Tevidon

Zeiss Jena Tevidon

Zeiss Jena Tevidone

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen also vor etwa einhundert Jahren – bahnte sich langsam aber stetig ein zweiter Zugang zur Problematik der photographischen Bildaufzeichnung an. Bis hier hin hatte die Photographie schon einmal etwa hundert Jahre Entwicklungsgeschichte zurückgelegt, die bei aller Innovation im Kamera- und Objektivbau und geradezu unvorstellbaren Fortschritten bei der Herstellung lichtempfindlicher Schichten stets von einer Prämisse geprägt war: Die unverrückbare Abhängigkeit von der Lichtempfindlichkeit von Silbersalz-Verbindungen. Es hat auch im 20. Jahrhundert nicht an Versuchen gefehlt, von der Bindung an das teure Edelmetall Silber loszukommen und andere lichtempfindliche chemische Substanzen zu synthetisieren. Aber nichts davon wollte auch nur annähernd an die Eigenschaften des Silberhalogenids heranreichen. Und dessen hervorstechendste Eigenschaft war schließlich die konkurrenzlos hohe Lichtempfindlichkeit, die sich auf einmal einstellte, nachdem Louis Daguerre in den 1830er Jahren per Zufall das Entwickeln entdeckt hatte. Nunmehr reichten nur wenige Lichtquanten aus, um in diesem milliardenfach verstärkenden Vorgang des Entwickelns das gesamte restliche Halogensilberkorn zum Umkippen in metallisches Silber zu bewegen. Die besagten enormen Fortschritte bei der Herstellung immer weiter verbesserter lichtempfindlicher Schichten im Laufe des 19. Jahrhunderts sind insbesondere deshalb so bemwerkenswert, weil man erst im Laufe des 20. Jahrhunderts nach und nach zu begeifen begann, was sich hier überhaupt auf atomarer Ebene abspielte. Die dazu notwendige Quantenmechachnik liegt auch heute noch im Grenzbereich der erfahrbaren Naturwissenschaft.


Doch das, was sich also vor etwa einhundert Jahren ereignete, die Entwicklung des Fachgebietes der Elektronik als Abkömmling der großen elektrotechischen Erkenntnisse des 19. Jahrhunderts, das war nun kein Kind des Zufalls und glückliches Ergebnis langwierigen Pröbelns mehr. Die Elektronik ist eine Hervorbringung großer geistiger Anstrengung und langwieriger Grundlagenarbeit. Das Vermögen, kleinste elektrische Spannungen aufzufangen, zu verstärken und zu modulieren war ohne das theoretische Fundament dieses neuen Wissenschaftszweiges einfach nicht denkbar. Die Entwicklung der Elektronenröhre und ihre Anwendung beispielsweise in der Funktechnik wäre ohne genaue Kenntnis darüber, was in ihr eigentlich geschieht, undenkbar gewesen. Das ist, vereinfacht gesagt, der Grund, weshalb die elektronische Photographie nicht per Zufall gefunden werden konnte und auch niemand in den Schoß gefallen ist. Und deshalb hat es auch bis zum Beginn des neuen Jahrtausends gedauert, bis der photochemischen Photographie eine echte Konkurrenz erwachsen war.

Endikon 2,5 M3A

Die Ablösung der Analogphotographie durch die elektronische hat ja insbesondere deshalb so lange auf sich warten lassen, weil sowohl das notwendige Auflösungsvermögen als auch die zu dessen Konservierung notwendige Speichertechnik schwer umsetzbar waren. Was das betraf war ohne Digitalisierung der gesamten Signalverarbeitung nicht auszukommen. Andere Verhältnisse ergaben sich aber beim Bewegtbild und dessen Direktübertragung ohne zwischenzeitliche Speicherung. Nach ersten Experimenten mit optomechanischen Verfahren (Nipkow) lag bereits Anfang der 30er Jahre ein volldurchgearbeitetes rein elektronisches Verfahren mittels Bildaufnahmeröhre und Kathodenstrahlröhre zur Wiederabe vor (v. Ardenne). Die letztliche Durchsetzung des elektronischen Laufbildverfahrens, die in Europa defacto erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte, wurde nicht zuletzt durch die unabdingbare Verknüpfung dieses Verfahrens mit einer adäquaten hochfrequenten Signalübertragung verzögert. Die Fortschritte des Fernsehens waren damit stets auch an Fortschritte der Funktechnik gebunden.


