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3. Wirtschaftliche Expansion und technische Ausreifung: Die Photobranche zwischen den zwei Kriegsenden

 

3.1 Die Zeiss Ikon AG als vorläufiger Höhepunkt der Konzentrationsvorgänge

 

3.1.1 Die Rollen der Firmen Goerz und Ernemann im Fusionsvorgang

 

 

Die Ica war nur eine Übergangslösung. Zwar trieb die Konkurrenz zur Ernemann AG beide Unternehmen zu technischen Meisterleistungen, die sie international in den vordersten Rang der Kamerabauer brachte, doch der allgemeinen Wirtschaftlichkeit des Dresdner Kamerabaustandorts war diese Situation nach wie vor nicht zuträglich. Darüber hinaus sah man in Jena die Ernemannschen Objektivbau-Ambitionen mit größtem Argwohn.[1] Noch mehr galt dies für die Goerz-Werke. Diese hatten zwischen 1892 und 1909 bereits mehr als 200.000 Objektive[2] hergestellt, während die Jenenser bis dahin lediglich halb so viele[3] verkaufen konnte.

 

Dabei war Goerz nach dem Weltkrieg trotz seiner Größe längst nicht mehr profitabel und erwirtschafte Mitte der 1920er Jahre sogar Verluste in Millionenhöhe.[4] Dazu mag beigetragen haben, daß Goerz nach dem Krieg die Erlaubnis zur Belieferung des Militärs entzogen wurde (während sie Zeiss interessanterweise wieder erteilt wurde).[5] Doch davon abgesehen hatte sich auch der Markt verändert und das familiengeführte Unternehmen war nicht in der Lage, die nötigen Investitionsmittel aufzubringen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

 

In diesem Punkt unterschied sich die Ernemann AG vorerst noch von Goerz. Der Rüstungskonzern Krupp suchte nach dem Ende des Krieges nach neuen Betätigungsfeldern in zivilen Industriebereichen und interessierte sich für den Hightech-Sektor der Kinogeräte. Für die Ernemann-Aktiengesellschaft, deren Weltruhm maßgeblich auf der hohen Standfestigkeit und Präzision ihrer Kinomaschinen aufbaute, mag der Zugang zu hochwertigen Werkstoffen ein Anreiz zur Zusammenarbeit mit Krupp gewesen sein. Doch primär suchte Ernemann nach finanzstarken Partnern, um sich einerseits den Übernahmeambitionen durch Zeiss zu erwehren und um andererseits die nötigen Investitionsmittel für seine aufwändigen Produkte aufzutreiben. So lag es im Gegensatz zu Goerz nicht an technischen Unzulänglichkeiten, daß deren Kameras und Kinogeräte plötzlich an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Mit dem Ende der Inflationskonjunktur verteuerten sich die exportorientierten Ernemannschen Produkte ab 1924 auf dem Weltmarkt in einem solchen Maße, daß das Auslandsgeschäft in die Stagnation geriet und die kurz zuvor großzügig ausgeweiteten Betriebskapazitäten nun stark überdimensioniert waren.[6]

 

In dessen Folge kämpften Goerz und Ernemann nun mit demselben Problem: Der großen Kapitalknappheit. Diese beschränkte zusehends die Einflußmöglichkeiten der Firmen und ließ die Gefahren feindlicher Übernahmen aufkeimen. Es entsteht der Eindruck, daß sich die beiden Familienunternehmen am Ende doch lieber mit Zeiss zusammentaten, als von der amerikanischen Kodak aufgekauft oder von gänzlich außenstehenden Kapitalfirmen zerschlagen zu werden. In Wirklichkeit traktierte der Zeiss-Konzern beide Konkurrenten mit einem breitem Repertoire an damals neuartigen Möglichkeiten des Kapitalmarktes, die den beiden Familienunternehmen kaum noch Handlungsspielräume und Gegenwehr ließen.

 

Die Finanzlage der Goerz AG war Mitte der 20er Jahre so prekär geworden, daß man sich erst von Zeiss’schen Krediten abhängig machen und danach den Jenensern im Oktober 1925 schließlich fast 42 Prozent des Aktienkapitals überschreiben mußte.[7] Die Familie Goerz konnte sich diesem Eindringen nicht mehr erwehren. Und da die Übernahme unter dem äußeren Vorwand einer Kapitalerhöhung bei Ausschluß des Bezugsrechtes verborgen wurde, konnten nicht nur fremde Anleger ferngehalten, sondern die gesamte Transaktion gänzlich verschleiert werden (Kapitalverwässerung). Das primäre Interesse Jenas lag darin, mit diesem Schritt das Entstehen einer ernsthaften Konkurrenz zu vereiteln, da Firmen wie Kodak oder Agfa geradezu danach gierten, an die bei ihnen nur rudimentär vorhandenen Kompetenzen im Schlüsselsektor Objektivbau zu gelangen. Gleichzeitig sollte aber der wirkliche Anteil Zeiss' an der Goerz AG aus taktischen Gründen im Verborgenen gehalten werden.

