Feinoptisches Werk Görlitz

VEB Pentacon Dresden, Betriebsteil Feinoptisches Werk Görlitz 1970er

Viele Neukonstruktionen gab es aus dem Feinoptischen Werk Görlitz in den 70er Jahren nicht mehr. Dafür wurde intensiv an qualitativen und quantitativen Gesichtspunkten gearbeitet. Zum Beispiel wurde auch hier die Mehrschichtvergütung eingeführt, was einigen Objektiven wie dem Vierzehnflächner 2,8/29mm sehr zu Gute kam. Über mehrere Zwischenschritte hinweg wurde die äußerliche Gestaltung der Objektivfassungen modernisiert und sukzessive mit den Zeissobjektiven zu einem einheitlichen Erscheinungsbild angeglichen.

Oben: Als 1970 die Praktica L Reihe in den Photogeschäften auftauchte, war gerade jene Fassungsgestaltung mit den feingeriffelten Griffmulden in den Einstellringen aktuell, wie sie unten auch vom mittleren 1,8/50 repräsentiert wird. Etwa 5...6 Jahre wurden die Objektive so gebaut, bis sie von den Kreuzrändelfassungen abgelöst wurden. Das Pentacon 2,8/100mm hat allerdings diese Umstellung meines Wissens nicht mehr erlebt, weshalb die jüngsten Exemplare dieses Objektivs das links gezeigte Erscheinungsbild haben dürften. In dieser Fassungsgestaltung gab es aber immerhin Versionen mit Blendenelektrik für die neue Praktica LLC sowie mit einer innenausgelösten Springblende für die Exakta RTL1000. Das gilt auch für das 29er Weitwinkel, das freilich mindestens bis in die Wendezeit hinein hergestellt worden ist.


Unten sieht man die gestalterische Evolution, die das Oreston 1,8/50mm von 1965 (links) während der 1970er Jahre durchgemacht hat. Sie steht stellvertretend  für das optische Erscheinungsbild auch der anderen Objektive dieses Herstellers. Die beiden rechten Objektive haben bereits eine Mehrschichtvergütung.


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Orestone

Die verschiedenen Fassungsgestaltungen, die das Orestegor bzw. Pentacon 4/200 während seiner mehr als 25-jährigen Herstellungszeit durchlaufen hat: Ganz links die Zebraversion der 60er Jahre, in der Mitte die erste und die zweite Hälfte der 1970er Jahre und rechts diejenige der 1980er Jahre.

 

Aber auch der innere Fassungsaufbau wurde immer wieder verändert und vereinfacht. Es wurde weniger massives Aluminium eingesetzt und die Anzahl der Kleinteile immer weiter verringert. Ziel war es, das Normalobjektiv (und im Gleichklang auch die Wechselobjektive) so rationell wie möglich zu fertigen, denn die Praktica L-Reihe entwickelte sich zum Millionenseller und viele dieser Kameras wurden mit dem Pentacon 1,8/50 ausgeliefert. In der Version mit Druckblende kostete es 183,- Mark und mit zusätzlicher Blendenelektrik 230,- Mark. Um die geforderten hohen Stückzahlen zu ermöglichen, wurden diese Normalobjektive ab irgendeinem Punkt in den späten 70er Jahren bei Întreprinderea Optică Română (IOR, Bukarest) gefertigt. Ab wann genau und in welchem Umfang kann bislang noch nicht mit Gewißheit gesagt werden. Leider existiert nach wie vor noch keine Unternehmensgeschichte der Firma Meyer-Optik, die mit exakten Datenangaben aufwarten könnte und die diese auch noch mit Quellematerial zu belegen wüßte. Nach Aussagen rumänischer Photofreunde scheinen aber auch die Pentacon-Objektive 2,8/29mm und 2,8/135mm hier gefertigt worden zu sein. Selbst die Gravur „Made in German Democratic Republic“ scheint nichts über die wirkliche Provenienz der Objektive auszusagen. Aber genaue Aussagen zu diesen Fragen können momentan noch nicht gegeben werden.

