm
Das bislang rätselhafteste Objektiv für die Leica ist sicherlich das hochlichtstarke Leitz-Xenon 1,5/5 cm. Das liegt daran, daß mit diesem Erzeugnis drei Firmen verbunden werden und es unklar war, für welchen Anteil diese drei letztlich verantwortlich zeichneten. Es handelt sich dabei um Leitz selbst, Schneider in Kreuznach und die britische Firma Kapella Ltd. in Leicester. Letztere kam dadurch für den unbeteiligten Beobachter ins Spiel, da auf Exemplaren dieses Leitz-Xenons, die für den Auslandsmarkt vorgesehen waren, die Nummer eines von Horace William Lee ausgearbeiteten Patentes von 1930 aufgraviert war. Es handelt sich um das US-Patent Nr. 2.019.985 von 1930 bzw. das britische Patent Nr. 373.950 von 1931. Die beiden Patentschriften unterscheiden sich hauptsächlich im Umfang der Schutzansprüche. Das britische Patent wurde zwar später angemeldet, aber deutlich früher erteilt.

Zunächst sollte erwähnt werden, daß das im amerikanischen Patent angegebene Achsenschnittbild weit von den angegebenen Konstruktionsdaten abweicht. Realistischer ist dasjenige in der britischen Version. Dennoch ist es unmöglich, auf die angegebene Lichtstärke von 1:1,4 zu kommen, weil die Gruppen zwei und drei bereits bei einer Öffnung des Gesamtobjektivs von 1:1,43 aneinanderstoßen und man daher keine Blende zwischen ihnen unterbringen könnte. Erst bei einer Reduktion auf die Öffnung 1:1,5 ergibt sich ein genügend großer Blendenraum. Von einer brauchbaren Abbildungsleistung kann aber auch bei dieser Öffnung keine Rede sein. Die Kaustik ist eine wahre Katastrophe. Patente von Lee erscheinen oft spektakulär, bei genauerem Nachsehen sind sie jedoch eher als spekulativ zu bezeichnen. Das wird auch in Mertés Aufsatz "Das photographische Objektiv seit dem Jahre 1929" mehrfach deutlich.

Bisher war aber weitgehend unbeachtet, daß es auch ein Leitz-Patent für ein lichtstarkes Normalobjektiv gibt, bei dem die hintere Sammelkomponente des Gaußtyp-Objektivs auf zwei einzelne Sammellinsen aufgespalten ist. Es handelt sich um das Deutsche Reichspatent Nr. 647.830 vom 27. September 1934. Darin wird ein bisher bekannt gewordenes Objektiv erwähnt, das aber eine merkliche sphärische Zone habe. Nach dem oben Gesagten ist damit eindeutig das Lee-Patent gemeint. Um diesen Fehler zu beseitigen, hat man bei Leitz die hintere Kittfläche sehr viel stärker gekrümmt. Mittlerweile läßt sich mit Bestimmtheit angeben, daß auch diese Konstruktion von Max Berek stammt.

Beim obigen, maßstabsgerechten Vergleich zwischen der Konstruktion Lees für Kapella und der von Berek für Leitz fällt aber auf, daß an dem Leitz-Patent irgend etwas anderes nicht stimmen kann. Zwar ist die Strahlenvereinigung für das Achsenbüschel geradezu bestechend gut, doch das Schrägbüschel (grün) vereinigt sich weit vor der gaußischen Bildebene. Leider ist es mir nicht gelungen, herauszufinden, wo genau der Fehler liegt.

Mittlerweile sind die realen Konstruktionsdaten des Leitz-Xenon aufgetaucht, die eine enge Verwandtschaft zum Leitz-Patent von 1934 belegen, ohne daß man jedoch von einem identischen Aufbau sprechen kann. Wie im Patent wurde beim Serienobjektiv in allen Sammellinsen das damalige Spitzen-Glas SK16 eingesetzt, das trotz seiner hohen Brechzahl nur so wenig dispergierte wie ein Bor-Kron. Durch den kurzen Bau des Serienobjektivs war die Randausleuchtung sehr gut. Und da die bildseitige Hauptfläche vor die Blende verschoben werden konnte, wirkte das Objektiv an der Leica auch etwas kompakter. Mit dem nur Hühnerei-großen Sonnar 1,5/5 cm aus Dresden konnte diese Wetzlarer Konstruktion im Hinblick auf Kompaktheit natürlich nicht mithalten (Gesamtlänge vom dingseitigen Linsenscheitel bis Bildebene 61,55 mm gegenüber den 71 mm beim Xenon). Dennoch handelte es sich beim Leitz-Xenon um eine ungemein moderne Konstruktion, die später allen Herstellern von Normalobjektiven 1:1,4 und 1:1,2 als Vorbild diente.
Ein Verkaufspreis von 272,- Reichsmark war natürlich gewaltig für die damalige Zeit. Das Sonnar 1,5/5 cm für die Contax II/III war zur selben Zeit mit 300,- Reichsmark aber noch einmal ein ganzes Stück teurer.


Im FIAT-Report zum Leitz-Xenon 1,5/5 von 1947 wird auf die verworrene Patentlage eingegangen, ohne daß diese wirklich mit konkreten Aussagen geklärt wird. Lange war nicht klar, daß es sich wirklich um eine Leitz-eigene Entwicklung gehandelt hat (also vermutlich von Max Berek bzw. dem neuen Leiter der Leitz-Photoabteilung Otto Zimmermann). Durch die Verknüpfung mit dem Markennamen "Xenon" wurde oft vermutet, die Rechnung stamme eigentlich von Tronnier bei Schneider. Wie man sieht, scheint das Leitz-Xenon nicht nur das Kapella-Patent verletzt zu haben (was nur für den Export in die USA und ins Vereinigte Königreich relevant war), sondern auch Grundsatzerfindungen von Schneider. Doch nach dem was der obige Nachkriegsbericht suggeriert, konnten sich Schneider und Leitz letztlich auf eine Übereinkunft einigen, deren äußeres Merkmal die Übernahme der Markenbezeichnung "Xenon" war.