Abgelöst von diesem Entwicklungspfad des Fernsehens als Unterhaltungsmedium kristallisierte sich aber parallel dazu eine wachsende Rolle dieses bildgebenden Verfahrens in der Wissenschaft und Technik heraus. Um in der DDR diesen neuen Technologiezweig abdecken zu können, wurde im Jahre 1960 das Werk für Fernsehelektronik in Berlin Oberschöneweide gegründet. Da in diesem Großbetrieb in Hinblick auf Fernsehkameras nur schleppend Fortschritte erzielt wurden [Vgl. Beutelschmidt, Studiotechnik; in: Rundfunk und Geschichte, Heft 4/1993, S. 155ff.] wurde im Jahre 1964 explizit für diesen Zweck der VEB Studiotechnik Berlin gegründet. In diesem Betrieb wurden ab 1965 kompakte, volltransitorisierte Schwarzweiß-Fernsehkameras mit reduziertem Aufwand (und damit reduzierter Bildqualität) für den Bereich des "industriellen Fernsehens" entwickelt. Eines der ersten Modelle war die Telistor TFK 100. TFK steht dabei für "transistorisierte Fernsehkamera". Damit konnte sich die Fernbeobachtung als neues technologisches Verfahren in der Industrie durchsetzen. Solche miniaturisierte Kameras wurden beispielsweise ab den 70er Jahren im Braunkohletagebau für die Fernüberwachung des Schaufelradbaggers eingesetzt. Und bei der Berliner S-Bahn konnten wenig frequentierte Stationen, wo sich kein Einsatz einer örtlichen Aufsicht lohnte, von einer zentralen Stelle aus abgefertigt werden. Das ermöglichte ab Anfang der 1970er Jahre eine volltransistorisierte Fernehkamera in Kompaktbauform vom Typ TFK 500 aus dem besagten VEB Studiotechnik Berlin. Daß auch die schreckliche Überwachungsmaschinerie des Regimes von dieser neuen Technologie profitierte, das ist freilich eine der Kehrseiten dieses Fortschrittes.


Für uns ist an dieser Stelle jedenfalls von Belang, daß der VEB Carl Zeiss JENA ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre eine breite Palette an neuentwickelten Objektiven bereitstellte, die ganz auf die Erfordernisse dieses industriellen Fernsehens ausgerichtet waren. Kennzeichnend war das Zugrundelegen eines Standards, der sich auf Bildaufnahmeröhren ("Endikon") des 1 Zoll-Typus konzentrierte. Diese Bezeichnung bezieht sich auf den Außen-Nenndurchmesser der Röhre. Die nutzbare Bildbreite beträgt dabei nur etwa die Hälfte dieses Röhrendurchmessers. Trotzdem hat sich diese Bezeichnung des 1-Zoll-Standards bis in die heutige Zeit der Digitalkameras erhalten, wo unter dieser Kategorie geringfügig voneinander abweichende Sensorgrößen eingeordnet werden. Ursprünglich war die Bildfläche der 1-Zoll-Videoröhre aber 12,8 x 9,6 mm groß, was eine Bilddiagonale von 16 mm ergibt. Auf diesen Referenzwert hin hat der VEB Carl Zeiss JENA die im folgenden beschriebenen Tevidone ausgelegt.

Tevidon 2/10mm Messing
Tevidon 2/10mm Alu

Das Tevidon 2/10 mm hat ein Rechnungsabschlußdatum vom 27. Oktober 1964. Es handelt sich um ein Retrofokusweitwinkel mit stark verlängerter Schnittweite, das als ein Ableger der Entwicklungsarbeiten an den Flektogonen 4/25 und 4/20 mm durch eine Entwicklergruppe um Wolf Dannberg hervorgegangen sein wird. Es besteht aus sieben einzelnstehenden Linsen und deckt einen Bildwinkel von annähernd 76 Grad ab. Zwischen April 1968 und Februar 1991 wurden über 22.500 Stück hergestellt mit erst ab Mitte der 1970er Jahre stark steigender Tendenz. Das dürfte im Einklang mit der zunehmenden Verbreitung solcher Fernsehkameras gestanden haben und betrifft auch die anderen Objektive dieser Serie.