 

Unterdessen hatte Zeiss im September 1925 eine Interessengemeinschaft initiiert, die die Firmen Goerz, Ica und das Kamerawerk Contessa-Nettel in Stuttgart zusammenführte. Letzteres Unternehmen verfügte über einen hervorragenden Ruf innerhalb der Kamerabaubranche[8] und war bereits seit 1920 vertraglich an Zeiss gebunden. Beyermann beschreibt diese Interessengemeinschaft in Form des „losen Verbands“ als einer der geschicktesten Schachzüge des Zeisskonzerns. Goerz und Contessa-Nettel wähnten sich durch den Beitritt zu dieser Interessengemeinschaft stabilisiert, ohne daß sie ihre Selbständigkeit einzubüßen glaubten. Dies lag allerdings im Kalkül der Jenenser – es war deren Erfolgsstrategie: Das langsame, taktierende Vorgehen Jenas sorgte dafür, daß Goerz und Nettel die Interessengemeinschaft bereits als einen Endpunkt im Einflußgewinn des Zeisskonzerns sahen, während es für Zeiss nur eine bloße Zwischenstufe zur vollständigen Fusion bedeutete.[9] Dazu schreckte man auch nicht vor Mitteln zurück, die am Rande der rechtlichen Spielräume oder zumindest der moralischen Anliegen des Zeiss’schen Stiftungsstatutes lagen.

 

Bereits beim Eindringen in die Contessa-Nettel AG Anfang der 20er Jahre, hatte sich die Zeissführung fragwürdiger Maßnahmen bedient. Sie sicherte sich die Loyalität eines Geschäftsführers dieses Kamerawerkes, um unter dessen Treuhänderschaft und unter größter Geheimhaltung sukzessive an die Aktienmehrheit an dieser Firma zu gelangen und ihr einen Kooperationsvertrag aufzuzwängen.[10]

 

Noch listigere Ausmaße nahm allerdings der Zeiss’sche Angriff auf die Ernemann AG an. Hier hatte sich die Situation 1925 derart zugespitzt, daß das Unternehmen zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen war, um nicht in den sofortigen Konkurs zu gehen. Der Firma gelang es nicht, Geld zu besorgen, auch nicht aus dem Auslande.[11] Ernemann hatte sich mit der Entwicklung neuer Produkte und dem Ausbau des Stammwerkes übernommen. Die Massenentlassungen und die Schließungen ganzer Fabrikteile blieben nun auch Außenstehenden nicht verborgen.

 

Größtes Interesse riefen diese Entwicklungen bei Zeiss hervor. Nachdem man sich kapitalseitig fest bei Goerz eingenistet hatte, sah man nun die Chance, den Photoobjektivbau weiter zu monopolisieren. Man benötigte zu diesem Zwecke Informationen über Ernemann, die weit über das Niveau des allgemein Zugänglichen hinausreichten.

 

Das hohe Renommee und die Spitzenposition des Zeisswerkes am Markt sorgten für gute Beziehungen zu den Banken – insbesondere zur Deutschen Bank. Sie war der Zeiss-Stiftung schon bei der Ica-Gründung sehr gewogen gewesen.[12] Damit hatten die Zeiss-Leute all ihren Verhandlungspartnern den entscheidenden Schritt voraus: Sie waren liquide genug. Doch als noch wichtiger, als die Investitionsmittel, stellten sich die Informationen heraus, welche die Deutsche Bank der Firma Zeiss zuspielte und dieser so die innersten Geschäftsgeheimnisse der Ernemannwerke offenlegte. Starke versteigt sich in diesem Zusammenhang 2008 zu folgenden Deutungen:

 

„Letztlich ging es für Ernemann nur noch um die Bedingungen, unter denen er aufgeben musste. Nun zahlten sich der erbitterte Abwehrkampf und die vergleichsweise gute Verhandlungsposition aus. Möglicherweise haben Vorstand und Aufsichtsrat in Kenntnis der Entwicklung in der Kamera- und Fotoindustrie die Verschmelzung zur Zeiss Ikon AG sogar aktiv mit herbeigeführt, um ihre persönlichen Interessen mit der als Dienst am Vaterland gesehenen ‚deutschen Lösung’ zu verbinden. [...] Wirtschaftskonkurrenz wurde eben nicht nur leidenschaftslos von geschäftlicher Seite her gesehen, sondern auch als Machtkampf der Nationen gedeutet und geführt. [...] Aus dem Blickwinkel des Firmenchefs Heinrich Ernemann und des noch immer einflussreichen Anteilseigners Gustav Stresemann [...] erscheint die gefundene Lösung geradezu folgerichtig.