In einer periodisch erscheinenden Publikation der Leica Historical Society USA wurde zum Jahresanfang 1977 die Übersetzung eines Antwortschreibens der Leitz GmbH abgedruckt, welches alle hier aufgeworfenen Problempunkte kurz und knapp beantwortet: Bei dem von Max Berek konstruierten Normalobjektiv 1,5/5 cm stellte sich offenbar im Nachhinein heraus, daß es sowohl Patente von Schneider Kreuznach, als auch von Taylor & Hobson verletzte, weshalb man mit der erstgenannten Firma übereinkam, deren Markennamen Xenon zu verwenden und an die zweite Firma zahlte man Lizenzgebühren. Für Exporte in die USA und Großbritannien gravierte Leitz Patentnummern, weil dort Lee die entsprechenden Schutzrechte hielt. Quod erat demonstrandum.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Schutzrechte Dritter abgelaufen waren, produzierte Leitz Wetzlar das Objektiv als Summarit 1,5/50 weiter. Insofern ist die Angabe, das Leitz-Xenon 1,5/5 cm sei nur von 1936 bis 1950 gefertigt worden im Umfange von etwa 6200 Stück, ein wenig irreführend. Trotz der Verfügbarkeit neuer Lanthan-Schwerkron- und Lanthan-Flint-Gläser war die bisherige Konstruktion nicht so einfach zu ersetzen, wie sich gleich noch zeigen wird. Die wichtigste Information aus dem obigen Dokument ist aber: das Rechnungsabschlußdatum des Leitz-Xenon war ganz offensichtlich der 29. März 1935.
8. Leitz Summicron 2/50 mm
Die Firma Leitz gehört zu den Pionieren beim Einsatz des lichtstarken Doppelgauß in der Stillbildphotographie. Schon mit dem Summar 2/5 cm hatte die Firma in den 1930er Jahre ein derartiges Normalobjektiv im Angebot, wenn auch die Bildleistung aus heutiger Sicht noch ein wenig zu wünschen übrig ließ. Die Lage verschärfte sich, als in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre die Farbphotographie auf den neuen Mehrschicht-Umkehrfilmen aufkam. Jetzt rückte das Problem in den Vordergrund, daß die Bildfehler immer auch mehr oder weniger von der Farbe des Lichtes abhängig sind. Hatten im Zeitalter der Schwarzweißbilder die Sphärochromasie, der Farbquerfehler, die Farbkoma usw. nur für Lichtsäume um den scharfen Bildkern herum geführt, so waren mit den neuen Farbmaterialien diese nun als farbige Säume sichtbar. Maßnahmen zur Verbesserung der "Colortauglichkeit" waren schon beim oben bereits besprochenen Summitar ergriffen worden. Mit dem später als Summicron bezeichneten neuen Typ hob die Firma Leitz die Korrektur auf eine neue Ebene.

Ob Summitar und Summicron gegenüber dem älteren Summar wirklich in dem Ausmaß eine bessere Ausleuchtung in den Bildecken zeigten, wie es die Werbebroschüren der Firma Leitz suggerieren, dahinter kann man zumindest ein leichtes Fragezeichen setzen. Leider sind oben nur die Büschel für das Summitar eingezeichnet. Das serienmäßig hergestellte Summar hat aber nachweislich nicht einen so großen ersten Luftspalt, wie dies oben links dargestellt ist; es hatte also insgesamt eine kürzere optische Baulänge als seine Nachfolger und die Baulänge ist der entscheidende Faktor bei der künstlichen Vignettierung. Gemeint war also: Trotz ihres längeren optischen Baus haben Summitar und Summicron durch Erhöhing der Frontlinsendurchmesser noch eine gute Eckenausleuchtung. In der deutschen Prospektabbildung findet sich im Übrigen ein sachlicher Fehler: 22 ½° ist natürlich nicht der Bildwinkel, sondern die maximale Hauptstrahlneigung (und damit der halbe Bildwinkel).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Wetzlar an einem neuen Spitzenobjektiv gearbeitet, das letztlich als Summicron 2/50 auf den Markt gebracht wurde. Die Einführung der Entspiegelungsschichten, die mittlerweile Standard waren, erlaubten eine Aufspaltung vormaliger Kittgruppen in Einzellinsen, womit neue Konstruktionsparameter geschaffen wurden. Das Errechnen solch eines vielflächigen Objektivs war mit den damaligen Methoden natürlich sehr komplex. Diese Arbeit wurde in der Folgezeit durch die Einführung der frühesten Formen binär arbeitender Rechenmaschinen immer stärker erleichtert.

Oben ist die originale Patentanmeldung der Leitz-Werke für das "Ur-Summicron" abgebildet, die vom 7. Januar 1950 datiert. Detail am Rande: Der alte Begriff "Reichspatentamt" und der Sitz Berlin wurden durchgestrichen. Wenige Wochen zuvor war das Bundespatentamt in München gegründet worden. Die "patentamtlose Zeit" seit dem Mai 1945 war damit zuendegegangen. Es wird in der obigen Schrift noch einmal deutlich, worin das Hauptproblem beim Gaußtyp-Objektiv lag, nämlich die gleichzeitige Beherrschung der sphärischen Aberration der schiefen Büschel (meist unter dem Begriff der Koma zusammengefaßt) und diejenige des Astigmatismus. Als Lösung dafür wurde neben dem Einsatz extrem hochbrechender Gläser auch die Kittfläche im vorderen Glied des Sumitars aufgelöst und dafür ein sammelnd wirkender Luftspalt eingeführt. Damit auch die sphärische Längsabweichung befriedigend behoben werden konnte, wurde zudem auch das zweite Kittglied in Einzellinsen aufgelöst, wodurch sich an dieser Stelle eine zerstreuend wirkende Luftlinse ergab (Patentbeispiel 2).