Anfangs wurden diese Objektive in der zeitgenössischen Zebrafassung geliefert. Ab der zweiten Hälfte der 70er Jahre folgen schwarze Fassungen. Anstelle einer normalen Rändelung scheinen die meisten Objektive jetzt eine Schrägverzahnung an den Einstellringen aufzuweisen, die eine mechanische Kopplung des Objektivs mit der Blenden- und Entfernungseinstellung neuentwickelter Kameras ermöglichen sollte. Einhergehend damit finden sich auch die oben im Bild sichtbaren Winkel, die womöglich für verstellbare Endanschläge vorgesehen waren. Dazu würde es des Studiums spezieller Literatur für die zugehörigen Kameras bedürfen, die mir leider nicht vorliegt. Vielleicht kann dazu jemand berufeneres Auskunft geben.


Erwähnenswert ist noch, daß all diese Tevidone abwechselnd mit dem international üblichen C-Gewinde als auch mit einem spezifischen Bajonettanschluß geliefert wurden. Letzterer war auf dem in der DDR weit verreiteten Schraub- (Klemm-) Verfahren aufgebaut, das verschleißfrei arbeitet und das ursprünglich als Praktina-Bajonett in den Kamerawerken Niedersedlitz entwickelt worden war. Auch die Praktisix, die Altix und die Pentina arbeiteten mit dieser bei Zeiss Jena als Steckanpassung bezeichneten Bajonettart, wobei einjede dieser Kameras Anschlüsse mit anderen Spezifikationen hatte.


Ferner muß noch erwähnt werden, daß die meisten dieser Tevidone offenbar zeitgleich in zwei Fassungsvarianten geliefert wurden: Eine schwere auf Basis von Messing und eine leichte auf Basis von Aluminium. Einhergehend allerdings nicht zwingendermaßen hatten die "schweren" Tevidone mit 10 mm Brennweite einen Filterdurchmesser von 49 mm und die "leichten" einen von 46 mm. Es gibt aber auch Modelle des 10 mm mit Aluminiumfassungen, die 49er Filter verwenden.

Tevidon 16mm Messing
Tevidon 16 mm Alu

Das Tevidon 1,8/16 mm hat als Rechnungsabschluß den 6. Juli 1965. Zwischen Juni 1968 und Oktober 1990 wurden 26.250 Exemplare hergestellt. Auch bei diesem Modell handelt es sich um eine Retrofokuskonstruktion. Durch die auf diese Weise erzielte künstliche Verlängerung der Schnittweite wurde erreicht, daß der hinterste Linsenscheitel weit genug von der Bildebene weggerückt werden konnte, um keine mechanischen Anpassungsprobleme dieses Objektivs an Kameras zu verursachen, die nur einen begrenzten Einbauraum aufweisen. Bei als Gaußtyp aufgebauten 16 mm Objektiven für 16 mm Schmalfilkameras ist genau dies oftmals der Fall. Der hinterste Fassungsteil ragt beim Tevidon 16 mm hingegen nur unwesentlich aus dem C-Anschlußgewinde hinaus, wie auf dem Bild unten zu erkennen ist. Dadurch dürfte es mit keiner Kamera zu Kompatibilitätsschwierigkeiten kommen. Die Aufnahme unten zeigt auch einen Vergleich zwischen Bajonett- und Gewindeanschluß bei diesem Objektiv. Außerdem befindet sich wieder links die Variante mit Messingfassung und rechts jene aus Aluminium.