Pentacon Blendenautomatik

Wesentlichen Anteil an der sehr geschickten Konstruktion der Pentacon-Objektive (wie sie nach vollständiger Eingliederung des Görlitzer Betriebes in das Dresdner Kombinat nun hießen) hatte die ausgeklügelte Blendenmechanik, die mit sehr wenigen bewegten Teilen auskam und sich gut justieren ließ. Das war aber genaugenommen nur ein Nebeneffekt, denn das eigentliche Ziel dieser neuen Druckblendenmechanik war, die sogenannte Schließzeit zu verkürzen bzw. genau einzuhalten. Die Druckblende an M42-Objektiven, wie sie mit der Praktica FX2 1956 eingeführt wurde, funktionierte ja ursprünglich so, daß sich mit zunehmendem Durchdrücken des Auslösers die Blende sukzessive schloß (daher der Name). Mit der Praktica L-Reihe wurde diese Art der Blendenbetätigung aufgegeben. Bei dieser Kamera wird beim Spannen des Verschlusses gleichsam ein weiterer Federspeicher gespannt, der beim Auslösen freigegeben wird und die Blende selbsttätig und ruckartig schließt. Der Vorteil ist, daß dadurch Kräfte zum Schließen der Blende nicht an den Auslöser weitergegeben werden und die Druckblende damit zur Automatischen Springblende wird. Dazu muß aber sichergestellt sein, daß der Blendenmechanismus dem Federspeicher auch schnell genug folgen kann damit die Blende auch wirklich auf den Arbeitswert geschlossen ist, sobald der Verschluß beginnt abzulaufen. Mit dem sichelförmigen Mitnehmer der neuen Konstruktion war diese Forderung nun erfüllt. Dessen Hub wurde durch eine bewegliche Kurve gesteuert, die mit dem Blendenring verbunden war und damit direkt ein Maß für die eingestellte Blendenöffnung bildete. Patentiert wurde diese Konstruktion unter der Nummer 88.253 am 25. Januar 1971. Jörg Wonneberg, Friedhelm Spanke und der bereits erwähnte Wolfgang Krause werden als Urheber benannt.

Pentacon 2,8/29
Pentacon 2,8/29

An diesen zwei Versionen des  Pentacon 2,8/29mm erkennt man die Umgestaltung der manuellen Abblendung. Das linke hat noch die Abblendtaste der Zebra-Ära, das rechte  bereits den bekannten Abblendschieber. Der wandelte die Automatische Druckblende dauerhaft in eine Rastblende um, womit  das Objektiv auch an älteren Kameras ohne Blendenautomatik verwendet werden konnte. Beim alten Typ hätte dazu zeitgleich mit dem Auslöser die Abblenddtaste gedrückt werden müssen. Da die beiden Weitwinkel ansonsten dieselben äußeren Gestaltungsmerkmale aufweisen, läßt sich die Umstellung der Abblendsysteme also bei einer Seriennummer etwas über 8 Millionen  verorten.

Pentacon auto bzw. electric 2,8/135

Bei der Brennweite 135mm handelt es sich um dasjenige Wechselobjektiv, das vom Besitzer einer Praktica meist als erstes zusätzlich angeschafft wurde. Entsprechend groß waren daher die Produktionsziffern. Die gegenüber der Bilddiagonale (= Normalbrennweite) dreimal längere Brennweite sorgt bereits für einen deutlich spürbaren "Fernglas-Effekt". Dabei hat dieser Brennweitenbereich für den Anwender den großen Vorteil, daß das zugehörige Teleobjektiv gerade noch klein genug gebaut werden kann, damit der Photoamateur  es problemlos auf Städtereisen, Wanderungen, Sportveranstaltungen, etc. mitführen kann, ohne das Gepäck unzumutbar zu belasten. Für den Hersteller hat solch ein mittleres Teleobjektiv zudem den Vorzug, daß es mithilfe bekannter, gut beherrschbarer Konstruktionen unter Verwendung "relativ billige[r] Glastypen" hergestellt werden kann [Ulbrich, Hubert: DDR-Patentschrift 33.141 vom 15. Februar 1962].