Diese Luftlinsen sind jedoch wesentlich dünner als es die Patentzeichnung vermuten läßt. Das erkennt man aus der obigen Rekonstruktion dieses Objektives. Sehr interessant zu lesen ist an der Patentschrift aber auch, daß die damals verwendeten Schwerstkrongläser noch thoriumhaltig waren, weshalb man sich es auch schützen ließ, in der beidseitig letzten Linse ein bleihaltiges Glas einzusetzen, um die lichtempfindliche Emulsion vor der radioaktiven Strahlung zu schützen. Bei diesem Prototyp des Summicrons hatte man bei Leitz also offenbar noch kein LaK9 zur Verfügung. Nach Erwin Puts habe Leitz dieses Objektiv zunächst mit englischem Glas der Firma Chance Brothers gerechnet. Erfinder waren Otto Zimmermann und Gustav Kleineberg. Es wurde offenbar nur ein Gebrauchsmusterschutz erreicht (DE1.647.349, erteilt am 27. November 1952).

Arbeiten an einem thoriumfreien Schwerstkronglas scheinen aber parallel verlaufen zu sein und führten im Jahr darauf zum Erfolg. Oben ist die entsprechende Anmeldeschrift für "Praktisch Fluor-freie optische Borat-Gläser" vom 24. Februar 1951 abgebildet. Erfinder dieser Gläser waren Gustav Weissenberg und Otto Ungemach aus Marburg. Sie erhielten später das Bundespatent Nr. 949.686 auf ihre Entwicklung. Inhaber des Patentes war bei seiner Erteilung 1956 jedoch Schott Mainz. Auf dieser neuen Materialbasis konnte das Summicron überarbeitet werden.

Das Datenblatt oben zeigt den Aufbau einer frühen Version dieses Summicrons 2/5 cm mit der Bezeichnung Typ B279. Es hat den Anschein, daß nachträglich die römische Ziffer II hinter den Objektivnamen eingefügt wurde. Die optische Rechnung wurde zum 25. Februar 1952 fertiggestellt und zwar ganz offensichtlich von Rudolf Rühl. Es wird hier unzweifelhaft deutlich, daß für dieses Objektiv bereits zu Beginn des Jahres 1952 das Lanthan-Kron LaK9 zur Verfügung stand. Die Brechzahlen sind noch für die d-Linie angegeben, die optischen Daten aber bereits für e durchgerechnet.

Oben ist dieses frühe Summicron 2/5 cm von 1952 zeichnerisch nachvollzogen. Ob es wirklich exakt in in dieser Form produziert wurde, ist nicht genau bekannt. Das liegt auch daran, daß die Herstellungstechnologie des LaK9 erst in enger Zusammenarbeit mit Schott in Mainz erarbeitet werden mußte, um eine verläßliche Serienproduktion zu gewährleisten. Bei dieser frühen Version von 1952 ist zudem bemerkenswert, daß die inneren Zerstreuungslinsen aus dem neuartigen Tief-Flint F16 bestehen, das über eine anomale Dispersion mit positivem Delta verfügt. Gut ist zu sehen, wie durch die übergroße Frontgruppe das mit maximaler Hauptstrahlneigung einfallende untere Schrägbüschel weit über den Durchmesser des Achsenbüschels hinausragen kann. Das mag trotz des langen Baus der Optik der Ausleuchtung der Bildecken sehr entgegengekommen sein, doch die Beherrschung der außeraxialen Fehler wurde dadurch naturgemäß immens erschwert.

Oben im Vergleich dazu die erste in Serie gefertigte Version des Summircon von 1953. Man erkennt, daß das F16 durch LF7 und F5 ersetzt worden ist und die Zerstreuungslinse der Frontgruppe nun aus Schwerfint SF17 bestand. Der erste Luftraum war beträchtlich verringert, während sich der letzte deutlich erhöht hat. Die Baulänge der Optik war nun sogar noch ein wenig größer und die Schnittweite etwas kleiner als beim Prototypen von 1952. Man sollte nicht meinen, die Linsen 3 und 4 seien miteinander verkittet. Doch der Luftspalt zwischen beiden ist so klein, daß er in der Strichbreite untergeht. Die Linsen liegen hier an den Rändern aufeinander auf, um diesen Luftspalt zu gewährleisten, was damals herstellungstechnisch durchaus eine Herausforderung darstellte.
Der Glasaufbau des ersten Serienobjektivs wurde auch durch Leitz selbst publiziert, Lassen Sie sich aber nicht durch die seltsamen Werte der Brechzahlen irritieren: Später hat sich die Firma Leitz an die Vorgaben des Deutschen Normenausschusses gehalten und die Brechzahlen auf die grüne e-Linie bezogen. Deshalb weichen die Zahlen ziemlich von denen der üblichen d-Linie ab. Es fällt auch das extrem ungenau gezeichnete Achsenschnittbild auf.