Tevidon bayonet and c-mount
Tevidon 1,4/25 mm Messing
Tevidon 1,4/25 mm Alu

Das Jena Tevidon 1,4/25 mm ist das einzige aus dieser FSK-Serie, das nicht explizit für diesen Anwendungsfall neu geschaffen wurde. Das ist daraus zu erkennen, daß es mit dem 1. September 1955 ein viel früheres Rechnungsabschlußdatum aufweist. Diese Tatsache offenbart vielmehr, daß es sich beim Tevidon 1,4/25 mm um das ursprünglich für die AK 16 Schmalfilmkamera geschaffene Biotar 1,4/25 mm handelt, das optisch unverändert weitergebaut wurde. Zwischen April 1968 und September 1990 wurden über 38.000 Stück hergestellt.

Tevidon 1,9/35mm Messing
Tevidon 1,9/35 Alu

Trotz seiner kurzen Brennweite baulich sehr lang geraten ist das Tevidon 1,9/35 mm. Daraus könnte man schließen, daß hier die Retrofokusbauart des ersten Typs angewendet wurde, bei dem dem Grundobjektiv ein zerstreuender Meniskus im Abstand der Brennweite vorgesetzt wird (nähere Erläuterung in diesem Zusammenhang), ähnlich wie beim Flektogon 2,8/35mm. Fakt ist, daß trotz der im Vergleich zum Tevidon 25 mm deutlich längeren Brennweite (und damit auch Schnittweite) hier nun wieder die Bauart des Retrofokus gewählt wurde. Weshalb das geschah, ist mir nicht bekannt. Vom Tevidon 35 wurden zwischen April 1968 und April 1990 über 16.400 Stück hergestellt.

Tevidon 1,8/50 mm Messing
Tevidon 1,8/50 Alu

Obgleich man beim Tevidon 1,8/50 mm problemlos auf die damaligen Normalobjektive für das Kleinbild hätte zurückgreifen können, wurde auch hier eine eigenständige Konstruktion errechnet, die zum 15. April 1966 abgeschlossen wurde. Der Grund könnte darin gelegen haben, daß bei diesen Objektiven ein besonderes Augenmerk darauf gelegt wurde, daß die Bilder für das blaue, grüne und rote Bild möglichst gleich groß sind. In Hinblick auf eine (damals noch nicht verwirklichte) Anwendung beim Farbfernsehen ist eine Hebung der chromatischen Querabweichung sehr vorteilhaft. Damit ist freilich (anders als auf Internetseiten zu lesen) keine apochromatische Korrektur gemeint. Gerade das Fernsehen mit seinen wenigen 100.000 Bildpunkten ist der Literatur zufolge aber geradezu anfällig für Interferenzerscheinungen aufgrund von Farbsäumen. Ein benachbarter Bildpunkt kann eben gerade noch oder gerade nicht mehr vom betreffenden farbigen Teilbild gestreift werden. Zwischen diesen groben Bildpunkten liegende Farbdichten werden einfach nicht aufgelöst. Daraus resultierende Lageverschiebungen zwischen Rot, Grün und Blau verursachen im schlimmsten Fall sehr störende Überlagerungseffekte ("Moiré"). Ein für Video-Anwendungen gerechnetes Objektiv muß daher auf andere Gesichtspunkte hin abgestimmt werden, als ein Photoobjektiv, zumal mit wachsender Brennweite auch Abbildungsfehler wie die chromatische Aberration mit anwachsen. Allgemein kann jedoch gesagt werden, daß die Tevidone die Auflösungsanforderungen des Fernsehens weit übertreffen.


Zwischen Mai 1968 und März 1990 wurden über 14.000 Exemplare vom Tevidon 1,8/50 gebaut.

Tevidon 2,8/70 mm

Das Tevidon 2,8/70 mm hat seinen Rechnungsabschluß vom 7. April 1968. Zwischen Mai 1968 und Juni 1989 wurden reichlich 9000 Stück hergestellt.

Tevidon 2,8/100 mm

Die Rechnung zum Tevidon 2,8/100 mm wurde ebenfalls im April 1968 abgeschlossen. Zwischen Mai 1968 und Oktober 1990 wurden 9600 Exemplare hergestellt. Mit diesem Objektiv, dessen Brennweite mehr als sechs mal größer als die Bilddiagonale ist, wurde die Reihe der Fernsehkamera-Objektive vorerst abgeschlossen.