Eigentümer und Direktion der Ernemann-Werke gingen 1925 erhobenen Hauptes in die Interessengemeinschaft [...]“ [13]

 

Doch André Beyermann konnte bereits im Jahre 2001 durch seine Beschäftigung mit den Aktenüberlieferungen des Zeiss-Archivs nachweisen, daß die Ernemann AG weder in einer „guten Verhandlungsposition“ war, noch daß deren Führung der Fusion in einem plötzlichem Anflug patriotischer Hochgefühle zugestimmt hätte, und schon gar nicht, daß der „steuernde Dritte“ Stresemann gewesen ist.

 

Steuernder Dritter war die Direktion der Deutschen Bank, die dem Zeiss-Verhandlungsführer Rudolf Straubel die Insiderinformation zukommen ließ, daß sich die Aktienmehrheit über die Heinrich Ernemann Aktiengesellschaft nicht mehr im Besitz der Familie Ernemann befand, sondern schon vor längerer Zeit der Krupp AG übertragen werden mußte.[14] Zu Krupp wiederum hatte Carl Zeiss Jena vertrauliche Geschäftsbeziehungen, da man als Rüstungslieferanten im Weltkrieg bereits aufs engste und unter Geheimhaltung zusammengearbeitet hatte. Aus dieser Verhandlungsposition heraus, treiben nun die Jenenser Ernemann regelrecht vor sich her. Noch während er glaubt, sich auf Augenhöhe gegen den Beitritt zur Interessengemeinschaft zu wehren, kauft Jena mit Hilfe der Deutschen Bank sukzessive seine Aktien auf. Über die Direktoren der Deutschen Bank kann Zeiss mit seinen erreichten 40% Aktienanteil[15] und der Verbindung zu Krupp immensen Druck auf Ernemann ausüben, ohne daß dieser vom Zeiss’schen Insiderwissen über seine Firma Kenntnis erlangt hätte. Und noch weniger Kenntnis hatte Ernemann über den wahren Anteil Jenas an der Interessengemeinschaft.

 

Als sich Ernemann weiterhin weigerte, der Interessengemeinschaft beizutreten, bot Carl Zeiss Jena großzügig an, daß Ernemann seine lukrative Objektivfertigung nicht einstellen müsse und seine dahingehenden Patente – sie beinhalteten nichts geringeres als die hochlichtstarken Ernostar Konstruktionen – nicht an Jena zu übertragen habe, sondern „lediglich“ an Goerz.[16] Auf dieses Lockangebot ging Ernemann in seiner Zwangslage ein, nichtsahnend, daß Goerz längst schon von der Zeiss-Führung okkupiert worden war.

 

Heinrich Ernemann schritt also nicht erhobenen Hauptes und mit nationaler Gesinnung in den Kampf ums Vaterland – wie es sich Starke zurechtdeutelt – sondern er wurde in seiner Not von Straubel schlichtweg über den Verhandlungstisch gezogen!

 

Auch hier im Fall Ernemann war das Vorgehen Jenas also durch ein geschicktes Taktieren und die Politik der kleinen Schritte geprägt. Das was von Außenstehenden noch heute als Zeichen einer besonderen Standfestigkeit Heinrich Ernemanns mißinterpretiert wird[17] , war nichts anderes, als die bereits erprobte Erfolgsstrategie der Zeissführung, wie sie Beyermann schon im Fall Goerz beschrieben hat. Und daß sich Ernemann angeblich länger als alle anderen gegen das Eindringen der Konkurrenz in sein Unternehmen gewehrt hat, kann insofern nicht aufrecht erhalten werden, als daß er bereits seit 1919 vertraglich an die Krupp AG gebunden war und dadurch sukzessive die Souveränität über sein Unternehmen einbüßte. Auf Bitten seines vertrauten Jenaer Geschäftspartners, reichte Krupp dieses unbedeutende Anhängsel ihres Riesenkonzerns gern an Zeiss weiter. Nachdem sich die Aufregung gelegt hatte, kaufte Zeiss 1927/28 die Kruppschen Anteile am Kinogeschäft für 800.000 Reichsmark auf und legte als kleines Dankeschön eine Abfindung in halber Höhe obendrauf.[18] Ernemann war somit zum Spielball der Großkonzerne geworden. Insofern ist es mehr als ärgerlich, wenn aktuelle Literatur solche Mythen vom standhaften Heroen aufrechterhält.