Oben sieht man, daß diese neue Version mit dem stark verringertem vorderem Luftspalt bereits im Oktober 1952 fertig gewesen sein muß [Sammlung Mann]. Auch hier könnte man den Eindruck gewinnen, die Linsen drei und vier seien miteinander verkittet. Wenn man aber genau hinschaut, erkennt man die Fase am Rand, mit der die dritte Linse auf der Vorderfläche der vierten aufliegt. Solcherlei Konstruktionsmerkmale verteuerten ein Objektiv in der Herstellung, denn der Fertigungs- und Prüfaufwand macht den Hauptteil der Gesamtkosten aus – nicht die paar Gramm an seltenen Erden im Glas.
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Während der 1950er Jahre waren vom Summicron 2/50 mm offenbar zwei Versionen gleichzeitig auf dem Markt: Eine für die versenkbare und eine für die feste Fassung. Sie lassen sich durch die Linsenkrümmungen im Vorderglied und die Größen der Luftabstände voneinander unterscheiden.

Und dann gibt es ein zweites Summicron-Patent vom 31. August 1954, das diesmal nicht als Gebrauchsmuster endete, sondern im Februar 1956 tatsächlich erteilt wurde. Aus der recht kurz gehaltenen Erfindungsbeschreibung geht hervor, daß diese Version speziell dafür gerechnet wurde, daß auch im Nahbereich die gute Bildleistung nicht einbricht.

Wieder einmal vermittelt die Patentzeichnung einen völlig falschen Eindruck vom Objektivaufbau, weil die Luftabstände unmaßstäblich gezeichnet sind. In Wahrheit ist es so, daß die Linse Nummer 3 mit einer sogenannten Fase auf der Frontfläche von Linse Nummer 4 aufliegt. Das war sehr schwierig zu fertigen, weil hier höchste Präzision nötig war, damit sich nicht nur der korrekte Luftabstand auf Achsenhöhe einstellt, sondern die Linse natürlich auch nicht kippt.


Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesem Bundespatent Nr. 939.956 um das sogenannte Nah-Summicron, das dafür eingerichtet war, die übliche Einstellgrenze von 1 Meter zu unterschreiten. Dafür gab es einen speziellen Vorsatz für den Sucher und Entfernungsmesser. Für die damalige Zeit handelte es sich um ein wirklich hochwertiges Objektiv. Allerdings war dieses Summicron aus den oben angesprochenen Gründen ziemlich teuer in der Herstellung. Es gab daher mehrere Ansätze, den Aufbau zu vereinfachen; wobei als Besonderheit bei Leitz die Rechenbüros in Wetzlar und Ontario in den 50er und 60er Jahren gegeneinander gearbeitet zu haben scheinen.
Anno 1969 wurde der bisher für die Sucherkameras verwendete Summicron-Aufbau nach fast zwei Jahrzehnten verlassen und auf einen Doppelgauß mit aufgelöstem hinteren Kittglied umgestellt, der sich garantiert einfacher fertigen ließ. Zwar sind leider keine Konstruktionsdaten auffindbar, doch wenigstens hat die Firma Leitz den Glasaufbau dieses Objektives veröffentlicht. Dieses völlig neue Sucherkamera-Summicron wurde ziemlich genau ein Jahrzehnt gefertigt.
9. Leitz Summliux 1,4/50 mm 1. Version
Im vorigen Abschnitt war die Rede davon, daß man den Eindruck gewinnen kann, die rechenbüros in Ontario und in Wetzlar hätten regelrecht gegeneinander gearbeitet. Dazu ein Beispiel: Im jahre 1957 versuchten Zimmermann, Kleineberg und Rühl den Aufbau des oben besprochenen Summicrons 2/50 mm zu einem 1,4/50 mm weiterzuentwickeln [DBP 1.044.439]. Nur ein Jahr darauf kam von Mandler ein eigener Ansatz für ein 1,4/50 mm [DBP 1.064.250]. Das kann angesichts des enger werdenden Marktes wirtschaftlich nicht gerade förderlich für die Firma gewesen sein.
Ich denke man kann fast von einer Rivalität beider Konstruktionsbüros sprechen. Diese Vermutung läßt sich an folgendem Beispiel belegen: Das Leitz-Xenon 1,5/5 cm aus den späten 30er Jahren wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, als wohl alle Patente abgelaufen waren, als Summarit 1,5/50 weitergebaut. Doch im Jahre 1957 wurden unter Beibehalten der Grundkonstruktion neue Lanthan-Kron- und Lanthan-Flint-Gläser in diesen Aufbau eingeführt. Urheber waren Otto Zimmermann, Gustav Kleineberg und Eugen Hermanni.

An dem Patent fallen natürlich sofort die die extrem hoch brechenden Glasarten auf. Es ist sogar die Zusammensetzung dieses neuen Glases angegeben, das in den Linsen 1; 6 und 7 verwendet wird. Es handelt sich um ein Boratglas mit einer riesigen Menge Lanthanoxyd (49 %), mit dem giftigen Schwermetall Kadmium (13,5 %) sowie kleinen Mengen an Zirkonium und Tantal. Dieses Glas war später als Lanthan-Flint LaF21 im Schottkatalog zu finden. Auch in den Sammellinsen dr beiden Kittgruppen befand sich neuartiges Lanthanglas. Das SF19 in der bildseitigen Zerstreuungslinse war ebenfalls neu.

Interessanterweise war das Objektiv trotz Einsatz der hochbrechenden Gläser länger gebaut als das Vorbild aus den 30er Jahren. Und trotz des hohen Materialeinsatzes erweckt eine vorsichtige Analyse der Bildleistung nicht den Eindruck, daß man es hier mit einem optimal auskorrigierten Objektiv zu tun hat. Dahinter könnte sich die Ursache verbergen, weshalb diese Konstruktion nach einer derart kurzen Zeit bereits wieder abgelöst wurde.

