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Objektivreparturen

Die Entfernungseinstellung eines Objektives basiert auf mehreren, ineinadergreifenden, zum Teil recht steilen Gewinden. Diese müssen gefettet sein, damit sie nicht festgehen und möglichst wenig verschleißen. Dieses Fett ist aber gleichzeitig etwas problematisches, denn die gesamten übrigen mechanischen und optischen Teile des Objektives soll unbeingt fettfrei bleiben.

 

Nun haben aber Schmiermittel die unangenehme Eigenschaft zu spreiten. Spreitung bedeutet, daß die Schmiermittel oder Teile davon auseinanderlaufen und sich über längere Zeiträume hinweg innerhalb des Objektives verteilen. Das hat gleich zweierlei unangenehme Folgen: Zum einen breiten sich die flüssigen Bestandteile des Schmiermittels so weit aus, daß sie auch auf den Blendenlamellen landen. Hier genügen schon geringste Spuren, um die Funktion der Blendenautomatik zu stören oder gänzlich außer Kraft zu setzen. Bleibt das unbemerkt, dann macht man ungewollt alle Bilder bei offener Blende.

 

Das zweite Problem ergibt sich aus dem ersten: Die flüchtigen Bestandteile des Fettes, die sich innerhalb des Objektives verteilt haben, die fehlen nun an dem Ort, wo sie eigentlich gebraucht würden. Das "ausgeölte" Fett wird zur zähen, manchmal bröseligen Masse, das keine Schmierwirkung mehr hat und den Schneckengang schwergängig macht.

 

Die einzige wirklich sachgerechte Lösung ist das vollständige Zerlegen der mechanischen Teile des Objektives, das Entfernen der Schmiermittelrückstände, das Neufetten mit einem modernen synthetischen Schmiermittel und anschließend die sorgfältige Montage. Das ganze ist kein Kinderspiel. Es braucht je nach Objektivtyp einiges an Erfahrung, dies zu bewerkstelligen. Ich kann hier nur davor warnen, als Laie sein Objektiv "reparieren" zu wollen. Bei einigen Zeiss-Objektiven beispielsweise sind die hinteren Linsengruppen in meheren Ringen gefaßt, die nichtkonzentrisch geschliffen sind. Mit Ihnen wurde am Ende der Montage die Fassungszentrierung durchgeführt. Schraubt man hier gedankenlos herum, dann hat man das Objektiv im Prinzip zerstört. Das gleiche gilt für drei um 120 Grad versetzte Madenschrauben, wie sie öfters bei Görlitzer Objektiven zu finden sind. Also lieber Finger weg! ;-)

Biometar 120mm zerlegt

Biometar 2,8/120mm

Ein in seine Einzelteile zerlegtes und bereits entfettetes Biometar 2,8/120mm für die Praktina IIa. Bereit zur Montage.

Sonnar 2,8/180mm

Sonnar 180mm Parts

Desgleichen mit einem MC-Sonnar 2,8/180mm. Es hat einen besonders steilen Schneckengang, wo die korrekte Schmierung sehr wichtig ist.

Primotar E 3,5/80mm

When the Praktisix entered the market in 1957 it was available with two standard objectives: The Jena Tessar 2,8/80mm and the Meyer Primotar E 3,5/80mm. Due to the dissatisfying image quality of the outdated Tessar it was replaced by the Biometar 2,8/80 already about two years later. Before that happened the Primotar had to be seen as the better choice. It was a very modern construction and perhaps one of the best Tessar-type variations ever made. This was a result of the limited opening of 1:3,5 on one hand and the quite highly refractive optical glass on the other. To get a bright viewfinder image, the Primotar E features an "Einstellblende". This means that just for focusing the opening reaches 1:3,0. This idea and the optical formula was patented in March 1956 (DBP Nr. 1,132,432). Schubert, Thierold and Ulbrich were the "brains" behind it.

Primotar E 80mm repair
Primotar E 80mm repair

The Primotar E 80mm was made just for a few years in quite low numbers. So it is quite interesting for collectors, too. After intense cleaning and relubricating this example works very nicely again. Here you can see it on a first version Praktisix (still without the stopper for the cocking lever).

Primotar E 80mm Praktisix