Sonstige Basteleien


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Sonstige Basteleien

Makroobjektiv mit fest integriertem Ringblitz



Dieses für medizinische Zwecke gedachte Spezialobjektiv der Japanischen Firma Yashica habe ich auf Praktica B umgerüstet. Dabei wurde die ursprünglich zwangsweise an den Abbildungsmaßstab gekuppelte Blendenverstellung fallengelassen und ein normaler Blendenring installiert. Das ist deshalb möglich, weil die Praktica BX20 mit ihrer Blitzinnenmessung das Blitzlicht "autodynamisch" an die Blendenöffnung und den Aufnahmeabstand anpaßt. Dazu dient das speziell adaptierte Cullmann-Blitzgerät mit Olympus/Praktica SCA-Fuß.

Praktina Innenmeßprisma


Aus Teilen einer mechanisch defekten Spiegelreflexkamera hergestellt, vereinfacht dieses Umkehrprisma mit Innenlichtmessung das Arbeiten mit der wundervollen Praktina ganz ungemein. Ich konnte zwar nur eine Außenanzeige des Belichtungsmessers ("Lichtwaage") realisieren, allerdings ist diese so nah am Sucherokular gelegen, daß der Abgleich ohne ein Absetzen der Kamera vom Auge möglich ist.

Alter Diaprojektor - ganz modern


Vor nicht allzu langer Zeit wurde in einem Geschäft (und zwar dort, wo es auch aldi anderen schönen Sachen zu kaufen gibt), eine GU10-Reflektorlampe angeboten, die folgende Leistungsdaten zu bieten hat: Bei 8,5 Watt Leistungsaufnahme wird so viel Licht abgegeben, wie eine (theoretische) Halogenlampe von 70 Watt Leistung, nämlich satte 500 Lumen Lichtstrom. Das besondere: Diese 500 Lumen werden nicht durch eine Zusammenschaltung mehrerer Einzel-LEDs erreicht, sondern von einer einzigen Leuchtfläche mit einem Durchmesser von 9 mm abgegeben. Dieser Lichtfleck weist also eine sehr hohe Leuchtdichte auf, die im ursprünglichen Zustand des Leuchtmittels mithilfe eines speziell geformten Plaststücks zerstreut wird. Wenn man diesen Lichtformer entfernt, hat man das LED-Panel freiliegen, ohne in die Elektrik oder die Wärmeableitung des LED-Leuchtmittels eingreifen zu müssen.

Mit geringem Aufwand habe ich einen alten Aspektar 150 auf dieses Leuchtmittel umgebaut. Und weil die LED alles Licht nach vorne abstrahlt und genau in den Kondensor projiziert, wird ein sehr hoher Wirkungsgrad erreicht. Der Projektor ist fast so hell, wie mit der originalen 150 Watt Lichtwurflampe. Aber natürlich bleibt alles schön kühl - das Gehäuse, und auch das Dia. Auch die Lichtverteilung im Projektionsbild war ausgezeichnet. Es kommt nur darauf an, das LED-Panel an genau jene Stelle zu bringen, an der sich zuvor die Leuchtwendel der Lichtwurflampe befunden hat. Die Ausnutzung der abgegebenen Lichtmenge ist dann am größten, wenn das vom Kondensor erzeugte, scheinbare Bild der Leuchtfläche  genau den Durchmesser der freien Objektivöffnung ausfüllt. Das erkennt man, wenn man aus einem größerem Abstand in das Projektionsobjektiv hineinschaut.


Übrigens kann man das Wärmeschutzfilter nun bedenkenlos ausbauen. Das sorgt nicht nur für einen Lichtgewinn, sondern beseitigt auch den grünlich-bläulichen Farbstich, den diese Infrarot-Sperrfilter üblicherweise hinterlassen.

Leica Laser-Fokussierhilfe



Bleiben wir gleich bei Leitz-Basteleien.  Dieses kleine Zusatzgerät habe ich für jemanden gebaut, der gerne Nachtaufnahmen macht, bei denen es so dunkel ist, daß man weder im Sucher noch im Entfernungsmesser etwas erkennen kann. Mit den Laserpunkten kann man das Motiv nicht nur "blind" anvisieren, sondern auch sehr genau scharfstellen, wenn die beiden Punkte auf Koinzidenz gebracht werden. Auf mittlere Distanzen nimmt man einfach ein kleines Fernglas zuhilfe. Auch für Blitzaufnahmen in düsterer Umgebung eignet sich das Gerät.


Custom made focusing aid for Leica cameras. For night shots or flash photography in dark areas. Aiming for the motive with the laser dots and focusing by aligning them. 

Superweitwinkel für die Werra



Aus Einzelteilen eines Ennalyt 4/24mm ist dieses Superweitwinkel für die Werra entstanden. Aufgrund der kurzen Brennweite und der geringen Lichtstärke konnte  auf eine Entfernungseinstellung verzichtet werden, da eine Kupplung mit dem Meßsucher ohnehin weder möglich  noch sinnvoll gewesen wäre.  Die Entfernungsseinstellung ist auf etwa sechs Meter fixiert. Selbst bei voller Öffnung des Objektivs und dem üblichen zulässigen Zerstreuungskreisdurchmesser von 3/100mm reicht die Schärfentiefe  von zweieinhalb Meter bis Unendlich. Ein echtes Schnappschußobjektiv also.