Diese Zeichnung verrät uns zwei interessante Details: Erstens war das neue Objektiv im Juni 1958 fertigungsreif. Zweitens wurde das Objektiv für die Serienfertigung in "Summilux" umbenannt. Musteroobjektive waren noch mit "Summarit 1,4/50" beschriftet.
10. Leitz Summliux 1,4/50 mm 2. Version
Denn diese erste Version dieses Summilux wurde nach nur etwa zwei Jahren Fertigungsdauer durch einen bei Leitz-Kanada von Walter Mandler entwickelten, völlig neuen Typ ersetzt. Der Name blieb zwar derselbe, aber es handelte sich sichtlich um einen anderen Aufbau.

Man liest aus der Patentschrift heraus, daß die Beherrschung der Koma bei voller Blendenöffnung im Vordergrund stand. Daraus könnte an schließen, daß dieser Fehler beim namensgleichen Vorgänger nicht befriedigend behoben war. Außerdem ist man erstaunt über Glasarten, deren Brechzahlen nun alle über 1,72 liegen. Das war für das Jahr 1961 ein außergewöhnlich hoher Aufwand.

Die Optik war nur noch geringfügig länger als das alte Leitz-Xenon, was durch die kürzere Schnittweite zudem fast völlig kompensiert wurde. Interessant ist das hintere Kittglied, durch dessen Sammellinse gleichermaßen das Achsenbüschel wie auch das obere Maximum des schräg einfallenden Büschels begrenzt wird. Mich würde es nicht wundern, wenn darin ein Teil der Koma-Korrektur dieses Objektives verborgen liegt. Diese zweite Version des Summilux war offenbar ungewöhnlich lang im Fertigungsprogramm des Herstellers, was für die Ausgewogenheit seiner Konstruktion sprechen würde. Das Konstruktionsbüro in Midland hatte hier die bessere Arbeit geleistet.
10. Leitz Summliux R 1,4/50 mm
Es sollte nur wenige Jahre dauern, bis man bei Leitz wieder zu dem Konstruktionsansatz zurückkehrte, der bereits in den 1930er Jahren verfolgt worden war: Zum "klassischen" Gaußtyp mit der auf zwei Elemente aufgespaltenen bildseitigen Sammellinse. Der Grund dürfte diesmal auch darin gelegen haben, daß für die neue Leitz-Reflexkamera ein lichtstarkes Normalobjektiv mit einer ausreichend großen Schnittweite entwickelt werden mußte.

Diese Entwicklung stammt wieder aus Wetzlar. Rechnender Konstrukteur war Heinz Marquardt. Aus der Tatsache, daß sich nur eine Auslegeschrift erhalten hat, muß man wohl schließen, daß dieses Patent letztlich nie erteilt worden ist. Der Neuerungsgrad gegenüber den bereits existierenden Erfindungen wurde vom Patentamt als nicht hoch genug angesehen. Als Referenz sind nicht nur zwei Erfindungen von Taylor & Hobson angegeben, sondern auch bereits drei japanische Patente. Die Konkurrenz hatte sich in den 60er Jahren immens verschärft. Es war längst nicht mehr nur die DDR-Photoindustrie, die Leitz auf dem Felde der Reflexkameras einzuholen hatte, wie noch zu Beginn der Entwicklungsarbeiten an der Leicaflex. Es half dabei auch nichts, daß in den Linsen 1; 5 und 6 neuartiges Glas eingesetzt wurde, das bei Leitz entwickelt worden war. Vor allem in der Frontlinse kam ein auch nach heutigen Gesichtspunkten extremes Lanthan-Schwerflint zum Einsatz.

Bei der Rekonstruktion des Objektives fällt auf, daß die Linse Nummer 2 wieder auf der nachfolgenden mit Hilfe einer Fase aufliegt. Nach meiner Rechnung mußte dazu ein Radius von 15,111 mm mit hoher Präzision eingehalten werden, damit sich der korrekte Scheitelabstand zwischen beiden Linsen von 0,8416 mm ergab. Darin lag einer der Hauptgründe für den hohen Verkaufspreis dieses Objektives (neben dem Einsatz sehr teurer Glasarten). Es stellte sich beim Nachvollziehen des Objektives außerdem heraus, daß durch diese Fase das Achsenbüschel so begrenzt wird, daß die maximale Öffnung nur 1:1,429 betragen kann statt der eigentlich nötigen 1:1,414. Man kann nur vermuten, daß dies an den Rundungen in der Patentschrift liegt. Für die Anwendung an der Reflexkamera mußte die bildseitige Hauptfläche weit hinter die Blende verlegt werden, um dem Spiegel ausreichenden Ablaufweg zu gewähren. Eine Folge daraus ist die deutliche tonnenförmige Verzeichnung von fast 1,94 Prozent in der Bildecke.
Die von Leitz veröffentlichte Abbildung bestätigt noch einmal die im Patent genannten Glasarten des Summilux-R 1,4/50 m.

Lichtstarke Objektive waren stets ein Kompromiß. Die Hersteller mußten sich immer darauf verlassen, daß die nie völlig zu behebenden Restfehler in den Beschränkungen der ganzen Abbildungskette untergehen. Zugleich mußte damals auch ein lichtstarkes Normalobjektiv vom Kunden noch als kompakt wahrgenommen werden. Aktuelle Normalobjektive 1,4/50 mm, die für die extremen Anforderungen der heutigen Digitalkameras gerechnet sind, erreichen Baumaße, die an das alte Olympia-Sonnar erinnern.
11. Leitz Macro-Elmarit-R 2,8/60 mm
Als Gegenbeispiel läßt sich zeigen, welche immense Steigerung der Bildleistung möglich ist, wenn man sich bei der Lichtstärke auf kleinere Werte beschränkt. Vom selben Konstrukteur Marquardt stammt auch ein Doppelgaußobjektiv, das darauf getrimmt war, "für alle in Frage kommenden Abbildungsmaßstäbe einen günstigen Kompromiß der Abbildungsfehler" aufzuweisen. Die Patentanmeldung folgte noch im selben Monat wie die des obigen Summilux-R, doch auch hier hat es offensichtlich nie eine Erteilung gegeben. Die späte Markteinführung beider Objektive hat sicherlich damit zu tun, daß erst die Entscheidung des Patentamtes abgewartet wurde – also in beiden Fällen wohl die Ablehnung des Patentschutzes –, um etwaige Lizenzfragen noch vor Produktionsanlauf geklärt zu haben.