 

Viel angebrachter wäre es, Heinrich Ernemanns Fähigkeiten zu würdigen, als Geschäftsmann immer auch ein gutes Auge für die technischen Aspekte und Entwicklungspfade der Photo- und Kinematographie gehabt zu haben. Diese Eigenschaft wird sich in den Folgejahren innerhalb der Photobranche noch als sehr wichtig erweisen.

 

 

 

3.1.2 Die Gründung der Zeiss Ikon AG

 

Der Zeiss-Konzern hatte sich nun erfolgreich einiger seiner leistungsfähigsten Mitbewerber entledigt und sich die besten Anteile einverleibt.[19] Es waren die Beziehungen der Zeiss-Führung zu mächtigen Geschäftspartnern, die ihr eine exponierte Lage gegenüber ihren Konkurrenten eingebracht hatte. Aus dieser Position heraus, konnte sie nach dem Aufzwingen des Kooperationsvertrages nun sukzessive die von vornherein beabsichtigte Fusion einleiten. Im Prinzip handelte Zeiss die „Übernahme“ nun nur noch mit sich selbst aus. Die ehemaligen Eigentümer der zu übernehmenden Firmen gerieten zur bloßen Staffage. Die Ausgestaltung des Fusionsvertrages war daher schon im Mai 1926[20] so weit gediehen, daß die Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages im August und dessen Wirksamwerden zum 1. Oktober 1926 zur reinen Formalität wurden.

 

Keine Formalität hingegen war die Finanzierung dieser Fusion angesichts der wirtschaftlichen Lage der Teilunternehmen. Aber auch hier waren die guten Beziehungen Jenas zu den Banken ausschlaggebender Faktor. Es gelang, niederländisches Kapital aufzutreiben, das von der Deutschen Bank abgesichert wurde.[21] Hatte Zeiss zuvor seinen wahren Aktienanteil an der Ica verschleiern können, so setzte man diese Politik hier fort. In der Fusion tritt Jena als Zeiss-Stiftung, als Carl Zeiss Jena, als Ica AG und sogar als Goerz auf, sowie unter Einsatz weiterer Treuhänder, die geheime Zeiss-Beteiligungen tragen.[22] Auch der nachfolgende Aktientausch, den Beyermann ausführlich beschreibt, sollte die wahren Machtverhältnisse in der neuen Zeiss Ikon AG verschleiern. Die Wertpapieranteile außenstehender Aktionäre von Goerz, Ernemann und Contessa-Nettel sollten vom Marktgeschehen abgekoppelt werden, um die Fusion nicht noch weiter zu verteuern. Ernemann- und Goerz-Aktien waren ohnehin nur noch auf dem Papier wertvoll und mußten im Zuge der Fusion kräftig abgewertet werden.

 

Bei aller Aggressivität Jenas, so retteten sie sicherlich den Dresdner Photostandort letztlich auch vor der drohenden Insolvenz oder der Zerschlagung durch außenstehende Konzerne. Der unmittelbare materielle Gewinn durch die Fusion wurde durch die Belastung der Zeiss Ikon mit den Teilbetrieben anfänglich ziemlich relativiert. Als wertvoll für den Jenaer Konzern sollten sich langfristig eher das requirierte Know-How vor allem in Form von Schutzansprüchen und „klugen Köpfen“ herausstellen (zum Beispiel dem mitübernommenen Ludwig Bertele). Aber nun auf Anhieb allein aus diesem Potential heraus entsprechende Produkte zu entwickeln, mit denen man die erlangte marktbeherrschende Stellung auszunutzen vermocht hätte, das sollte sich als große Schwierigkeit herausstellen. Der Riesenkonzern Zeiss Ikon ist von Beginn an mit der Bürde seiner Größe belastet. Diese macht ihn zum Teil so schwerfällig, daß er seine Marktmacht oft gar nicht richtig ausspielen kann. Zeiss Ikon hinterläßt zeitweilig Lücken im Markt, die bald schon von kleineren, innovativen Unternehmen gefüllt werden können und die somit den Konzern immer wieder in die Defensive zwingen, ohne daß er selbst die Marschrichtung vorgeben kann.