Laser-Koinzidenzlichtschranke



Als Pioniere im Bereich der Makrophotographie und des Makrofilmes gelten Ingeborg und Armin Tölke mit ihren zahlreichen Artikeln in der Fachliteratur und ihren Buchveröffentlichungen. Das Verdienst dieses Ehepaar zeichnete sich dabei dadurch aus, daß sie nicht nur zeigten, wie man zu „schönen“ Makrobildern Bilder kommt, sondern wie dieses Aufnahmegebiet auch sinnvoll zum besseren Verständnis für beispielsweise biologische Vorgänge eingesetzt werden kann. Mit ihrem Fachbuch „Makrofoto – Makrofilm“ haben sie im Jahre 1965 ein Werk vorgelegt, das sogar im internationalen Maßstab für Aufsehen sorgte, weil es Methoden der wissenschaftliche Makrophotographie am Rande des damals technisch Machbaren vorstellte. Einer der Höhepunkte des Buches waren Nahaufnahmen, die Ingeborg Tölke von fliegenden Insekten gemacht hat, indem sie eine sogenannte Koinzidenzlichtschranke einsetzte. Dabei handelt es sich um zwei gekreuzte Lichtschranken, die die Kamera nur dann auslösen, wenn sich das zu photographierende Objekt in genau diesem Kreuzungspunkt befindet. Dorthin wird zuvor auch der Schärfepunkt der Kamera gelegt. Aus diesem Grund wird diese Lichtschrankenart auch als Punktlichtfalle bezeichnet. Als Kameras verwendeten sie zum Teil mehrere Praktinas mit Langfilmmagazin und elektromagnetisch ausgelöstem Elektromotorantrieb.

Praktina mit Punktlichtfalle

Die originale Anordnung der Tölkes aus den frühen 1960er Jahren, entnommen ihrem o.g. Buch. Zur Beleuchtung dienten stromfressende Mikroskopierleuchten. Die Lichtschrankenempfänger wurden nach einer einfachen Schaltung des beliebten Fachbuchautors Hagen Jakubaschk aufgebaut.

Weil zur damaligen Zeit nur diskrete Germanium-Bauelemente greifbar waren und als Schrankenlichtquelle stromfressende Glühlampen dienen mußten, war ein ganzer Versorgungswagen nötig, in dem unter anderem ein großer Bleiakkumulator untergebracht war. Was das anbelangt kann man ein halbes Jahrhundert später auf ganz andere Bauelemente zurückgreifen. Herzstück sind zwei Laser, die einen sehr eng gebündelten Lichtstrahl abgeben und nur etwa den hundertsten Teil des Stromes früherer Glühlampen benötigen. Der eigentliche Lichtschrankenempfänger besteht aus einem Schwellwertdetektor vom Typ A302, der mit einer Betriebsspannung von lediglich 2,5 Volt auskommt und trotzdem eine extrem hohe Eingangsempfindlichkeit aufweist. Der niedrige Strom- und Spannungsbedarf dieser Konzeption sorgt dafür, daß meine Konzidenzlichtschranke mit einer einzigen Lithium-Ionen Zelle auskommt, die im Gehäuse Platz findet und trotzdem mehrere hundert Stunden Betriebsdauer ermöglicht.

Lichtschrankenempfänger

Dem Lichtschrankenempfänger ist ein Monoflop nachgeschaltet, der zum einen als Impulsverlängerung dient; d.h. es genügen Unterbrechungen des Lichtstrahls von wenigen Mikrosekunden, um auch eine langsame Kamera noch sicher auslösen zu lassen. Zum anderen dient dieser Monoflop auch als Auslösezeitbegrenzung, die bei einer Dauerunterbrechung der Lichtschranke die Kamera nach einer vorwählbaren Zeit abschaltet und somit einen Defekt verhindert.

Lichtschranken-Schaltung

Auf einem wesentlich neuzeitlicherem Stand der Technik als bei den Tölkes ist auch die Auslösung der anschließbaren Geräte gelöst. Falls nur ein Blitzgerät gezündet werden soll, dann geschieht dies praktisch verzögerungsfrei über einen Thyristor. Auch die Kamera wird nicht wie früher mit einem mechanischen Relais angesteuert, sondern über einen Halbleiter-Schalter auf Basis eines Power-MOSFET, der verzögerungs- und verschleißfrei arbeitet. Beide Ausgänge sind untereinander und von der Lichtschrankenelektronik durch Übertrager bzw. Optokoppler galvanisch getrennt.

Praktina Koinzidenz-Lichtschranke

Geblieben ist im obigen Anwendungsfall die Praktina als Kamerasystem. Man erkennt, wie weit diese Kamera in den 1950er Jahren ihrer Zeit voraus gewesen ist. Es gab nur wenige elektrisch angetriebene Kameras zu jener Zeit. Eine, die einen präzisen Reflexsucher zu bieten hatte und zudem noch 450 Aufnahmen am Stück ermöglichte, suchte man bei anderen Herstellern vergeblich. Zur Krönung des ganzen wurde dazumal sogar eine Fernauslösung per Funk realisiert.

Praktina Funkauslösung

Marco Kröger


letzte Aktualisierung: 14. September 2020