Interessant ist der optische Aufbau: Es handelt sich um einen Doppelgauß, bei dem zwar die bildseitige Sammellinse in zwei einzelne Elemente zerlegt, die zerstreuende Komponente jedoch zugleich auf eine Einzellinse reduziert ist. Diese Zerstreuungslinse, die als dünner Meniskus mit ausgeprägter Krümmung ausgelegt wurde, erinnert dabei stark an den Biometar-Typ. Biometare sind für sich schon gut für Anwendungen verwendbar, bei denen größere Bereiche an Abbildungsmaßstäben überstrichen werden. So war das Mirco-Nikkor 3,5/55 mm ein klassischer Biometar-Aufbau. Um die Öffnung auf 1:2,8 anheben zu können, waren aber zusätzliche Korrekturparameter nötig. Der obige Aufbau kann dabei als eine Mischung aus den von Marquardt zitierten Patentschriften 1.107.414 (Zeiss West) und 1.139.292 (Tronnier) angesehen werden.

Dieses Elmarit 2,8/60 hat sich nicht nur als Reproduktionsobjektiv einen Namen gemacht. Die Verzeichnung war mit -0,35 Prozent auch bei großen Objektentfernungen sehr gering. Und schon bei leichter Abblendung wurde eine Bildleistung erreicht, die übliche Normalobjektive deutlich in den Schatten stellte. Wer aus seinen Kodachrome-25- und Velvia-Filmen das letzte bißchen an Schärfe herausholen wollte, der kaufte sich dieses Objektiv und nicht das Summilux. Nicht ohne Grund blieb dieses Macro-Elmarit für mehr als drei Jahrzehnte im Lieferprogramm des Herstellers.

Der große Auszug des Schneckenganges bedingt eine ziemlich lang gebaute Objektivfassung. Der daraus entspringende Vorteil ist die tiefliegende Frontlinse, die fast alle Streulichtprobleme beseitigt.
Ein echter Dauerbrenner: Das Macro-Elmarit 2,8/60 mm an einer Leica R7. Beide stammen aus dem Jahre 1994. Der damalige Käufer hat sich bei der Wahl des Normalobjektivs gegen übermäßige Lichtstärke und für beste Abbildungsleistung entschieden.
12. Leitz Summicron-R 2/50 mm (1960)
Der beste Kompromiß wiederum aus möglichst hoher Lichtstärke mit einer möglichst guten Abbildungsleistung läßt sich mit Öffnungsverhältnissen um 1:2,0 herum erzielen. Wie in Abschnitt 8 zu sehen, waren aber die bisherigen Summicron-Konstruktionen mit Bildschnittweiten von knapp über oder sogar deutlich unter 30 mm für die Spiegelreflexkamera nicht geeignet. Für dem großzügig bemessenen Spiegel der ursprünglichen Leicaflex waren sogar außergewöhnlich hohe Werte nötig. Otto Zimmermann und Georg Knetsch reagierten auf diese Anforderungen mit einer kompletten Neukonstruktion.

Sichtlich haben sich Zimmermann und Knetsch bei Tronniers Ultron (DBP Nr. 945.598 vom 11. Juni 1950) bedient, das jener aus seinem Xenon der Zwischenkriegszeit weiterentwickelt hatte. Charakteristisch die Glasabfolge Flint, Kron, Flint in der bildseitigen Gruppe.

Es verblüfft das Anmeldedatum vom 18. Juni 1960. Doch das ist leicht zu erklären: Die Arbeiten zur Leicaflex reichen auf diese Zeit zurück. Das "Leicaflex-Grundsatzpatent" Nr. 1.152.881 von Ludwig Leitz und Paul Naumann stammt vom Januar 1961. Für die Entwicklung der neuen Kamera brauchte man also ein passendes Normalobjektiv, denn die bisher fabrizierten Objektive für die Sucherkameras paßten einfach nicht.

Deutlich ist bei diesem Summicron-R 2/50 mm die lange Schnittweite zu erkennen, die durch Verlagern der bildseitigen Hauptfläche weit hinter die Blende erreicht wurde. Die Verzeichnung war mit -1,71 Prozent dennoch erträglich. Im vorderen Objektivteil ist die Kittgruppe in Einzelelemente aufgelöst. Es fällt besonders das extreme Lanthan-Schwerflint in der bildseitigen Sammellinse auf. Trotz dieser modernen Konstruktion war die Patentanmeldung offenbar nicht erfolgreich; es hat sich wiederum nur eine Auslegeschrift erhalten.
13. Leitz Summicron-R 2/50 mm (1976)
Seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wurde die Lage für traditionelle deutsche Hersteller wie Leitz immer enger. Japanische Photofirmen fluteten den Markt – aber nicht unbedingt mit billiger Massenware, sondern erstaunlich fortschrittlich konstruierten und sehr hochwertig fabrizierten Erzeugnissen, deren Preise dennoch attraktiv ausfielen, da die Stückzahlen schlichtweg riesig waren. Oben ist mehrfach darauf hingewiesen worden, wie gewisse Konstruktionsdetails erkennen lassen, daß Leitz-Produkte der 50er und 60er Jahre nicht gerade von einem Hang zur Kostenminimierung zeugen. Dazu zählen nicht nur optische Spezialgläser, deren Preis schnell mal das 500- oder 1000-fache derjenigen von Standardgläsern betragen konnten. Nein es geht auch um Details, die die Fertigung und Montage betreffen. Es ist die Patentliteratur, die davon zeugt, daß man in dieser Hinsicht bei Leitz in den 1970er Jahren schleunigst umdenken mußte.