 

 

Auszug aus: Kröger, Marco: Technologischer Wandel, Konzentrationsprozesse und neue Konsumbedürfnisse, Die mitteldeutsche Photographische Industrie und ihr Anteil an der Herausbildung eines neuen, internationalen Marktes, Eine regionalspezifische Branchengeschichte, Hochschulschrift zur Erlangung eines akademischen Grades des Master of Arts, Alma Mater Chemnitziensis, 2012.

 

 

 

[1] Vgl. Jehmlich, Pentacon, 2009, S. 30.

[2] Vgl. Blumtritt, Fotoindustrie, 2000, S. 49.

[3] Vgl. Kadlubek, Günther/Hillebrand, Rudolf: Kadlubeks Objektiv-Katalog, 1. Auflage, Neuss, 2000, S. 13.

[4] Vgl. Beyermann, Aufbau, 2001, S. 11.

[5] Vgl. Walther, Rolf: Zeiss 1905 - 1945; in: Mühlfriedel/Walther [Hrsg.]: Carl Zeiss, Die Geschichte eines Unternehmens, Band 2, Köln und Weimar, 2000, S. 135.

[6] Vgl. Starke, Bilderbuchkarrieren, 2008, S. 22f. Die massive Verringerung Produktionskapazitäten äußert sich auch darin, daß 1926 die Beschäftigtenzahl von etwas über 1000 nur noch 1/3 des Niveaus der Inflationszeit erreichten.

[7] Vgl. Beyermann, Aufbau, 2001, S. 11.

[8] Für Jena waren die Stuttgarter Kamerabauer sicher deshalb von besonderem Interesse, da sie als Experten im Bereich photographischer Fokalverschlüsse galten und gerade dieser der einstige Schwachpunkt der Palmoskameras gewesen war. Solche in der Bildebene ablaufenden Schlitzverschlüsse waren damals konstruktiv nur schwer beherrschbar und galten daher als Hightech. Man war sich aber durchaus bewußt, daß der Trend vor allem im hochwertigen Marktsegment hin zu solchen Schlitzverschlüssen gehen wird.

[9] Vgl. Beyermann, Aufbau, 2001, S. 13.

[10] Vgl. Blumtritt, Fotoindustrie, 2000, S. 51.

[11] Vgl. Starke, Bilderbuchkarrieren, 2008, S. 24.

[12] Beyermann äußert die Vermutung, daß die Deutsche Bank den Akten zufolge ihren damaligen Aktienanteil an der Ica nicht wie vorgesehen dem „interessierten Publikum“ am Aktienmarkt zugänglich machte, sondern wieder an die Jenenser zurückreichte, sodaß Jena zusammen mit seinem offiziellen Aktienanteil eine geheime und sehr brisante Sperrminorität erlangte.

[13] Starke, Bilderbuchkarrieren, 2008, S. 24/25.

[14] Vgl. Beyermann, Aufbau, 2001, S. 13.

[15] Vgl. Schumann, Wolfgang (und Autorenkollektiv): Carl Zeiss Jena. Einst und Jetzt, Berlin, 1962, S. 335f.

[16] Vgl. Blumtritt, Fotoindustrie, 2000, S. 53.

[17] Selbst Blumtritt tut dies auf Seite 52, kurz bevor er das Ernemann-Debakel auf den folgenden Seiten im Detail schildert. Allerdings waren beim Erscheinen seines Buches die entspr. Akten noch nicht aufgearbeitet. Blumtritt stützt sich auch stark auf: Schumann, Wolfgang u.a.: Carl Zeiss Jena, Einst und Jetzt, Berlin (Hpst. d. DDR), 1962. Dieses Werk ist zwar erschöpfend und handwerklich professionell gearbeitet, interpretiert aber jedes Faktum sogleich auf Basis der zeitgenössischen ideologischen Prägung und ist daher mit Vorsicht zu genießen. In dieser Phase der DDR wurden vermeintliche Widersacher gegen die pauschal als Klassenfeind angesehenen "Jenaer Monopolkapitalisten“ als Held gefeiert.

[18] Vgl. Walther, Zeiss, 2000, S. 141.

[19] Dazu zählte auch die photochemische Sparte der Goerz-Werke, auf deren Grundlage die Zeiss Ikon später eigene Kleinbildfilme herstellen wird und den Konzern damit auch erstmals auf diesen Sektor ausdehnt. Für weitere „Akquirierungen“ aus den einfusionierten Unternehmen siehe bei Walther S. 142.

[20] Vgl. Jehmlich, Pentacon, 2009, S. 31.

[21] Vgl. Walther, Zeiss, 2000, S. 139/140.

[22] Vgl. Beyermann, Aufbau, 2001, S. 14.