Bleibt noch zu erwähnen, daß sich die Blenden all dieser Objektive beim Hinausdrehen über den kleinsten Blendenwert vollständig verschließen lassen. Das kann heute noch nützlich sein, wenn die Tevidone an Filmkameras verwendet werden sollen und man ab- bzw. überblenden und rückwickeln will. Für heutige Anwender sei auch noch einmal betont, daß die Tevidone mindestens das Super 16 Format abdecken, selbst wenn das Objektiv nicht auf die neue Bildmitte hin zentriert wurde. Insbesondere das Tevidon 10 mm ist dahingehend ein echter Geheimtip. Übliche, für das 16 mm Format ausgelegte Objektive mit solch kurzen Brennweiten, sind dabei meist völlig überfordert. Bei den längerbrennweitigen Exemplaren (ab 50 mm) reicht der rückseitige Bildwinkel sogar weit über das veranschlagte Format hinaus.

Vario-Tevidon 2/18-90 mm

Fast anderthalb Jahrzehnte nachdem die oben gezeigten festbrennweitigen Tevidone konstruiert worden waren, setzte man sich im VEB Carl Zeiss JENA im Jahre 1980 an die Konstruktion eines variofokalen Fernsehobjektivs für 1 Zoll Röhren. Es sollte den Brennweitenbereich etwa von der Normalbrennweite bis zum 5,5-fachen dieser Brennweite abdecken. Eine erste Rechnung wurde zum 31. März 1980 fertiggestellt und anschließend zwischen November 1981 und Juni 1984 weniger als 1500 mal gebaut. Eine neue Rechnung vom 16. November 1981 wurde anschließend bis März 1987 noch einmal über viereinhalb tausend mal gebaut. Abgelöst wurde dieses Zoom durch das Vario-Tevidon 15-150 mm, das im Juni 1982 errechnet worden war und von dem bis zum März 1989 nur noch knapp 650 Exemplare fabriziert wurden. Dieses Monstrum scheint wohl nicht ganz billg gewesen zu sein.

Vario Tevidon 18-90 mm und Extender

Zum Vario-Tevidon 18-90mm konnte dieser Extender geliefert werden, der den Brennweitenbereich des Zooms insgesamt verdoppelte.


Unten eine Aufstellung aller Typen und der zugehörigen optischen und mechanischen Daten

Zeiss Tevidon Datenblatt
Endikon

Hier sieht man einmal einen Größenvergleich zwischen einer Bildaufnahmeröhre und dem Tevidon 16 mm (das zugegebenermaßen das kleinste der gesamten Reihe ist).

RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
RFT Nachrichtenelektronik 1973/74
VEB Studiotechnik Berlin, Rungestraße

Oben sieht man das Werktor des VEB Studiotechnik Berlin, wo die Fernsehkameras produziert wurden, im Zustand kurz vor der Wende. Irgendwie sahen diese Gebäuse mit ihren abgeplatzten Fassaden immer ein wenig aus, als sei der Kampf um die Reichshauptstadt erst wenige Wochen her gewesen... [Michael Fuchs; https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/f/fe/STTWerk1.JPG]


Unten das Hauptgebäude ("Behrens-Bau") des ehemaligen Werkes für Fernsehelektronik in Berlin Oberschöneweide im November 2020. Hier wurden die Bildaufnahmeröhren für die DDR-Fernsehkameras gefertigt.


Werk für Fernsehelektronik Behrens Bau Schöneweide

Zum Schluß noch etwas zum schmunzeln. Im Werk für Fernsehelektronik wurden zwar komplizierte technische Geräte im Wert von vielen tausend DDR-Mark hergestellt, aber was auf gar keinen Fall wegkommen durfte, das war die Umverpackung der Röhre bestehend aus ein paar Gramm Schaumpolystyrol. In der DDR herrschte halt immer an irgend einer Ecke Knappheit. :)

Ich danke Sebastian Philipp Manke, der diesen Artikel möglich gemacht hat.





Marco Kröger 2020


letzte Änderung: 22. Mai 2021