Jährlich mehrere zehntausend Stück ließen sich von der ausgereiften Leica R4 Anfang der 1980er Jahre absetzen. Das waren für Leitz enorme Zahlen. Ein nicht unerheblicher Anteil von aus Japan gelieferten Komponenten wurden in Portugal montiert und mit Objektiven aus Kanada komplettiert. Leitz war damals zum Premium-Massenhersteller geworden. Erst gewisse allgemeine Sättigungserscheinungen sowie die Hinwendung des Marktes zur Autofokus-Reflexkamera sorgten dafür, daß dieses Geschäftsmodell ab der zweiten Hälfte der 80er Jahre dann allmählich nicht mehr aufging.

"Den einmal erreichten Leistungsstand solcher Gauß-Objektive auch bei Verringerung der Herstellungskosten zu erhalten" – das war wortwörtlich das Ziel der obigen Patentschrift Nr. 2.621.981 vom 18. Mai 1976 für ein neues, massentaugliches Normalobjektiv. Möglichst viele Planflächen einerseits und möglichst viele Flächen mit demselben Krümmungsradius andererseits, um "mit einem Minimum an Bearbeitungswerkzeugen und Bearbeitungszeit" auszukommen und zugleich "kostengünstige Fassungen" zu erlauben. Aus den neun Patentbeispielen kommen für unser neues Summicron-R überhaupt nur die Nummern 5 und 8 in Frage, da allein bei ihnen eine für Reflexkameras ausreichend lange Schnittweite erzielt wurde. Die asymmetrische Position der Blende im tatsächlich produzierten Summicron-R deutet auf das Beispiel 5.

Auf den ersten Blick mag man enttäuscht sein: Keine neuen, extremen Glasarten, sondern mittlerweile Althergebrachtes. SF4, SF11 und SF12 waren gar schon in den 1920er Jahren verfügbar. Und obwohl dieses Summicron-R von den Radien her gesehen weitgehend symmetrisch aufgebaut zu sein erscheint, ergibt die Durchrechnung ein ganz anderes Bild: Durch die vor und hinter der Blende verwendeten anderen Glasarten sind nicht nur die Brechkräfte der beiden Hälften sehr unterschiedlich, sondern wir haben es mit dem einmaligen Fall zu tun, daß die Nullstrahlbrennweite des bildseitigen Kittgliedes positiv ist. Damit ist genau genommen dieses Summicron gar kein Doppelgauß.

Nicht nur daß es billiger ist, eine Fläche plan zu schleifen statt ihr einen exakten Krümmungsradius zu geben; die vielen Planflächen hatten ursprünglich noch einen anderen Zweck. Kurz vor Weihnachten 1973 hatte Walter Mandler das obige Patent angemeldet, das uns tiefe Einblicke in die damalige Situation der Photosparte des Leitz-Werkes liefert. Man könnte es so formulieren: Es nützt nichts, wenn man eine optische Konstruktion so auslegt, daß man viele Planflächen hat und daß nur wenige verschiedene Krümmungsradien geschliffen werden müssen, wenn dann die Montage der optischen Bauteile in der Fassung so viel Aufwand verursacht, daß der Kostenvorteil bei der Linsenherstellung kaum noch zutage tritt. Ziel war es daher, einen optischen Aufbau zu schaffen, der in Füllfassungen (auch Stopffassungen genannt) untergebracht werden kann und sich die auf wenige Mikrometer genaue Ausrichtung der Linsen zueinander fast zwangsläufig ergibt. Die endgültige Fixierung dieses Zustandes sollte zudem erfolgen, ohne daß durch den nötigen Druck Verspannungen der Linsen die Folge wären.

Sehr hilfreich war dabei, wenn die optisch wirksame Planfläche auch zugleich als Anlagefläche für die Linse bzw. den Linsensatz hätte dienen können. Oben ist das Achsenschnittbild des neuen Summicron-R 2/50 mm einmal etwas anders gezeigt (als beispielsweise im damaligen Verkaufsprospekt für dieses Objektiv). Mit grünen Pfeilen sind die Planen Auflageflächen markiert, die in zwei Fällen mit der Kittfläche identisch sind.

Der Text oben war bereits etwas im Konjunktiv gehalten, denn aus von Leitz selbst publizierten Abbildungen muß man schließen, daß zumindest beim Reflex-Summicron von dieser Stopfmethode letztlich kein Gebrauch gemacht wurde, sondern die Linsen klassisch montiert wurden (also beispielsweise mit im 45-Grad-Winkel abgeschrägten Anlageflächen). Es blieb aber der Vorteil, daß beim neuen Summicron-R nur vier verschiedene Krümmungsradien hergestellt und geprüft werden mußten und der Rest plane Flächen waren. Das bildete eine gute Voraussetzung angesichts der damaligen Zusammenarbeit mit Minolta, was Anfang der 80er Jahre insbesondere bei der sehr gelungenen Leica R4 zu erstaunlich großen Verkaufszahlen führte. Auf einmal wurden in relativ kurzer Zeit viele zehntausend Normalobjektive benötigt. Und dieses neue Summicron-R 2/50 ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, daß es auch ohne extremem Materialeinsatz gelingt, ein hochwertiges Normalobjektiv zu schaffen.