Neben der Eigenschaft, Entferntes heranzuholen, sorgen solche mittleren Teleobjektive auch für einen deutlichen Freistellungs-Effekt, durch den unwichtige und verwirrende Motivdetails wirksam ausgeblendet werden, ohne daß gleich das komplette Sujet verloren geht. Photographiert von Jiří Junek, Prag, Prakticar 2,8/135mm an der Praktica BX20, Fomapan 100.

Dieses Objektiv scheint etwa um 1971 herum mit der automatischen Springblende und der Blendenelektrik ausgestattet worden zu sein. Optisch entspricht es dem Orestor 2,8/135mm, das schon seit etwa 1965 gefertigt wurde. In diesem Zusammenhang muß ich übrigens darauf hinweisen, daß alle Linsenschnitte, die für dieses Objektiv angegeben wurden, falsch sind. Sie stimmen einfach nicht mit der tatsächlichen Formgebung des mittleren Objektivteils überein. Schuld daran dürfte die Werbeabteilung des Feinoptischen Werkes gewesen sein. Diese hat die Schnittzeichnung des Patentes von Hubert Ulbrich (DDR Patent Nr. 33.141 bzw. DBP Nr. 1.282.311) veröffentlicht, obwohl das Objektiv nicht genau nach dieser Konstruktion gefertigt wurde. Für den kleineren Bruder – das Orestor 2,8/100mm – hat man aber stets den korrekten Linsenschnitt angegeben. Die Unterschiede betreffen die Formgebung der Kittgruppe. Ich freue mich, daß ich diesen Irrtum nach all den Jahrzehnten erstmals richtigstellen kann.

Meyer 135mm Patentversion
Pentacon auto 2,8/135mm Schema

Links ist der Linsenschnitt gezeigt, wie er stets in Katalogen und Werbeschriften für das Orestor und Pentacon 2,8/135mm angegeben wird. Er entspricht der Patentzeichnung, aber leider nicht der Realität. Daneben ist exklusiv der korrekte Linsenschnitt angebeben.

Orestor Kittgruppe

Die Kittgruppen der Orestore  2,8/100mm (links) und 2,8/135mm (rechts). Von der unterschiedlichen Größe abgesehen ist die Formgebeung bei beiden Objektiven identisch.

Pentacon auto 2,8/135
Pentacon 2,8/135 MC
Prakticar 2,8/135mm

Vom Pentacon auto 2,8/135 gab es offenbar nur Prototypen oder eine Nullserie in Zebrafassung, die eigentliche Serienproduktion begann mit der links abgebildeten Version. Die auto-Variante kostete 220,- Mark, die electric-Variante 267,- Mark. Ab etwa 1975 oder 76 wurde die mittlere Version mit Mehrfachbeschichtung eingeführt, die 16,- Mark mehr kostete. Für das Prakticar 2,8/135mm mit B-Bajonett wurde am Ende der 70er Jahre der Preis mit 468,- Mark dann wieder in etwa verdoppelt, obwohl sich am "Inhalt" eigentlich nichts änderte.


Das untenstehende Schnittbild durch den Objektivkörper eines Pentacon 135mm zeigt, wie aufwendig und anspruchsvoll mittlerweile auch die Fassung eines modernen Objektives mit Druckblendenautomatik und ggf. elektrischer Blendenwertübertragung geworden war. Auch in dieser Hinsicht mußte sich der Görlitzer Herstellungsbetrieb ständig weiterentwickeln.

Pentacon 2,8/135 Schnittbild

Ursprünglich lautete oben der Text "das Pentacon auto 2,8/135 gab es nie in einer Zebrafassung". Dann aber schickte mir ein aufmerksamer Leser namens Birk das nebenstehende Bild. Da ich so eine Ausführung noch nie gesehen habe, vermute ich, daß es sich um eine Vorserie gehandelt hat. Recht viele scheinen von dieser Version jedenfalls nicht gebaut worden zu sein. Auch die Blendenmechanik weicht noch stark vom später Üblichen ab.