Auch das neue Summicron-M 2/50 mm wird Teil dieses Bundespatentes 2.621.981 sein, wobei hier nicht genau festgestellt werden kann, um welche der restlichen sieben Ausführungen es sich handelt. Klar ist dagegen, daß für die Meßsucherkamera natürlich keine lange Schnittweite nötig war. Und da es Menschen gibt, die ihre Objektive gerne zersägen, sieht man oben sehr gut, daß dieses M-Summicron von der kostensparenden Methode der Auflage der Kittglieder an der planen Kittfläche Gebrauch macht [Bild: Takahashi].
14. Leitz Summarex 1,5/8,5 cm
Wir gehen noch einmal zurück in die 1930er Jahre. Leitz hatte damals ein Hektor 1,9/7,3 cm im Angebot. Dieses Objektiv war vor allem für Nachtaufnahmen, Theaterphotographie und ähnliche Gebiete gedacht. Das Hektor 1:1,9 lief unter dem Reichspatent Nr. 585.456 vom 7. Juni 1931 und war ein an allen drei Gliedern verkittetes Triplet. Die Leistung war aber ehrlich gesagt bei offener Blende fern von einem Optimum. Es lassen sich fünf Jahre später Arbeiten Bereks belegen, mit denen er durch den Wechsel auf den Doppelgauß-Typ eine beträchtliche Steigerung der Leistungsfähigkeit einer lichtstarken "Portraitbrennweite" zu erreichen suchte. Das Patent wurde zum 2. September 1936 angemeldet, scheint aber nie erteilt worden zu sein. Die Geschichte dieses später als Summarex bekannt gewordenen Objektives gleicht vielmehr einer kleinen Odyssee.

Diese Anmeldeschrift beschreibt ungewöhnlich tiefgreifend, was sich Berek als Neuerung beim Gaußtypobjektiv schützen lassen wollte. Die Materie ist für uns als interessierte Laien natürlich kaum noch zu verstehen. Es geht in dieser Patentanmeldung etwa um folgendes: Lateralaberrationen kann man auch als Querabweichungen bezeichnen und der Wortbestandteil "quer" deutet immer daraufhin, daß Brennweite involviert ist; also letztlich die Größe des Bildes betroffen ist. Konkret geht es um die sogenannte Querkoma. Durch den Einfallswinkel der Randstrahlen auf die Kittfläche des bildseitigen Kittgliedes, der bei hohen Lichtstärken den Wert von 45 Grad überschreitet, erzielte man ein gewisses Maß an sphärischen Fehlerresten, die negative Wirkung hatten. Mit ihnen ließen sich jene positiven Fehlerreste höherer Ordnung des Kugelgestaltsfehlers korrigieren, die durch die hohe Lichtstärke hervorgerufen wurden. Das Patent beschreibt nun, wie sich die Beschaffenheit dieser Kittfläche ermitteln läßt, wobei Berek eine bislang unveröffentlichte Formel seines Kollegen Helmut Marx angibt. Aus dem erhalten gebliebenen Dokument erkennt man, daß diese Patentanmeldung zwar ausgelegt, aber offenbar in Folge des Krieges nicht bis zum Ende geprüft wurde. Nachdem im Sommer 1949 in München ein neues (bundesdeutsches) Patentamt gegründet worden war, stellte Leitz im Dezember 1949 einen "Antrag auf Weiterbehandlung einer Alt-Patentanmeldung".

Verkompliziert wird diese Patenthistorie des Summarex noch dadurch, daß offensichtlich zum 9. April 1941 "eine besondere Durchrechnung dieses Objektivs nach dem Hauptpatent" als Zusatzpatent angemeldet wurde. Man kann nur vermuten, daß dasjenige, was in der Patentanmeldung von 1936 eher noch ein Konstruktionsprinzip darstellte, sich nun in einer fertigen Durchrechnung materialisiert hatte. Das würde dazu passen, daß dieses Summarex 1,5/8,5 cm tatsächlich in geringen Stückzahlen während des Krieges gefertigt worden ist.

Durch dieses Leitz-interne Schreiben können wir mit Gewißheit sagen, daß Mitte Oktober 1942 die Serienfertigung des Summarex noch nicht angelaufen war. Und das obwohl das Oberkommando Heeresleitung diese lichtstarken Objektive angefordert hatte und nun sogar damit drohte, die konkurrierende Contax in den "Gerätepark" des Heeres aufzunehmen [Sammlung Mann].

Oben ist dieses eindrucksvolle Objektiv nachvollzogen. Es fallen zwei Sammellinsen aus dem vergleichsweise exotischen Phosphat-Schwerkron PSK3 auf. Noch bis Mitte der 30er Jahre hatten diese Phosphat-Gläser noch zu den Sondergläsern gehört, da sie durch Einsatz von Phosphorpentoxid an Luft nicht haltbar waren und daher nur eingebettet verwendet werden konnten. Nachdem die Herstellungsverfahren verbessert worden waren, hielten diese PSK-Gläser Einzug in den regulären Teil des Schott-Kataloges und sie besetzten ein für den rechnenden Optiker sehr interessantes Gebiet auf dem "Glaskontinent".

Der Kontrast dieses Summarex war bei offener Blende für die damaligen Verhältnisse erstaunlich gut, die Auflösung feinerer Strukturen aber ziemlich bescheiden (auch abgeblendet). Es ist schon interessant zu sehen, daß die Firma Leitz das Münchner Patentamt noch mindestens bis April 1953 damit beschäftigt hat, doch noch einen Patentschutz zu erlangen. Das Summarex wurde schließlich noch während der gesamten 50er Jahre in kleinem Umfang gefertigt. Ganz auf der Höhe der Zeit war es zu diesem Zeitpunkt aber dann doch nicht mehr.
Marco Kröger
Mit Dank an Hao Liang für einige Materialien.
letzte Änderung: 22. Juli 2026

Yves Strobelt, Zwickau
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