Pentacon auto 4/200mm

Dieses Teleobjektiv muß man wohl als letzte Neukonstruktion aus dem traditionsreichen Görlitzer Hause bezeichnen, die wirklich auf den Markt gebracht wurde. Dabei befinden wir uns gerade einmal im Frühjahr 1979. Nichtsdestoweniger ist dieses Zweihunderter ein großer Wurf. Es handelt sich nicht wie vielfach angenommen um das alte Orestegor 4/200, das lediglich in eine neue Fassung eingebaut wurde, sondern um eine Neukonstruktion, die auf dem alten Typ basierte. Der auffälligste Unterschied ist, daß das letzte Element etwa dreimal so dick ist, als bei der Vorgängerversion. Das Resultat der Überarbeitung ist ein nochmaliger Zuwachs an Bildleistung. Das Pentacon auto 4/200 besitzt ein wirklich sehr feines Auflösungsvermögen und nur geringe chromatische Querabweichung (keine Farbsäume). Zudem wirkt sich die neu hinzugekommene Mehrschichtvergütung  bei fünf einzelnstehenden Linsen sehr positiv auf Reflexfreiheit und Brillanz aus. Auch wenn es mit 415,- Mark (462,- in der electric-Variante) fast doppelt so teuer ausfiel, als das Orestegor 4/200, so stand diesem Preiszuwachs auch ein deutlicher Gewinn an Bildqualität und Praktikabilität gegenüber. Die automatisch schließende Blende ist bei einer derart langen Brennweite ein großer Vorteil. Eine echte Gebrauchswerterhöhung also. Und schließlich war es immernoch nur halb so teuer, als das Jenaer Sonnar 2,8/200 (825,- Mark).  Auch hier dürfte der korrekte Linsenschnitt erstmalig veröffentlicht sein.

Pentacon auto 4/200mm
Pentacon auto 200 Schema

Und dann passiert es: Man sucht eigentlich nach etwas völlig Anderem und dabei taucht eine Patentschrift auf, die man nie gefunden hätte, wenn man sie gezielt habe finden wollen. Wer hätte schon gewußt, daß  man nach einer Roswitha Kaiser hätte suchen müssen, um zur Urheberin dieses erstklassigen Objektives zu gelangen. Dabei bestätigt diese am 7. Juli 1976 angemeldete Schutzschrift Nr. DD126.323 meine bisherigen Annahmen und präzisiert sie in mancherlei Hinsicht.


Ich möchte allerdings vorausschicken, daß zwei Diskrepanzen zum tatsächlich gebauten Objektiv bestehen. Allem voran bezieht sich die Schutzschrift auf ein Teleobjektiv, dessen Brennweite "mindestens das Sechsfache der auszuzeichnenden Formatdiagonale beträgt". Das würde darauf hindeuten, daß ursprünglich ein Tele mit  etwa 300 mm Brennweite  angestrebt war, defacto aber das bisherige 200er durch eine Automatikversion ergänzt wurde. Daß trotzdem kein Irrtum vorliegt, erkennt man daran,  daß das Augenmerk bei diesem Teleobjektiv gezielt darin lag, den Abstand der Blende von der Bildebene auf weniger als 40% der Brennweite zu begrenzen. Das war die Voraussetzung dafür, bei solch einem Teleobjektiv eine Blendenautomatik einführen zu können.


Normalerweise befindet sich bei solch langbrennweitigen Teleobjektiven die Blende aus Gründen der Bildfehlerbeseitigung immer nahe am vorderen, sammelnd wirkenden Systemteil. Hier muß die Blende aber einen sehr großen Durchmesser haben und ist außerdem weit von der Objektivanlage am Kameragehäuse entfernt, was beides den Einbau einer automatisch zuspringenden Blende unmöglich macht.  Würde man aber den Blendenort einfach in Richtung des zerstreuenden Systemteiles verschieben, so hätte dies äußerst ungünstige Auswirkungen insbesondere auf die Korrektur der chromatischen Querabweichung, das heißt die Bilder für den roten, grünen und blauen Spektralbereich würden sich mit unterschiedlichen Größen überlagern. Frau Kaiser  hat nun durch geschickte Glaswahl, bei der die für die Farbzerstreuung charakteristischen Abbeschen Zahlen der einzelnen Linsen in ein bestimmtes Verhältnis zueinander gebracht wurden, erreicht, daß einerseits die Blende weit Richtung Bildebene verschoben werden konnte und gleichzeitig die maximale Blendenöffnung auf 8,5% der Brennweite begrenzt blieb. Durch diese Maßnahme konnte im Pentacon auto 4/200 quasi dieselbe Blendenmechanik Verwendung finden, wie sie im Pentacon 1,8/50 bereits seit Jahren zu  hunderttausenden eingesetzt wurde.

DD126.323

Es gibt noch eine zweite Diskrepanz zwischen der im Patent angegebenen Erfindung und dem tatsächlich umgesetzten Pentacon auto 4/200. Anders als in der Patentschrift angegeben, sind die Linsen zwei und drei nicht miteinander verkittet, sondern innerhalb der Fassung nur aneinandergepreßt. Wieso das so ist, kann ich nicht sagen, aber angesichts der Mehrschichtvergütung war das jedenfalls in Hinblick auf Reflexionsfreiheit unproblematisch. Ich glaube übrigens, daß es dem Pentacon auto 4/200 insgesamt sehr gut getan hat, daß Frau Kaiser ihre Konstruktion zwar ursprünglich für ca. 300mm Brennweite  ausgelegt hatte, das fertige Objektiv aber letztlich mit auf 200mm reduzierter Brennweite herausgebracht wurde. Mit der Verkürzung der Brennweite wurden natürlich gleichermaßen die Auswirkung der chromatischen Fehler  weiter verringert; und jene sind bei Teleobjektiven die besonders problematischen, weil sie eben im Gleichzug mit der Brennweite anwachsen. Langbrennweitige Objektive müssen daher besonders gut achromatisiert werden. Demgegenüber spielen aufgrund des engen Bildwinkels Bildfehler wie Astigmatismus, Wölbung und Koma eine untergeordnete Rolle. Nur auf die Verzeichung muß der Konstrukteur aufgrund der extrem asymmetrischen Bauweise der echten Teleobjektive sorgfältig achtgeben.

Pentacon auto 2,8/35mm (?)



Die Patentliteratur gibt uns auch Auskunft  darüber, daß Hubert Ulbrich Mitte der 70er Jahre noch einmal ein 35mm Weitwinkelobjektiv entwickelt hatte (DD124.334). Die Lichtstärke sollte bei 1:2,8 liegen und das Objektiv mit sechs Linsen auskommen. Wesentlich am Konstruktionsgedanken war die Bikonvexlinse mit hoher Mittendicke hinter der Frontlinse. Damit konnte Ulbrich die außerachsialen  Aberrationen in den Griff bekommen, die ansonsten bei lichtstarken Objektiven mit großen Bildwinkeln rasch erhebliche Ausmaße annehmen. Diese charakteristische Sammellinse mit großer Mittendicke taucht später auch noch bei anderen Herstellern auf (z.B. beim Minolta Rokkor 2,8/35mm).

DD124.334

Zu ebenjener Zeit, als Hubert Ulbrich sein Patent angemeldet hatte (14. Januar 1976), begann im Werk Saalfed des VEB Carl Zeiss Jena gerade eine ausgesprochene Großserienherstellung des von Gerhard Risch und Utz Schneider im Jahre 1972 konstruierten und im Jahre 1974 patentierten Flektogons 2,4/35mm (Patentveröffentlichung im August 1977). Dieses Weitwinkel kam bei einer um etwa 50% höheren Lichtstärke ebenso mit sechs Linsen aus, war hervorragend für eine Massenfabrikation ausgelegt und zeigte eine sehr vortreffliche Bildleistung. Kein Wunder also, daß Hubert Ulbrichs Erfindung in der Schublade verschwinden mußte.







Marco Kröger 2016


Letzte Änderung: 12. November 2019